LTTE #7: Über das Leben als Scheidungskind & das schmerzhafte Gefühl wenn die eigene Familie zerbricht

    Letter To The Editor #7

    In der Artikelreihe “Letter To The Editor” veröffentliche ich gemeinsam mit euch verschiedene Themen-Posts hier auf dem Blog. Ich bekomme sehr viele persönliche Nachrichten und Mails mit Anregungen, Fragen und Gedanken von euch. In dieser Blogpost-Reihe soll es keine Tabu-Themen geben. Ich möchte mit euch in den Austausch kommen und dabei über alles reden, was euch bewegt. Egal ob Mode-, Beauty-, Social Media-, Reise-, Lifestyle- oder persönliche Themen.

    Dir brennt auch etwas auf der Seele? Du wolltest ein bestimmtes Thema schon immer mal genauer beleuchten? Dich interessiert ein ganz besonderes Thema? Dann schreibt mir gerne deinen persönlichen Letter to the Editor an info@fashiioncarpet.com

    Der siebte “Letter to the Editor” ist von meiner lieben Leserin Larissa und thematisiert ein wahnsinniges persönliches, aber extrem wichtiges Thema: Scheidung bzw. das Leben als Scheidungskind. Während das Thema früher noch für offene Münder und entsetztes Kopfschütteln sorgte, werden mittlerweile rund 250.000 Ehen in Deutschland geschieden. Davon sind laut Statistik ca. 124.000 Kinder betroffen. Damit einhergehend? Viele, meist traurige und schmerzhafte Schicksale. Heute teile ich meines mit euch…

     

    Liebe Nina,

    für gewöhnlich bin ich nicht der Typ, der einen Kommentar bei einem Blogger abgibt – egal ob negativ oder positiv. Ich bin da eher der Typ „stiller Beobachter“. Ich folge dir jetzt denke ich schon seit 2013 oder 2014, sind also doch schon ein paar Jahren. Inzwischen ist dein Blog der einzige, den ich noch wirklich lese. Ich finde das was du zu sagen hast ist sehr reflektiert, aufrichtig und einfach lesenswert. Ich mag deine bodenständige Art. Trotz der vielen unglaublich tollen Projekte, die du machen darfst hat, hat man das Gefühl, dass du noch immer (auch noch all den Jahren) eine „von uns“ bist.

    Als du vor kurzem die persönlichen Fragen beantwortet hast, kam auch die Frage nach deiner größten Niederlage. Du hast von der Scheidung deiner Eltern erzählt. Mich hat das extrem berührt und mitgenommen. Ich denke wir sind die Generation (ich bin selbst 28), in der gefühlt jeder Zweite ein Scheidungskind ist. Bei manchen ist dieses Erlebnis weniger dramatisch, bei anderen mehr. Aber egal wie, ich denke, dass diese Sache unsere Generation extrem prägt. Alleine schon, dass du die Scheidung deiner Eltern als DEINE größte Niederlage empfindest…Ich hatte ein Tränchen in den Augen. Wirklich. Dieses Thema ist eine Sache über die überhaupt gar nicht gesprochen wird, doch bestimmt sind so viele in deiner Zielgruppe betreffen. So wie ich auch. Die Scheidung meiner Eltern ist 15 Jahre her, aber sie überkommt mich immer wieder und hat mich gebrochen.

    Glaubst du, die Scheidung deiner Eltern hat dich in Bezug auf deine Beziehung verändert oder geprägt? Wie sieht es mit deinem Vertauen in eine Beziehung aus? Ich meine da nicht nur Liebesbeziehung sondern auch zu Freunden und Familie. Denkst du, es ist entscheidend wie alt man bei der Scheidung der Eltern ist? Hast du Geschwister und wenn ja, hat euch diese Scheidung vielleicht mehr zusammengeschweißt? Was hat dir geholfen, über die Scheidung deiner Eltern hinweg zu kommen? Hast du dir selbst Vorwürfe gemacht? Wie kommt es, dass du die Scheidung deiner Eltern als DEINE größte Niederlage siehst? Welchen Ratschlag würdest du diesbezüglich deinem jüngerem „Ich“ geben?

    Ich kann absolut verstehen, wenn du dich zu diesem Thema nicht äußern möchtet. Ich bin mir sicher, dass auch du deswegen schon ein Meer an Tränen vergossen hast und, dass es wahnsinnig schwer ist, darüber zu sprechen. Aber vielleicht hast du ja den Mut es doch zu tun? Es ist nur so eine Idee, aber ich hatte so ein Gefühl der Erleichterung, als ich deinen Beitrag gelesen habe. Ich habe sehr oft das Gefühl, dass ich alleine bin mit dieser Erfahrung, obwohl ich weiß, wie viele Scheidungskinder es gibt. Vielleicht kannst du uns helfen ein „wir sind nicht alleine“ Gefühl zu bekommen.

    Bleib genau so wie du bist ❤️

    Liebe Grüße aus Ingolstadt
    Larissa

     

    #7: Mein Leben als Scheidungskind

    Über Schmerz, das Gefühl einer zerbrochenen Familie und entstandene Stärke 

    Liebe Larissa,

    da du, wie du selbst sagst, sonst nicht so der Typ für Kommentare bist, freut mich dein Letter to the Editor umso mehr. Nicht nur, weil du vielleicht beim Schreiben ein klein bisschen über deinen Schatten gesprungen bist, sondern auch, weil du und ich ein Schicksal teilen. Und du dies offen und ehrlich mit mir und den anderen hier teilst. Du und ich, wir sind Scheidungskind. Und ich bin mir sicher, dass der ein oder andere, der das hier liest, es auch ist.

    Um ehrlich zu sein habe ich lange überlebt, wie ich diesen LTTE angehe. Wie weit ich mich in meine Kindheit zurückwerfen lassen (möchte), wie tief ich euch blicken lassen kann und will. Dieses Thema ist extrem persönlich, sehr emotional und nach all den Jahren immer noch kein schönes. Daher schreibe ich jetzt einfach mal drauf los und schaue, wohin mich die Buchstaben, Wörter und Zeilen hier bringen.

    Wenn die Familie zerbricht 

    Ich war 10 Jahre alt, als sich meine Eltern scheiden ließen. Wir wohnten damals in einem Haus mit großem Garten am Ende einer ruhigen Seitenstraße. Besaßen ein Auto, ich hatte ein schönes Zimmer mit buntem Teppichboden und meine Kindheit verlief bis dahin ziemlich reibungslos. Ich war alles in allem ein glückliches Kind. In der Schule war ich zwar nie die beste aber auch nie die schlechteste. Mein Zeugnis bestand in der Grundschule überwiegend aus einer soliden drei. Vom Typ her war ich immer eher schüchtern anstatt der extrovertierte Klassenclown. Mein Freundeskreis war immer ziemlich überschaubar und meine Hobbies normal.

    Eigentlich war ich der klassische Durchschnittstyp und damit glücklich. Meine Eltern liebten mich, sie sahen Potential in mir, welches ich ziemlich lange nicht sah, und übten nie Druck auf mich aus. Sie ließen mich machen, stupsten mich hier und da in die richtige Richtung und wollten einfach immer nur, dass es mir gut geht und ich glücklich bin. Ich. Ihr Kind.

    Erst du, dann ich!

    Den größten Fehler, den die meisten Eltern (intuitiv) machen ist, dass sie ihr eigenes Glück hinter das ihrer Kinder stellen. Eltern zu sein heißt oftmals Kompromisse einzugehen, zurückzustecken und seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse hinten an zu stellen – um des Kindes Willen. Bis es nicht mehr geht. Ich werde den Moment, als meine Mutter zu mir sagte „Nina, wir ziehen aus und ab heute hast du dein erstes eigenes Handy, damit ich dich immer erreichen kann.“ nie vergessen.

    Jetzt könnte man meinen, dass dieser Satz mich wie ein Schlag traf, aber das wäre gelogen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich schlichtweg nicht, was dieser Satz für mich und mein weiteres Leben bedeuten würde. Was auf meine Mutter und mich zukommen würde. Wie sich mein Leben schlagartig verändern würde. Ich war einfach noch zu sehr Kind und zu wenig Erwachsener. Das einzige was ich wusste war: meine Mutter hatte sich diese Entscheidung viele schlaflose Nächte kosten lassen. Sie hatte bis dahin oft in meinem und nicht in ihrem Interesse gehandelt. Hatte ab einem gewissen Zeitpunkt, und auf eine gewisse Art und Weise, auf ihr persönliches Glück verzichtet. Bis, ja bis es einfach nicht mehr ging. Das war im Jahr 2001.

    Nach der Trennung meiner Eltern lebte ich bei meiner Mutter. Wir zogen gemeinsam aus dem Haus aus, ließen den Garten, das Auto und mein schönes Zimmer zurück. Und ich ein Stück weit auch meinen Papa. Unser neues Leben hätte nicht kontrastreicher sein können. Das ruhig gelegene Haus mit Garten tauschten wir gegen eine kleine Wohnung mit Balkon an einer viel befahrenen Straße und auch der Bus ersetzte ab sofort das Auto. Nicht nur, dass meine Mutter von da an sämtliche finanzielle Belange alleine tragen musste, sie zerriss sich auch quasi in der Luft, um mir ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Sie war ab jetzt alleinerziehende Mutter mit einem Kind kurz vor der Pubertät. Meine Mutter tat alles dafür, um die große Veränderung so leicht wie möglich zu machen. Und ja, sie schaffe es!

    Was dich nicht umbringt macht dich stärker 

    Was dich nicht umbringt macht dich stärker. Dieser Satz ist eine Floskel – ich weiß. Aber verdammt, er stimmt. In den 00er Jahren war man als Scheidungskind noch ein echter Exot. Besonders dann, wenn man in einem kleinen Dorf wie ich aufwuchs, indem jeder gefühlt mehr mit den Problemen und Vorgärten der anderen beschäftigt war, als mit seinen eigenen. Während sich also Nachbarn, Bekannte und andere sensationsgeile Menschen den Mund zerrissen, fingen meine Mutter und ich an unser Leben neu zu sortieren. Und wir waren gar nicht so schlecht darin.

    Meine Mutter war schon immer eine wahnsinnig starke Frau. Sie ist die stärkste Frau, die ich kenne. Denn wahre Stärke zeichnet sich nicht dadurch aus, aus tollen Situationen noch besser hervorzugehen. Wahre Stärke erkennt man in den Menschen, die es schaffen Berge zu überwinden, die größer und höher sind als sie gucken können. Und sich trotzdem nicht davor scheuen, diese Berge zu überqueren und sich gleichzeitig auf diesem Weg nicht selbst verlieren. Meine Mutter hatte währenddessen noch mich und meine Pubertät, finanzielle Herausforderungen und andere Alltagsprobleme auf dem Rücken mitzutragen.

    Es gibt Momente in denen ich mich noch heute fragen, wie sie es geschafft hat, all das unter einen Hut zu bringen. Wie sie diesen Balanceakt auf High Heels (Arbeitsleben) und zwei vollen Einkaufstaschen in den Armbeugen (Privatleben) über mehrere Jahre hinweg mehr als erfolgreich gemeistert hat. Meine Mutter ist der stärkste Mensch den ich kenne und es macht mich unfassbar stolz ihre Tochter zu sein. Sie ist ein Vorbild für mich und meine größte Inspiration, wenn es darum geht, sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen (egal wann) und für sein ganz persönliches Glück zu kämpfen.

    Dein Charakter ist ein Spiegel deiner Seele

    Heute, 17 Jahre nach der Trennung meiner Eltern, bin ich erwachsen. Ich bin eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Die glücklich ist. Ich glaube wenn die Scheidung meiner Eltern eines mit mir gemacht hat, dann war es mich und meinen Charakter nachhaltig und intuitiv zu formen. Würde man mich heute nach drei signifikanten Charaktereigenschaften meiner selbst fragen, würde ich folgendes antworten: Ich bin ein absoluter Gerechtigkeitsfanatiker, ich habe eine starke Meinung, für die ich kämpfe und ich habe einen sehr ausgeprägten Unabhängigkeitssinn

    Alle drei Charaktereigenschaften sind Resultate bestimmter Erlebnisse und Ereignisse in meinem Leben. Als stärkstes und prägendstes Ereignis würde ich die Scheidung meine Eltern bezeichnen. Vielleicht habe ich an manch einer Stelle auch den ein oder andern Knacks davongetragen, wie bspw. der fehlende Wunsch nach einer Hochzeit. Für mich hat die Ehe leider nicht die Bedeutung, die sie für viele andere hat. Ich kann Menschen heute gut vertrauen, bin ein sehr emotionaler und herzlicher Mensch. Durch die Scheidung meiner Eltern habe ich allerdings am eigenen Leib erfahren, dass ein Ring am Finger rein gar nichts über das Glück oder die Liebe zwischen zwei Menschen aussagt. Im Gegenteil.

    Ein Ring am Finger legt einem vielleicht auch indirekt eine gewisse Verpflichtung auf und hemmt einen daran, bestimmte Entscheidungen in seinem eigenen Interesse zu treffen. Rückblickend kann ich sagen, dass ich die Trennung meiner Eltern gut verkraftet habe. Sie hat mich stark gemacht. Ich bin durch sie ein Stück weit gebrochen, aber am Ende deutlich mehr gewachsen. Sie hat mir gezeigt, dass man sein eigenes Glück braucht und dafür kämpfen sollte, denn nur, wenn man selbst glücklich und zufrieden im Leben ist, kann man dies auf die Menschen um sich herum übertragen.

    Die Sache mit der Schuld und dem Schmerz

    Man sollte eines nie vergessen: Liebe hat die Aufgabe Glück und Zufriedenheit in den Menschen hervorzurufen. Wenn sie dazu nicht mehr in der Lage ist, muss man erkennen, dass es an der Zeit ist weiterzuziehen. Dass in den meisten Fällen mindestens ein Herz dabei auf der Strecke bleibt ist schlimm. Es tut weh. Und genau das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum viele Menschen dieses „Weiterziehen“ viel zu lange vor sich herschieben. Das ist falsch.

    Ein trauriges Herz wird zwangsläufig dazu führen, dass auch andere Herzen traurig werden. Denn wie oben geschrieben glaube ich, dass man eigenes, inneres Glück braucht, um andere Menschen glücklich zu machen. Es sind die kleinen aber feinen Emotionen, die niemand wirklich nachvollziehen kann und die doch so viel mit uns machen. Für Gefühle kann niemand etwas und daher ist es wichtig zu verstehen, dass niemand Schuld hat. Weder eine Mama, noch ein Papa, noch ein Kind.

    Und trotzdem fühlt sich eine Trennung/Scheidung immer wie eine traurige Niederlage an. Ich empfinde so, weil ich damals nicht in der Lage war etwas zu unternehmen. Weil ich nicht helfen konnte. Weil ich, meinem Alter geschuldet, nur stiller Teilnehmer war und zusehen musste, wie das Kartenhaus erst leise und dann mit einem großen Knall in sich zusammenfiel. Mein persönliches Glück war, dass ich all das damals gar nicht so wahrgenommen habe – auch dank der wundervollen Erziehung meiner Mutter. Erst vor ein paar Jahren, mit Mitte 20, habe ich realisiert, dass all diese Dinge Einfluss auf mich, mein Leben, meine Entscheidungen und Charakterzüge hatten und haben. Und das ist ok. Ich kann es nicht ändern. Diese Dinge sind ein Teil von mir. Ich habe das große Glück mit Patrick einen extrem verständnis- und liebevollen Partner an meiner Seite zu haben, der mich so liebt wie ich bin. Unperfekt.

    Zeit heilt die Wunden…

    Und das Verhältnis zu meinem Dad? Das war die ersten Jahre nach der Trennung/Scheidung meiner Eltern ehrlich gesagt leider nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. 10% der Scheidungen in Deutschland sind hochstrittig. Auch die Scheidung meiner Eltern gehörte leider dazu. Es gab hier und da ein paar unschöne Dinge, die ich hier aus persönlichen Gründen nicht weiter ausführen möchte.

    Nur so viel: Das Problem bei Trennungen sind Gefühle. Sie rufen hin und wieder Charaktereigenschaften in uns hervor, die wir sonst vielleicht gar nicht haben. Verleiten uns dazu Dinge zu tun, die wir eigentlich gar nicht tun wollen. Gefühle sind einfach sehr schwer in den Griff zu bekommen und die daraus resultierenden Dinge, machen ab und zu mehr kaputt, als das sie am Ende helfen. Doch Zeit heilt die Wunden. Mittlerweile haben mein Papa und ich wieder ein ganz tolles Verhältnis und ich liebe ihn sehr. Er ist ein wunderbarer Mensch, der sich für seine Mitmenschen aufopfert und das Herz am rechten Fleck trägt. Auch die Beziehung zwischen meinen Eltern ist mittlerweile so, wie ich sie mir sehr lange gewünscht habe und dafür bin ich unendlich dankbar.

    Ich weiß heute, dass die Scheidung meiner Eltern richtig und notwendig war, wenn auch schmerzhaft. Aber nur so hatten sowohl meine Mama, als auch mein Papa die Chance wieder ehrlich und aufrichtig glücklich zu werden. 

    41 Kommentare

    1. Katha
      17. Februar 2019 / 17:01

      Liebe Nina,

      ich habe deinen Post vorgestern gelesen und überlege seitdem, ob ich dazu etwas schreiben möchte. Ich tue es gerade offenbar. Seit deinen Zeilen habe ich mal wieder intensiv darüber nachgedacht, was meine Erfahrungen als Scheidungskind mit und aus mir gemacht haben.
      Anders als Du kenne ich es nicht anders, meine Eltern sind geschieden / getrennt seit ich drei Jahre alt bin. Durch den Hintergrund, dass mein Vater meine Mama mit ihrer damaligen besten Freundin betrogen hat, lief die Scheidung komplett über Anwälte.

      Meiner Mama kann ich nur Hochachtung zollen: Nicht nur, dass sie mit zwei kleinen Kindern (meine Schwester ist lediglich 16 Monate jünger) alleinerziehend war, sie hat nach der Trennung auch noch eine weitere Ausbildung gemacht. Mehr als einmal war es finanziell eng bei uns und dennoch hat sie immer versucht, alles möglich zu machen und unzählige male für ihre Kinder zurückgesteckt.
      Mit meiner Mama habe ich eine sehr enge Beziehung. Das liegt sich auch daran, dass wir beide viele gleiche Interessen und Eigenschaften teilen und ich mich immer auf sie verlassen kann.

      Mit meinem Vater hingegen habe ich bis heute ein schwieriges und auch unterkühltes Verhältnis. Daddys Girl werde ich garantiert nicht mehr. Im Gegensatz zu meiner Mama habe ich keine Gemeinsamkeiten mit meinem Vater, oftmals frage ich mich sogar, worüber ich mit ihm reden soll. Da meine Eltern charakterlich so verschieden sind, habe ich mich schon so oft gefragt, wie es kam dass sie sich zumindest am Anfang ineinander verliebten und heirateten?!
      In meinen frühen Zwanzigern war ich dann erstmals an dem Punkt, die Scheidung meiner Eltern differenzierter zu betrachten und mir war es immer mehr zu wieder, meinen Vater zu sehen. Wenn überhaupt war da ein Pflichttermin, den man eben abhaken muss. Dramen mit Tränen vor oder nach so einem Besuch waren die Regel. Zu diesem Zeitpunkt war ich der Meinung, dass für ich und mein Wohlbefinden besser wäre, komplett mit meinem Vater zu brechen. Ich hatte aber nicht den Mut dazu ihm das zu sagen. Aktuell habe ich mich mehr oder weniger damit arrangiert, ihn drei oder vier Mal im Jahr zu sehen und Small Talk mit ihm zu machen, mehr aber auch nicht. Selbst jetzt, sind meine Gefühle dazu gerade schwer in Worte zu fassen.

      Was ich aber weiß ist, dass die Scheidung meiner Eltern mein Charakter geprägt hat. Mir ist bewusst, dass ich wenige Menschen nah an mich heranlasse. Bevor ich mir über die Absichten von jemand nicht sicher bin lege, ich wie selbstverständlich einen Schutzpanzer um mich herum an. Für neue Freundschaften aber vor allem Beziehungen ist genau das problematisch: Bisher habe ich noch keinen Mann kennen gelernt, der so viel Geduld und Verständnis mit mir hatte, damit ich an den Punkt kommen konnte, mich wirklich zu öffnen.

      Abschließend möchte ich dir danken, dass du das Thema Scheidung der Eltern angesprochen hast. Natürlich ist das heute keine Seltenheit mehr das Paare sich trennen, dennoch wird nie darüber gesprochen, was es mit einem als Kind macht. Ich beende nun hiermit mein Wort zum Sonntag.

      Liebe Grüße,
      Katha

    2. Katja
      16. Februar 2019 / 17:24

      Liebe Nina, ein Gänsehaut Beitrag❤️ Ich finde es bemerkenswert wie du das ganze zu „Papier“ bringst und mit uns teilst. Diese Erfahrung mit der Scheidung deiner Eltern hat dich gerade zu dieser wundervollen Person gemacht die du bist! Vlt. machst du irgendwann mal eine Familienaufstellung, mir hat das sehr geholfen. Und zum Thema Ehe, meine Eltern waren nie verheiratet und haben sich als ich ca. 2 Jahre war getrennt. Mir wurde als Teenager mal gesagt: na das ist ja nicht schön wenn man ein uneheliches Kind ist! Das hat mich damals soooo getroffen und traurig gemacht. Was ich damit sagen will, egal ob mit oder ohne Ring, eine Garantie im Leben gibt es nie. Man muss loslassen können (von Menschen, Erfahrungen, materiellen Dingen) und am Ende von seinem eigenen Leben. Dazwischen Vertrauen wir einfach darauf dass überall nur das Beste und Schönste auf uns wartet! 😘❤️

    3. Mary Spurdzins
      16. Februar 2019 / 13:45

      Wenn sich die Eltern trennen ist es nie leicht. Mein Vater ist ausgezogen, da war ich schon 30. Das er, sie beide, unglücklich waren, ging wohl schon länger so, wurde aber gut versteckt. Als absolutes Daddy’s Girl fand ich es sehr schwierig. War mein ganzes Leben, also der Happy Family Teil nur eine Lüge? Ich habe meinen Vater danach nur ein zwei Mal im Jahr gesehen und jedes mal war es nur seltsam. Es hat mich angewidert von ihm umarmt zu werden, das einzige Thema worüber wir reden konnten war die Arbeit…ich war jedesmal froh wenn ich nach Hause konnte. Kurz vor seinem Tod schrieb er mir eine Mail, der letzte Satz: Du weißt das ich Dich liebe…
      Ganz ehrlich…Nein, das weiß ich nicht…
      Und jetzt ist es zu spät an dem Verhältnis etwas zu ändern. Damit muss ich leben.

    4. Hannah
      16. Februar 2019 / 1:39

      Wow ich kann alles eins zu eins mitfühlen. 😳 du hast dieses unglückliche Geschehen so wunderschön formuliert und erklärt. Vielen Dank. 🥰

    5. Maxi
      15. Februar 2019 / 23:37

      Liebe Nina,
      meine Eltern hatten in diesem Januar ihren 30. Jahrestag. Was ihre Beziehung angeht sind sie meine größten Vorbilder. Trotz uns Kinder haben sie nie vergessen “Paar” zu sein und sich nicht um ein guter Elternteil zu sein aufgeben. Trotzdem betonen sie immer und immer wieder, dass eine gesunde Beziehung viel Arbeit bedeutet und Höhen und Tiefen erlebt.
      Obwohl ich also selbst nicht Scheidungskind bin hat mich dein LTTE sehr bewegt, danke für deine/eure tolle Arbeit in der Social Media Szene.
      Liebe Grüße, Maxi

    6. Antonia
      15. Februar 2019 / 22:14

      Liebe Nina,
      nachdem du bei Instagram angekündigt hattest, dass dich der neue Letter ziemlich beschäftigt, war ich wirklich gespannt.
      Eben bin ich auf deinem Blog und als ich die Überschrift gelesen hatte, ein kurzer Schock.
      Ja, dieses Thema betrifft mich auch. Ich bin mittlerweile 25 Jahre alt und meine Eltern haben sich vor 4 Jahren getrennt. Damals ist meine Welt zusammen gebrochen und auch ehrlich gesagt bis heute nicht richtig geheilt. Ich hatte die perfekte Kindheit und als ich zum studieren ausgezogen bin, hatte ich nicht mitbekommen, was zuhause abläuft. Streit, Geldprobleme, mehr Verantwortung, neue Partner und ständig steht man zwischen den Stühlen. Ich bin definitiv deiner Meinung, dass Eltern ihr eigenes Glück finden sollen. Aber ich wünsche mir für all diejenigen, die das ebenso durchmachen müssen, dass ihre Eltern sich fair behandeln und nicht alles auf dem Rücken der Kinder austragen.

      Hiermit wollte ich dir nochmal ein großes Lob aussprechen. Dein Blog und du sind einfach nur toll.

    7. D
      15. Februar 2019 / 21:54

      Liebe Nina,
      Es ist auch für mich das erste Mal das ich auf einem Blog etwas lommentiere aber da mich dieses Thema als Scheidungskind ebenfalls betrifft finde ich es wichtig seine Gedanken darüber zu teilen!
      Ich finde grade den Gedanken daran, dass Eltern ihr eigenes Wohl und ihre eigenen Bedürfnisse immer hinter die des eigenen Kindes stellen einerseits sehr positiv andererseits aber auch nicht.
      Als meine Eltern sich scheiden ließen war ich 8, meine Schwester 5 Jahre alt. Wir sind bei meinem Vater großgeworden. Als ich kleiner war habe ich das alles nicht so gesehen aber rückblickend hat mein Vater alles für uns gegeben. Er hatte keine Unterstützung von Freunden, hier und da etwas von der Familie aber den Großteil aller Aufgaben und Probleme hat er alleine bewältigt. Damit wir in eine neue, schöne Wohnung ziehen konnten in der wir uns wohlfühlen, um unsere Klassenfahrten bezahlen zu können und um uns das bestmögliche zu bieten hat er sich total verschuldet. Daran hat er heute noch zu knabbern. Wir hatten nie viel Geld, mussten jeden Cent umdrehen aber uns Kindern hat es nie an etwas gefehlt! Es gab Tage an denen mein Papa nichts oder nur ganz wenig gegessen hat damit wir satt wurden. Während ich das hier schreibe wird mir erstmal bewusst wie krass es eigentlich ist das es sowas in Deutschland gibt! Generell hat mein Papa nie an sich gedacht, wir haben nie mitbekommen das es ihm auch mal schlecht ging. Leider hat ihn das alles im Laufe der Zeit psychisch krank gemacht, er hat vergessen auch mal an sich zu denken und sich irgendwann immer mehr zurückgezogen als wir groß waren. Ich bin meinem Papa unendlich dankbar- dafür das er uns so toll und selbstständig großgezogen hat und für alle Werte die er uns vermittelt hat. Für mich ist mein Papa mein Superheld und der stärkste Mann den ich kenne!
      Ich fühle mich nicht schuldig daran, dieses Gefühl hat er uns nie gegeben aber ich denke heute das es für ihn wohl besser gewesen wäre wenn er keine Kinder bekommen hätte. Einfach weil ihm diese stressigen Jahre mit so viel Verantwortung erspart geblieben wären. Ich habe mit ihm mal über diesen Gedanken gesprochen und obwohl er so viel Stress und Verantwortung, so viele Probleme aushalten musste hat er zu mir gesagt das wir das beste sind was ihm in seinem Leben passiert ist! Das ist Liebe! Genau das! Mir kommen auch jetzt noch die Tränen weil ich einfach so dankbar bin so einen wundervollen Papa zu haben!
      Ich bin jetzt fast 30 und denke auch über Kinder nach. Ich habe keine Angst vor der Verantwortung, okay vielleicht ein bisschen. Aber so blöd es sich auch anhört ich habe Angat das durch ein Kind vielleicht meine Beziehung kaputt geht in der ich wirklich sehr glücklich bin! Ich weiß nicht genau warum ich diesen Gedanken habe, ich weiß das wir Kinder nie schuld an der Scheidung meiner Eltern waren, aber dennoch macht es mir große Angst! Ich möchte mich selbst und meinen Parnter, unsere gemeinsamen Bedürfnisse nicht vergessen und ignorieren aber machen Eltern nicht genau das? Kann ich überhaupt eine gute Mutter sein wenn ich diesen Gedanken habe das ich nicht alles für mein Kind geben würde?

      Danke für diesen tollen Post der wirklich nachdenklich macht!

    8. Stephie
      15. Februar 2019 / 19:38

      Ganz toller Beitrag!!! I feel you…Genau sowas habe ich auch mit ca. 10 durchgemacht. Wir waren aber 3 Kinder und meine Mama hat dann erst mit Anfang 30 eine Ausbildung angefangen. War schwer, weil mein Vater dann auch eine andere Frau hatte, die allerdings ganz nett war. Ein bissl war ich dann doch froh, dass das Drama vorbei war. Heute mit fast 30 habe ich auch keinen ausprägenden Wunsch nach einer Traumhochzeit, wie das manch eine Instagrammerin zelebriert (12k für Hochzeitskleider, 120 Gäste, pompöse Location, am besten am Strand, Flitterwochen auf den Malediven,…teurer Spaß)…Finde ich kitschig, aber iwie auch richtig furchtbar. Dann nehme ich lieber das Geld und mach ne außergewöhnliche Reise und spende für den guten Zweck (Meine nicht-Scheidungskinder-Freundinnen mögen auch eher dezente kleine Zeremonien mit Essen)…
      Naja wichtig ist es, dass man versteht, dass man selbst keine Schuld an sowas hat. Es kann jedem passieren und muss mit dem Leben seinen Lauf lassen…Wenn es passt, dann ist gut, wenn nicht, dann ist es auch gut so!

    9. Jule
      15. Februar 2019 / 19:13

      Liebe Nina,
      ich danke dir dafür, dass du so mutig warst und uns so tiefe Einblicke in dein Leben gewährt hast.
      Ich komme aus einer einer sehr liebevollen und intakten Familie. Doch da bin ich in meinem Freundes- oder Bekanntenkreis tatsächlich leider eine der Ausnahmen. Fast alle anderen sind Scheidungskinder – und wenn sie mir ihre Geschichten erzählen, wird mir jedesmal bewusst, wie behütet ich aufgewachsen bin. Denn wo ich früher noch dachte, dass mein Leben „normal“ ist, muss ich immer wieder feststellen, dass dem nicht so ist. Ich war mir der Liebe meiner Eltern stets bewusst, sie waren beide immer für mich da, wir hatten und haben wunderbare gemeinsame Stunden miteinander verbracht. Es wurde sich nie ausufernd vor mir oder über mich gestritten. Es wurde nie ein Wettbewerb veranstaltet, wer der bessere Elternteil war. Ich musste nie zwischen meinen Eltern entscheiden, wo ich meine Feiertage oder Wocjenenden verbringen wollte. Ich musste niemals meine Eltern verklagen, dass Sie mich finanziell unterstützen.
      Heute weiß ich – dank der Schicksale meiner Freunde – wie glücklich ich mich schätzen kann.
      Ich weiß aber auch durch ihre Geschichten, die ich teilweise hautnah miterlebte, weil sie sich buchstäblich vor mir abspielten, wie schwierig es als Scheidungskind war/ist. Ich hoffe, dass deine Geschichte anderen dabei hilft, an ihrem eigenen Leben zu wachsen. Und danke dir dafür, dsss du sie mit uns teilst.
      Alles Liebe
      Jule

    10. Kim
      15. Februar 2019 / 18:57

      Liebste Nina,
      Seit Jahren verfolge ich dich und deine Arbeit eher still und heimlich. Seit ich dich damals in München kennenlernen durfte, hast du mich gefesselt und deine unsagbar tolle Arbeit mich nie wieder losgelassen.
      Du bist so eine starke Frau, die dabei so herzlich ist und deren gesamtes Erscheinungsbild so viel Wärme und Lebensfreude ausstrahlt.
      Du warst und bist für mich immer ein Vorbild. Sowohl die beruflichen Seiten, die ich mit dir und an dir kennenlernen durfte, als auch privat und menschlich.
      Und diese Zeilen von dir zu lesen, berührt mich einfach so tief, dass ich dieses Mal etwas für dich dalassen muss. Du gibst uns allen tagtäglich so viel durch deinen so hochwertigen (Fashion)Content, deine Stories, Blogbeiträge und Einblicke in dein Leben.
      Dieses LTTE ist so fesselnd, ermutigend und voller Liebe.
      Auch bin ich ein Scheidungskind und kann so vieles so gut nachempfinden.
      Ich war damals 12, mein kleiner Bruder vier Jahre jünger als ich. Meine Eltern haben uns es damals ganz nebenbei an einem Samstagabend beim Fernsehen gesagt.
      Nicht nur, dass sie sich trennen würden schwebte dann wie eine dunkle Wolke über uns, so gestand meine Mutter uns ebenso, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist.
      Meine Mutter zog uns zu liebe aus dem gemeinsamen Haus, damit sich für uns Kinder erstmal nicht viel veränderte, suchte sich eine eignen Wohnung und fing dann ihre erste Chemo an.
      Ich musste auf einen mal erwachsen sein. Nicht nur, dass Mama nicht mehr kochte und Wäsche wusch, wir sahen sie auch so kaum, weil sie nur noch im Krankenhaus war.
      Sie versuchte den Spagat zwischen Mutter sein und gesund werden und in diesem Fall waren wir es die dabei doppelt leiden mussten, da nicht nur alles anders war und Mama fehlte, sondern man auch jeden Tag mit der Angst lebte, dass sie diesen Kampf vielleicht verliert.
      Mein kleiner Bruder war damals viel zu jung um das alles zu verstehen. Mein Vater hat viel gearbeitet und wir waren oft alleine. Ich musste alle Pflichten übernehmen; kochte, machte den Haushalt und brachte ihm zum Fußball Training. Nebenbei war ich selbst in der wohl schwersten Phase; Pubertät, erster Freund und schulischer Druck. Ich stritt mich oft mit meinem Vater um meinen kleinen Bruder zu schützen und entfernte mich damit immer weiter von meinem Vater. Leider war die Trennung und die anschließende Scheidung alles andere als harmonisch.
      Meine Eltern verlangten auf einmal von mir erwachsen zu sein, wie eine Erwachsenen zu denken und zu handeln, und benahmen sich dabei selbst wie Kinder. Viele der Streitigkeiten wurden auf unserem Rücken ausgetragen, bis wir schließlich bei unserem Vater auszogen.
      Bis heute ist mein Verhältnis zu meinem Vater angespannt und alles andere als herzlich.
      Meiner Mutter geht es wieder gut, den Krebs hat sie besiegt. Die Beziehung zu meinem Bruder ist inniger als alles andere. Ich hab nun mein eigenes Leben, wohne mit meinem Freund zusammen und viel Abstand zu all dem. Ich würde mir nicht wieder wünschen, dass meine Eltern wieder zusammen kommen. Klar ist es toll eine intake Famile zu haben, mit Eltern, die „ewig“ zusammen bleiben. Aber ich habe einen tollen Stiefpapa und bin durch all diese Herausforferungen so gewachsen.
      Mir fehlen die Jahre mit meiner Mitter ungemein, aber wir sind auf einem guten Weg das jetzt nach ihrer Erkrankung wieder nachzuholen. Sie ist eine unglaublich starke Frau und musste so viel durchstehen. Ein Stück ihrer Stärke habe ich in mir gefunden, in genau der Zeit in der ich mich am schwächsten gefühlt habe.
      Vielleicht kann ich ganz bald auch mit meinem Vater alles ins Reine bringen. Das würde ich mir für die Zulunft wünschen. Bis dahin geht es mir ohne den Kontakt tatsächlich besser.

      Danke dir für deinen Mut und für deine umarmenden Worte.
      Auch dieser Blogbeitrag hat mir wieder einmal gezeigt was für eine herausragende Frau du bist. Bitte bleib so wie du bist und uns, deine Lesern und treuen Followern, genau so erhalten.
      Ganz viel Liebe ❤️

    11. 15. Februar 2019 / 18:36

      Meine liebe Nina.
      Allein die Tatsache, dass 250.000 Ehen in Deutschland geschieden werden, ist erschreckend. Schön, dass Deine Leserin Larissa dieses Thema aufgegriffen hat. Und schön, dass Du Deine Antworten ganz intuitiv hier aufgeschrieben hast.
      Es berührt mich, dass Du sagst: Meine Eltern sahen Potential in mir. Das ist SO wertvoll für ein Kind. In Deinen Beschreibungen bestätigt sich, dass Deine Mutter ein wundervoller Mensch sein muss und man spürt in jeder Deiner Zeilen, wie sehr Ihr miteinander verbunden seid.
      Patrick und Du seid der beste Beweis, dass man als Paar auch ohne Ring am Finger ein echtes Dream Team sein kann.
      Du schreibst: Beim „Weiterziehen“ bleibt mindestens ein Herz auf der Strecke. Nicht selten ist es auch das Herz des Kindes.
      So war es bei mir. Bei der Scheidung meiner Eltern war ich winzig klein. Wie viel es trotzdem mit mir gemacht hat, spüre ich erst jetzt.
      Die Angst, nach meinem Vater auch meine Mutter verlieren zu können, war so groß, dass ich ihr lange Zeit auf Schritt und Tritt gefolgt bin. So lange, bis mein Stiefvater es verboten hat.
      Und jetzt?
      Bin ich ungefähr in der Mitte meines Lebens angekommen und versuche neu zu lernen, wie man anderen Menschen – und am wichtigsten – sich selbst und dem Leben wieder vertraut …
      Danke für diesen Beitrag, liebe Nina.
      Deine Steffi

    12. Marlene
      15. Februar 2019 / 17:04

      Liebe Nina,
      danke für deine offenen Worte! Ich habe deinen LTTE gerade zwei mal gelesen und bin sehr berührt und auch beeindruckt.
      Ich selbst bin kein Scheidungskind und weiß deshalb nicht wie sich das anfühlt und wie dadurch das eigene Leben auf den Kopf gestellt wird. Das ist mir fremd und doch ist mir durch deine Worte ein Stück weit klar geworden was so ein Ereignis im Leben bedeutet und was ich für ein Glück habe, dass das in meinem Leben nicht passiert ist.
      Es ist beeindruckend zu lesen wie sich durch dieses traurige Erlebnis dein Leben verändert hat und es dich zugleich erschüttert, aber auch geprägt und zu einem stärkeren Mensch gemacht hat.

      Danke für deinen bewegenden Beitrag! Nein, danke für ALL deine Beiträge!
      Du bist so eine tolle und starke Frau und für mich wirklich ein Vorbild!

      Liebe Grüße
      Marlene

    13. Charline
      15. Februar 2019 / 15:03

      Hallo Nina,

      Wie manch andere hier, gehöre auch ich eher zu den „stillen Lesern“. Allerdings habe ich jetzt definitiv das Bedürfnis dir mitteilen zu wollen, dass ich es bewundernswert finde, wie du mit diesem Thema öffentlich umgehst. Ich habe mich die letzten Tage schon gefragt zu welchem Thema du wohl einen LTTE schreibst und damit hätte ich nicht gerechnet, da es doch sehr persönlich ist. Ich bin kein richtiges Scheidungskind, doch meine Eltern waren verlobt und haben sich dann doch getrennt. Zu dem Zeitpunkt war ich allerdings drei Jahre alt und habe es trotzdem in einem gewissen Maße mitbekommen. Daher finde ich es stark, wie du mit der Situation umgegangen bist und wie du darüber denkst. Das sagt auch etwas über deinen starken und verständnisvollen Charakter aus. Behalte das bitte bei!

      Ich habe heute noch damit zu kämpfen. Das liegt allerdings an dem daraus resultierten schlechten Verhältnis zu meinem Vater. Deshalb finde ich es besonders toll, dass ihr danach wieder alle Mann zu einander gefunden habt.

      Liebe Grüße

    14. Janina
      15. Februar 2019 / 14:18

      Ich habe viele verschiedene Erinnerungen an die Scheidung meiner Eltern. Ich war 6 Jahre alt, und kann mich z.B. noch an den Tag erinnern, an dem ich erfuhr, dass Mama nicht mehr zuhause schläft. Sie ist morgens gekommen, bevor wir aufgestanden sind und war dann den ganzen Tag da, und ist erst Abends gegangen, als wir im Bett waren.

      So schlimm das alles damals auch war, so ist das einzige was mich dauerhaft beschäftigt und auch heute noch sehr sehr traurig macht, die fehlende Zeit mit meinem Papa. Ich bin damals mit meinem Bruder und meiner Mama ausgezogen, meinen Papa haben wir alle 2 Wochen übers Wochenende besucht. Die Ferien waren immer fair aufgeteilt. Aber all die Schultage, all die Tage die ich meine Mama wie selbstverständlich gesehen habe, fehlen mir mit meinem Papa. Ich werde sie nie aufholen können, so sehr ich mich heute auch bemühe.

    15. Katrin
      15. Februar 2019 / 14:05

      Liebe Nina,

      ich bin kein Scheidungskind, bin aber zu Tränen von deinem Beitrag gerührt. Es ist etwas so privates, und trotzdem bist du offen und teilst es. Es teilen so viele Personen ein ähnliches Schicksal. Ich kann mir vorstellen, dass das Teilen, Schreiben und Erzählen über das Thema befreiend ist und gut tut. 😊
      Bleib so wie du bist!

      Sonnige Grüße,
      Katrin

    16. Kyra
      15. Februar 2019 / 12:41

      Liebe Nina,

      auch ich bin ein Scheidungskind, allerdings ist dieser der Tod meines Bruders vorangegangen. Dieses Schicksal haben meine Eltern beide unterschiedlich verarbeitet, woraufhin es dann einfach nicht mehr funktioniert hat. Ich erinnere mich aber auch an viele Situationen vor dem
      Tod meines Bruders, bei denen meine Eltern sich gestritten und gezankt haben. Heute denke ich, dass sie sich ebenfalls für uns zusammengerissen haben und eine Trennung schon viel früher notwendig gewesen wäre. Ich hatte keine richtige Trauer als meine Eltern sich haben scheiden lassen – ganz im Gegenteil, ich war irgendwie erleichtert. Als Kind kriegt man einfach doch immer alles mit und ich habe es gehasst sie schreien zu hören. Verändert hat es mich bestimmt – stärker auch auf jeden Fall. Ich habe ähnlich gelebt wie du, mit einer Mama die neben ihrer Trauer um ihren Sohn, sich ebenfalls den Hintern aufgerissen hat, damit es uns gut geht. Leider haben wir uns aufgrund dessen aber jahrelang kaum gesehen, obwohl wir zusammen in einer kleinen Wohnung gewohnt haben. Heute bin ich glücklich, das es so gekommen ist wie es gekommen ist. Meine Eltern streiten sich heute noch, motzen noch heute übereinander. Ich lasse sie einfach, weil ich weis das ich sie nicht ändern kann. Ich glaube das im Leben alles seinen Grund hat und nichts ohne Sinn passiert. Meine Eltern sind beide wieder verheiratet und ich bin endlich glücklich, das beide wieder ihr Glück gefunden haben (und vermutlich jetzt auch die viel besseren Partner an ihrer Seite haben) und ich meine Ruhe, ganz ohne Streitereien, habe.

    17. Laura
      15. Februar 2019 / 12:39

      Liebe Nina,
      einfach Wahnsinn, dass du diese so persönlichen Gefühle so offen und ehrlich mit uns teilst. Meinen größten Respekt davor wie wunderbar du es schaffst dies in Worte zu fassen und die dir wichtigen Themen auf den Punkt zu bringen! Ich bin nun wirklich niemand dem leicht die Tränen kommen (nicht mal bei traurigen Filmen) aber dein Beitrag hat mich so sehr berührt. Vermutlich auch weil ich selbst ein Scheidungskind bin -als mittleres von 3 Kindern. Dein Beitrag regt an seine eigene „Geschichte“ zu reflektieren mit der man sich vielleicht nur ungern auseinander setzt oder oft verdrängen möchte. Auch wenn es schon Personen vor mir kommentiert haben: Man spürt wie sehr du zu deiner Mama stehst und sie als starke Frau bewunderst obgleich ihr es oft nicht leicht hattet. Diese Zeilen berühren sehr 💛.
      Es erinnert auch daran, dass wir unseren Lieben viel öfter sagen sollten wie viel sie uns bedeuten – und macht Mut aus den kleinen und großen Herausforderungen im Leben das Positive zu ziehen und zu erkennen dass nur diese uns so machen wie wir nun mal sind. Perfekt unperfekt. Danke dafür!

    18. Nora
      15. Februar 2019 / 12:24

      Liebe Nina, ein tränentreibender Beitrag – und das für ein nicht Scheidungskind. Wunderschön! Ich habe damals in den 00er Jahren die Trennung der Eltern meiner besten Freundin hautnah miterlebt & war am Boden zerstört (sie zog damals mit der Mutter weg & als Kind ist bereits eine Distanz à 10 Autominuten unverständlich). Bleib wie du bist & behalte deine Stärke. Du bist super, so wie du bist!
      Liebe Grüsse aus der Schweiz, Nora

    19. Nicolina
      15. Februar 2019 / 12:07

      Liebe Nina,

      du sprichst mir aus der Seele mit deinem Beitrag. Ich war auch 10, meine Mama ist ausgezogen – sogar 600 km weit entfernt umgezogen – und unser Papa hat das super gemeistert mit meinem Bruder und mir. Meine Mama hat dann sogar nochmal geheiratet und wir haben einen kleinen wunderbaren Bruder bekommen, da sind wir dann auch zu Mama gezogen ❤️. Auch wenn die Scheidung schwer war, viele Fehler gemacht wurden und viele Umwege genommen wurden, sind inzwischen alle da angekommen, wo sie glücklich sind.
      Danke für deine Ehrlichkeit, besser hätte man es nicht schreiben können.

      Nicolina

    20. Manuela
      15. Februar 2019 / 12:07

      Liebe Nina,

      da du dir Feedback und Anregungen zu deinem sehr persönlichen Post explizit gewünscht hast, ich eher der stillere Leser bin, möchte ich diesem hier einmal nachkommen.

      Ja, auch ich bin Scheidungskind mit 10Jahren geworden. Ich überlege die passenden Worte für meine ganz persönliche Geschichte zu finden. Aber um die Trennung bin ich bis heute sehr froh. Wenn ich Geschichten wie deine lese, freue ich mich für die Aufrichtigkeit deiner Eltern die sie trotz alledem und schmutziger Wäsche untereinander gehabt haben. Sie haben dich wohl doch stark beschützt. Zumindest meine ich dies aus deinen Zeilen heraus zu lesen, auch wenn die Zeiten sicherlich nicht immer einfach waren. Das Schöne ist, dass du herausstellst, dass deine Eltern 1. sich um dich gekümmert haben bzw. deine Mutter alles für dich getan haben. 2. Deine Eltern sich bis heute wieder gut verstehen miteinander und zu 3. Du zu beiden Elternteilen ein super Verhältnis hast.

      Meine Geschichte würde in eine eigene Letter to the Editor Geschichte passen. Meine Eltern haben mich und meine Schwester misshandelt, weil sie sich untereinander nicht besser „zu helfen wussten“. Den Tag der Trennung werde ich nie vergessen, an dem ich nachts aufwachte und plötzlich die Polizei in meinem Kinderzimmer stand. Es ist eine dieser Geschichten die die Dunkelziffer tragen. Mein Vater war hochgradig kriminell und hatte in dieser Nacht ein Vorhaben, dass die Gesellschaft hätte viel früher verhindern können. Ich weiß noch, wie ich mit meiner Schwester zitternd in der linken Hand und in meiner rechten meinen geliebten Wellensittich in seinem Käfig aus dem Haus trug. Wir waren alle drei sehr still. Wussten nicht was auf uns zukommen mag. Hauptsache weg. Weg aus der Hölle. Heute sieht es so aus, dass ich eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung habe. Auch nach diesem Tag hörte die Hölle – wie ich kindlich gedacht habe – nicht auf. Sie ging weiter. Leider. Ich war zwar bei meiner Mutter, zusammen mit meiner Schwester. Doch sie war alles andere als für uns da. Wir mussten unser Leben selbst meistern. Ja auch wir wechselten von einem Haus in eine Wohnung. Da es meiner Mutter so ziemlich egal war, landeten wir hingegen mit einem schwarzen Schimmelfleck im Kinderzimmer, feucht, kalt. Keiner half uns. Ich kann das alles einmal auch in einem Letter to the Editior packen, da ich denke, dass Frauen oder auch Mädchen wie ich früher war nicht den Mund halten sollten. Angst begleitet mich bis heute. Und so traurig und nachvollziehbar ich deine Geschichte als auch die der Leserin finde ist es doch umso schöner die wahren werte darin zu sehen. Natürlich verändert sich dein Leben als Scheidungskind und es zerbricht eine kleine Welt. Ganz klar. Aber gerade weil wir alle die hier lesen erwachsen sind können wir heute reflektierender zurückschauen. Menschen die mir ihre Geschichte erzählen, binde ich meine nicht auf die Nase. Ich tue dies bewusst nicht, da ich nicht sagen will „Ach du, mir ging es viiiiel schlimmer!“ Nein, darum geht es nicht und möchte ich mich eindeutig distanzieren. Jeder erlebt in seiner eigenen Gefühlswelt das was er als wirklich wirklich schlimm empfindet. Und ja. Eine Scheidung ist für jedes Kind schlimm. Aber was ich dann doch auch sagen muss – und deshalb erwähnte ich meine Geschichte kurz – das es Werte gibt die man auch aus solchen Erlebnissen ziehen kann. Positive Werte, bestärkende Werte. Das Verhältnis zu deinen Eltern scheint zb nicht unter der Scheidung gelitten zu haben. Die Fürsorge und Einbettung deiner Mutter das sie immer für dich da war, die Sicherheit die sie dir gegeben hat, ist unsagbar schöner und wirklich essentieller wert. So hast du eben keine Ängste entwickelt wie du dein Leben meisterst, sondern hast dich heute zb in die Selbstständigkeit gestürzt. Werte die uns unterbewusst als Kind vermittelt werden nehmen wir ganz nach C.G. Jung oft nicht wahr. Und doch sind sie reflektierend so wichtig. Traurigkeit über das Misslingen eurer Eltern ist das eine. Aber die gewonnene Sicherheit beim Elternteil das andere. Das Auffangen des Elternteils, die Liebe die man dann doch weiterhin erfährt, das Interesse zum Kind, die Unterstützung beim Wachsen (Abitur oder andere Abschlüsse sind grade bei Heranwachsenden von viiiielen Zweifeln besetzt), das alles nicht alleine machen zu müssen. Ja, darauf kann man auch wertschätzend und sollte man wertschätzend zurück blicken und sagen: trotz alledem…! Ich wünsche mir für dich, für die Leserin, dass ihr die positiven Dinge die ihr „trotz alledem“ erfahren haben dürft sehen könnt und für euch auch transparenter macht. Im Übrigen sehe ich die Phobie vor dem Nicht heiraten und dem Ring am Finger nicht so. Möglicherweise ist es dein ganz eigener Lebensentwurf, den man hinterfragen kann. Klar! Aber auch immer hinterfragen muss: Wie möchte ich eigentlich mein Leben für mich in Zukunft gestalten?

    21. Verena
      15. Februar 2019 / 11:27

      Liebe Nina, dein Bericht hat mich zu Tränen gerührt… ich selbst bin kein Scheidungskind, die Beziehung meiner Eltern existiert dennoch ausschließlich nur noch auf dem Papier. Ich finde es wahnsinnig toll, wie ehrlich du dich mit diesem Thema auseinander gesetzt hast, es wird deutlich, wieso Du ein so wundervoller Mensch (geworden) bist. Man wächst auch mitunter an den schlimmen Erfahrungen, die man machen muss, du hast aus all diesen negativen Erlebnissen das Beste herausgeholt, darauf kannst du mehr als stolz sein. Wie du über deine Mutter berichtest, macht mich sprachlos. Im positiven Sinn: Du zeigst, wie wunderbar sie ist, wie aufopfernd und liebevoll sie immer dir gegenüber war. Das zeigt, woher du deine Art hast. Auch meine Mama ist für mich die stärkte Person und die größte Inspiration in meinem Leben. Ich bin unendlich stolz auf sie und dankbar, dass auch andere Menschen Eltern wie sie haben. Auch wenn Familien auf dem Papier nicht auseinanderbrechen, so sind sie dennoch zerbrochen. Wichtig ist nur, dass es Leute wie deine Mutter, meine Mama und auch Kinder wie uns gibt, die ihren Familien dennoch Halt geben und zeigen, was letztendlich wichtig ist. Vielen vielen Dank für deine ehrlichen Worte.

    22. Alexandra
      15. Februar 2019 / 10:19

      Hallo Nina,
      ich reihe mich mal ein, auch ich bin ein Scheidungskind. Die Situation war sehr ähnlich zu deiner. Dorfkind, 8 Jahre und mich traf es völlig unerwartet. Konnte es zu dem Zeitpunkt nicht verstehen, da ich sowohl Mama als auch Papa sehr lieb hatte.
      Auch meine Mutter opferte alles damit ich eine tolle, unbeschwerte Kindheit hatte.
      Mein Erzeuger ( wie ich ihn heute nenne) hat sich leider völlig aus der Verantwortung gezogen.
      Heute verstehe ich warum sich meine Mama von ihm getrennt hat und ich unterstütze diese Entscheidung voll und ganz.
      Ich denke gerne an die Zeit zurück als ich mit meiner Mama in einer kleinen Wohnung gelebt habe, es war einfach eine unglaublich tolle Zeit.
      Heute sehe ich Mama’s neuen Mann als meinen Vater an und da könnte ich mir keinen besseren vorstellen. Er ist ein toller Opa für meine Tochter und super Schwiegervater für meinen Mann.
      Zurückblickend ist alles gut so wie es gelaufen ist, auch wenn es für alle zeitweise hart und kräftezehrend war. Mein Leben ist toll und ich hab kein Problem damit ein Scheidungskind zu sein.
      Danke für deine Offenheit zu diesem Thema, liebe Nina. So denkt man nochmal an die Vergangenheit und freut sich umso mehr über die Gegenwart. Ich zumindestens :)
      Ganz liebe Grüße
      Alexandra (29 Jahre, somit auch Kind des Scheidungsjahrzehnts)

    23. Mareike
      15. Februar 2019 / 9:50

      Einfach super geschrieben, bin selber kein Scheidungskind.
      Aber dieser Beitrag rührt mich.
      Großen Resepkt an dich ❤️

    24. Sandra
      15. Februar 2019 / 9:50

      Hallo Nina,

      wirklich toll geschrieben und auf den Punkt gebracht! :)
      Ich bin zum Glück kein Scheidungskind und meine Eltern feiern dieses Jahr Ihren 31. Hochzeitstag. Darüber bin ich sehr stolz, auch weil wir einen sehr guten & engen Kontakt haben!
      Ich hingegen könnte es mir gar nicht vorstellen und wäre am Boden zerstört, wenn sich meine Eltern scheiden lassen würden, obwohl ich mit beiden Beinen im Leben stehe. Ich bin eben mit meinen Eltern & Großeltern groß geworden. Dadurch habe ich den Wunsch zu heiraten und auch so ein Leben und Ehe zu führen und den Partner dafür habe ich auch Gott sei Dank schon gefunden <3

      Sandra

    25. Mareike
      15. Februar 2019 / 9:50

      Einfach super geschrieben, bin selber kein Scheidungskund. Aber dieser Beitrag rührt mich.
      Großen Resepkt an dich ❤️

    26. Vanessa
      15. Februar 2019 / 9:50

      ♥️♥️♥️

    27. 15. Februar 2019 / 9:13

      Sehr gut geschrieben, dem ist als eigenes Scheidungskind nichts hinzuzufügen.

      <3

    28. Jenny
      15. Februar 2019 / 9:07

      Hallo Nina,
      vielen Dank für deine so ehrlichen und persönlichen Worte! Auch ich bin, wenn man es so nennen will, ein mehrfaches Scheidungskind, denn ich habe nicht nur die Trennung von meinem eigenen Vater miterlebt, sonder sich die von dem zweiten Ehemann meiner Mutter. Wie die Scheidung mit meinem Vater verlief weiß ich nicht, ich war damals gerade mal ca. drei Jahre alt. Aber ich glaube sie lief relativ friedlich ab und meine Eltern verstehen sich auch heute gut. Leider muss ich trotzdem sagen, dass das Verhältnis zwischen mir und meinem Vater darunter gelitten hat. Jahrelang nach der Scheidung hatte ich kaum Kontakt zu ihm, obwohl ich wirklich sehr viel Zeit bei meinen Großeltern, seinen Eltern, in ein und demselben Haus verbracht habe. Auch heute stehen wir in eher wenigem Kontakt. Ich habe meinen Vater trotzdem gern, der ist ein echt cooler Typ und teilt mit mir vielerlei Einstellungen, allerdings ist und bleibt er für mich eher ein „Kumpeltyp“ als mein Vater..
      Ganz anders verlief allerdings die Scheidung vom zweiten Ehemann meiner Mutter, da war ich in der dritten Klasse, also so ca. 9 Jahre alt, ähnlich wie du bei der Scheidung deiner Eltern. Auch diese war sehr strittig, wir hatten in den ersten paar Monaten eine sehr harte Zeit, haben viele Rückschläge und traurige Momente erlebt. Und dann war da auch noch meine Schwester, die Tochter dessen Vater der zweite Ehemann war. Sie war damals glaub ich ähnlich wie ich bei der Scheidung von meinem Vater drei Jahre alt. Doch sie leidet bis heute unter dem Hass, der sich zwischen unserer Mutter, ja unserer ganzen Familie und ihrem Vater aufgebaut hat.
      Meine Mutter lebt mittlerweile glücklicher denn je seit vielen Jahren in dritter Ehe und hat in diesem Mann glaube ich endlich gefunden, was sie immer für sich, aber auch für mich und meine Schwester gesucht hat. Denn für mich ist er derjenige, der meine Vaterrolle besetzt. Obwohl ich meinen leiblichen Vater Vater nennen und ihn bei seinem Vornamen, aber er hat für mich die Autorität eines Vater und hat mich immer hin seit meinem ungefähr 11/12ten Lebensjahr begleitet und geprägt.

      Übrigens hat all dies nicht wie bei dir dazu geführt, dass ich den Glauben in die Ehe verloren habe. Mittlerweile bin ich selbst seit fast 2 1/2 Jahren verheiratet mit dem Mann, der jetzt schon 11 1/2 Jahre, die Hälfte meines Lebens, an meiner Seite steht.

    29. Isabella
      15. Februar 2019 / 9:01

      Mir fehlen die Worte für einen sinnvollen Kommentar. Ganz viel Liebe an alle da draußen ♥️♥️ wunderbar geschriebener LTTE.

    30. Kati
      15. Februar 2019 / 8:45

      Liebe Nina,

      Ich finde, das ist ein wahnsinnig toller Bericht und mir kamen die Tränen 🙈 Ich bin selbst auch ein Scheidungskind und kann mich gut in dich hineinfühlen. Meine Eltern haben nicht mehr miteinander geredet und alle Belange von meiner Schwester und mir mussten über das Gericht geklärt werden. Meine Mama hat dies damals alles so gut wie möglich von uns weggehalten, das habe ich erst im Nachhinein in den Unterlagen gelesen. Wahnsinn, was sie geleistet hat und wie sie versucht hat, uns trotz wenig Geld ein normales Leben zu ermöglichen. In meiner Klasse war ich damals auch eines der wenigen Scheidungskinder und es war eher eine besondere Situation.
      Ich bin mir sicher, dass auch ich aus dieser Situation einen ausgeprägten Sinn für Unabhängigkeit mitgenommen habe und weiß, dass ich allein für mein Glück verantwortlich bin und dieses nicht von einem Partner abhängig machen kann.

      Danke für deine ehrlichen Worte, die mich sicher noch den ganzen Tag beschäftigen werden.
      Alles Liebe
      Kati

    31. Nicole
      15. Februar 2019 / 8:44

      Liebe Nina,
      dein Beitrag ist sehr gelungen.
      Ich selbst bin auch ein Scheidungskind, auch wenn es mich und meinen Bruder erst später getroffen hat. Ich war 24, bereits ausgezogen, mein Bruder mich daheim als eines Tages mein Papa unangemeldet bei mir vorbei kam und meinte er müsste mir etwas sagen. Von daher kann ich dich gut verstehen und nachvollziehen wie du dich gefühlt hast.
      Ich glaube auch dass es vielen so geht aber keiner traut sich so richtig darüber zu sprechen wie man sich als Kind fühlt wenn die Eltern beschließen getrennte Wege zu gehen.
      Danke für den tollen Beitrag.
      Alles Liebe,
      Nicole

    32. Moni
      15. Februar 2019 / 8:36

      Liebe Nina, danke für diesen tollen Artikel…deine Worte haben mich sehr berührt! Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du (29, Eltern Anfangs der Pubertät geschieden) und habe daher viele Parallelen gesehen. Danke für deine Offenheit und auch danke für deinen tollen Blog, den ich wirklich als Einzigen regelmäßig lese. Du bist super sympathisch und kannst vielen Leuten in der Branche ein Vorbild sein. Wünsche dir und Patrick alles Gute und bleib so wie du bist! VG Moni

    33. Anonym
      15. Februar 2019 / 8:36

      Für mich war es damals auch sehr schwer, als meine Eltern sich trennten.
      Die Scheidung meiner Eltern war zunächst ein großer Rechtsstreit, bis beide schwer krank wurden.

      Mittlerweile sind beide wieder gesund, haben das Kriegsbeil begraben und unternehmen sogar privat etwas.
      Dieses Jahr heiratet meine Mutter wieder, mein Vater und seine Freundin kommen natürlich auch zur Hochzeit.

      Das Verhältnis meiner Eltern macht mich sehr stolz und sie sind für uns Kinder ein großes Vorbild.

    34. Annette
      15. Februar 2019 / 8:32

      Hallo Nina,

      Auch ich bin ein Scheidungskind und es ist schon über 10 Jahre her und trotzdem habe ich gerade Tränen in den Augen.

      Ich wusste schon knapp 2 Jahre vor meinen Eltern, dass sie sich trennen werden. Kinder bekommen einfach viel mehr mit, als Eltern denken. Irgendwann war ich der „Therapeut“ meiner Eltern (ich war 20) und dadurch ist vieles in mir kaputt gegangen. Die Trennung meiner Eltern durfte ich meinen beiden jüngeren Schwestern sagen. Meine Eltern waren einfach total überfordert mit der Situation.
      Noch Tage nach der Trennung, war ich Hauptansprechpartner/Seelsorger meiner Eltern. Jeder ist abwechselnd zu mir gekommen und hat sich über den anderen beschwert. Beim Schreiben merke ich, wie das alles doch noch tief in mir festsitzt, auch wenn man eigentlich denkt, dass dies vergeben und vergessen ist…

      Naja…
      Eigentlich wollte ich nur Danke für deine Ehrlichkeit sagen. Der Beitrag ist wie immer wirklich total toll geschrieben 💞

      Ps: Ich glaube wieder an die Liebe, aber irgendwie nicht an die Ehe- auch wenn ich schon immer eine Traumhochzeit wollte.

      Liebe Grüße

    35. Susanna
      15. Februar 2019 / 8:30

      Liebe Nina,
      danke für diesen wunderbaren Beitrag!
      Ich bin selbst ein Scheidungskind und finde deinen Text so ehrlich und treffend formuliert.
      Manche Dinge versteht man erst, wenn man selber erwachsen ist – ob das nun gut oder schlecht ist?!
      LG

    36. Lisann
      15. Februar 2019 / 8:25

      Toller ehrlicher Beitrag, der Mut und Zuversicht gibt . ❤️ Vielen Dank für deine Offenheit und Ehrlichkeit. Alles Liebe für dich!

    37. Vanessa
      15. Februar 2019 / 7:35

      Liebe Nina!
      Auch ich bin eigentlich nicht der Typ für einen Kommentar!
      Aber ich wollte Danke dafür sagen!
      Danke dass du den Mut hattest darüber zu schreiben und deine Gefühle teilst. Danke dass der Post doch auch etwas Mut macht dass irgendwann alles wieder besser ist und alle glücklich werden können!
      Mir geht es ähnlich wie dir & ich denke vielen anderen geht es auch so wie uns.
      Bei uns zuhause ist allerdings alles relativ in der Anfangsphase.. ich hoffe dass irgendwann alle wieder glücklich und zufrieden sind. Alles im Leben hat irgend einen Sinn oder?
      Ich habe noch nie einen Beitrag darüber gelesen wie es sich wirklich anfühlt, deswegen nochmal Danke dafür! Es gibt doch ein Stück weit Kraft! Zeit heilt alle Wunden!

      Allen da draußen die auch Scheidungskinder sind! Wir bleiben stark! Lassen uns nicht unterkriegen!

      Vanessa

    38. Andrea Schnoor
      15. Februar 2019 / 7:15

      Ich liebe dich❤❤❤
      Deine Mama (pieces)

    39. Erika
      15. Februar 2019 / 7:14

      Wow, ganz toll geschrieben! Und das sage ich sogar als Nicht-Scheidungskind, das durch die Art und Weise der Zeilen mitfühlen konnte <3

    40. Nine
      15. Februar 2019 / 6:57

      😢 ich find dich toll, danke für den schönen Bericht ❤️😘

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