Beauty 1×1: Der große Sonnenschutz Guide

Der große Sonnenschutz Guide
für eine gesunde Haut

In genau sieben Tagen ist offiziell Sommeranfang. Kalendarisch zumindest. Denn die Temperaturen der letzten Tage haben schon längst zum Sonnenbaden eingeladen. Genau der richtige Zeitpunkt also, um sich ein Mal ernsthaft Gedanken um den richtigen Sonnenschutz zu machen. Denn weißt du aus dem FF, ab welchem UV-Index eine Sonnencreme nötig ist? Oder was der kleine Kreis um die UVA-Bezeichnung auf der Sonnencreme bedeutet? Und wie lange hält so ein Produkt überhaupt? Muss ich mir also vielleicht eine neue Sonnencreme kaufen? Genau diese Fragen rund ums Thema Sonnenschutz beantworte ich euch heute in meinem Sonnenpflege Guide. Los geht’s mit der wohl wichtigsten Frage:

Was bedeuten die einzelnen Symbole auf der Packung einer Sonnencreme?

UVA: Im Gegensatz zu UVB-Strahlen, sind UVA-Strahlen das ganze Jahr über gleich stark und dringen tiefer in die Haut ein. Deshalb sind sie nicht nur echte Kollagenkiller, sondern auch für Hautkrebs verantwortlich, wie man mittlerweile durch viele wissenschaftliche Studien herausgefunden hat. Deshalb ist der Schutz davor extrem wichtig. Ob die Sonnencreme das leistet, erfährt man auf der Rückseite, denn dort wird der Schutzgrad in der Regel mit Sternen zwischen eins (schlechteste) und fünf (beste) angegeben.

UVB: Die UVB-Strahlung ist für den Sonnenbrand verantwortlich und der Schutz davor deshalb umso wichtiger.

UVA Symbol im Kreis: Auf der Rückseite der Sonnencreme findet man zwar bereits das Sternchen-Rating für einen vorhanden UVA-Schutz. Allerdings gibt es auch die verstärkte Variante mit dem UVA Symbol im Kreis. Das bezeichnet einen UVA Schutz, der mindestens 1/3 des UV-B Schutzes (LSF) beträgt und somit hochdosiert ist.

UVA-PF/PPD: Manche Hersteller gehen noch mehr ins Detail und geben sogar den genauen UVA Schutz in Form von UVA-PF (UVA Protection Factor) oder PPD (Persistent Pigment Darkening). Er berechnet sich so: Eine Sonnencreme mit LSF 30 besitzt das UVA Symbol im Kreis. Das heißt, der UVA Schutz beträgt mindestens 10, denn das ist ein Drittel von 30. Man geht immer von 100 Prozent aus und berechnet wie folgt:

100 (möglicher Maximalschutz) – (100 : 10 PPD) = 90%

SPF/LSF 6, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 50+: Der Lichtschutzfaktor oder Sun Protection Factor (LSF oder aus SPF) definiert die Zeit, die man in der Sonne bleiben kann, ohne dabei einen Sonnenbrand zu bekommen. Denn der LSF verlängert den Eigenschutz der Haut um jenen Faktor auf der Tube. Auch das lässt sich genau berechnen. Dazu muss man zuvor allerdings seinen Hauttypen bestimmen (mehr dazu weiter unter). Als Beispiel nehmen wir Hauttyp II. Dieser darf ohne Sonnencreme maximal 20 Minuten in der Sonne bleiben. SPF 30 verlängert diese Zeit nun um das 30fache:

20 x 30 = 600 Minuten = 10 Stunden

Allerdings gilt: Kein Produkt schützt wirklich zu 100 Prozent. Deshalb rate ich dazu, nicht mehr als 60 Prozent der Schutzzeit auszunutzen. Außerdem sollte klar sein, dass sich der LSF nur auf die UVB-Strahlung bezieht und noch nicht zeigt, ob es auch einen ausreichenden UVA-Filter gibt. Es gilt:

  • Niedriger LSF: 6, 10
  • Mittlerer LSF: 15, 20, 25
  • Hoher LSF: 30, 50
  • Sehr Hoher LSF: 50+ (mittlerweile gibt es sogar schon 75)

Ab wann brauche ich eigentlich Sonnencreme?

Auch wenn man das irgendwie immer nach dem eigenen Gefühl bemisst, gibt es eigentlich einen sinnvollen Anhaltspunkt, an dem man das tatsächlich festmachen kann. Nämlich am UV-Index. Wo man den findet? Zum Beispiel in der Wetter-App. Dort wird er genauso wie die Regenwahrscheinlichkeit, der Wind oder die Sichtweite angegeben. Experten raten dazu, sich ab einem mittleren UV-Index ab 3  bis 11+ einzucremen. Liegt er bei 0, 1 oder 2 ist kein Schutz erforderlich.

Sonnenschutz: der UV-Index

grafic via quora.com

Doch welcher Hauttyp braucht jetzt welchen Sonnenschutz?

Die verschiedenen Hauttypen:

  • Hauttyp 1 ist sehr hell; wird nicht braun; oft Sonnenbrand; Eigenschutz weniger als 10 Minuten; LSF ab 25
  • Hauttyp 2 ist hell; wird langsam und minimal braun; häufig Sonnenbrand; Eigenschutz maximal 20 Minuten; LSF ab 20
  • Hauttyp 3 mittlere Hautfarbe; wird langsam und fortschreitend braun; manchmal Sonnenbrand; Eigenschutz 25 Minuten; LSF 15 bis 20
  • Hauttyp 4 ist bräunlich, oliv; schnell mittelbraun; selten Sonnenbrand; Eigenschutz 30 Minuten; LSF 15
  • Hauttyp 5 ist hellbraun oder dunkel; schnell dunkelbraun; kaum Sonnenbrand; Eigenschutz bis zu 90 Minuten; LSF 10
  • Hauttyp 6 ist dunkelbraun oder schwarz; schnell dunkel; nie Sonnenbrand; Eigenschutz über 90 Minuten; LSF 6 

Wann muss man Nachcremen?

Dass der Sonnenschutz nicht ewig hält, ist klar. Ab wann macht es also Sinn nachzucremen? Als Grundregel gilt, wer vor dem ersten Sonnenbad ordentlich vorarbeitet, hat weniger Nacharbeit. Das heißt, alle Stellen am Körper, die der Strahlung ausgesetzt sind, sind mit etwa 2 Milligramm Creme pro Quadratzentimeter Haut einzucremen. Insgesamt braucht ein durchschnittlicher Erwachsener also zwischen 5 und 6 Esslöffel für den gesamten Körper. Nachcremen sollte man dann am besten alle zwei Stunden – auch, wenn man gar nicht im Wasser war. Denn auch im Schatten bildet der Körper Schweiß und zerstört so die Schutzfunktion. Je feuchter und heißer es übrigens ist, desto schneller sollte man wieder nachcremen.


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Wie lange hält eine Sonnencreme?

Jedes Kosmetikprodukt hat ein Ablaufdatum. So auch Sonnenschutzmittel. Meistens halten sie ein bis zwei Jahre. Den entsprechenden Stempel findet man – wie bei Lebensmitteln auch – auf der Packung. Dennoch muss man darauf achten, sie richtig zu lagern. Zu viel direktes Sonnenlicht und Hitze kann den Lichtfilter nämlich schon nach nur wenigen Wochen zerstören. Deshalb unbedingt darauf achten, dass die Sonnencreme kühl und schattig gelagert wird. Falls das bei Badeurlauben am Strand mehrere Tage lang nicht möglich ist, lieber in der nächsten Saison ein neues Produkt kaufen.

Was unterscheidet chemische und physikalische bzw. mineralische UV-Filter?

Es gibt zwei Schutz-Methoden vor UV-Strahlung. Zum einen chemische Filter. Sie absorbieren UV-Strahlung und wandeln die schädliche Strahlung in andere Energieformen wie Wärme (Infrarot-Strahlung) oder Licht um. So können sie dem Hautgewebe nicht mehr so großen Schaden zufügen. Allerdings setzt die Wirkung erst nach circa 30 Minuten ein. Daher ist es wichtig, die Haut schon eine halbe Stunde vor dem Sonnenbaden einzucremen.

Demgegenüber stehen physikalische bzw. mineralische Filter. Das sind sozusagen viele mikroskopisch kleine Partikel, die das Licht an der Hautoberfläche sofort reflektieren und streuen. Genau wie kleine Spiegelstückchen muss man sich das vorstellen. Der Vorteil: Diese UV-Filter wirken sofort nach dem Auftragen. Entsprechende Angaben findet man übrigens immer auf dem Sonnenschutzprodukt. So kann jeder selbst wählen, wofür er sich entscheidet.


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Was du sonst noch wissen musst

Auch, wenn die Hauttypenbestimmung unterschiedliche LSF angibt, empfiehlt sich für Erwachsene grundsätzlich ein Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 20. Kinder dagegen sollten bei LSF 30 starten. Nicht nur, weil die UV-Strahlung immer stärker wird, sondern auch, weil junge Haut anfälliger für Sonnenbrand und Strahlungsschäden ist.

Außerdem kann man sich an der Umgebung und der Uhrzeit orientieren. Wer nämlich in den Bergen, am hellen Sandstrand oder in der Nähe von reflektierendem Wasser unterwegs ist, sollte unbedingt zu hohem LSF greifen, da die UV-Belastung dort besonders hoch ist. Genau wie zur Zeit zwischen 11 und 15 Uhr. Dann mit Hüten, Caps, Sonnenbrillen und Kleidung aufrüsten und ein Plätzchen im Schatten suchen, um die Haut zu schützen.

9 Kommentare

  1. 3. Juli 2018 / 14:54

    Sehr toller und Informationsreicher Beitrag. Ich schmiere mir zusätzlich Sonnencreme in die Haare, weil die durch die Sonne und das Salzwasser ziemlich darunter leiden und die Spitzen sehr austrocknen. Das kann ich jedem nur empfehlen.

  2. 16. Juni 2018 / 20:47

    Toller Post, das war sehr informativ und kommt zum richtigen Zeitpunkt :) Wenn man den Sonnenschutz hat, braucht man nur noch die warme Sonne!

    Liebe Grüße, Esra
    https://lovelylines.de/

  3. Lisa
    14. Juni 2018 / 11:28

    Hi liebe Nina,

    Wirklich ein super spannender Beitrag mit wunderschönen Bildern wie immer. :) Da bekommt man direkt Lust auf Urlaub, wenn einem der Duft von Sonnencreme in die Nase steigt.
    Ich habe ganz viele Artikel zum Theme Sonnencreme gelesen und dabei ist mir aufgefallen wie schlecht die hochwertigen Sonnenschutz-Produkte abschneiden. Diesen Punkt hätte ich noch sehr interessant gefunden.

    Liebe Grüße,
    L.

  4. Farida
    14. Juni 2018 / 7:55

    Danke für den sehr informativen und brauchbaren Artikel. Hab ich in der Form noch nicht gesehen.
    Und das Foto – sooo schön, wie immer.

    • FASHIIONCARPET
      Autor
      14. Juni 2018 / 8:07

      Danke für das liebe Feedback :)

    • FASHIIONCARPET
      Autor
      14. Juni 2018 / 7:24

      Ja :) Gibt es morgen hier auf dem Blog :)

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