Alles zu Urheberrechtsverletzung und Diebstahl von Online Content #StopStealingContent

    Internet & Social Media:
    Urheberrechtsverletzung & Content-Klau

    Unser Content wird immer mal wieder von Magazinen, Verlagen und auch Marken und Unternehmen zur Verwendung angefragt. Allerdings werden unsere Bilder auch ohne jegliche Zustimmung sowie das eingeräumte Recht genutzt und somit rechtswidrig eingebunden. Schon oft haben wir es erlebt, dass unterschiedliche Medien-Instanzen unseren Content nutzen. Sei es um ihre eigenen Magazine, Newsletter, Onlineshops oder Social-Media-Kanäle zu füttern und aufzuwerten. Das kam bereits im Print- als auch Onlinebereich vor. Und das ist so einfach nicht ok!

    Leider scheint bei einigen immer noch der Glaube zu herrschen, dass es im Internet keine Rechte und Regeln gibt, an die man sich halten muss. Das ist schlichtweg falsch! Denn Social Media und das Internet sind keine Spielwiesen, auf denen man sich ohne Rücksichtnahme austoben kann. Mir ist an dieser Stelle wichtig zu sagen, dass es natürlich auch viele Verlage, Magazine, Unternehmen und Marken gibt, die bereits tolles Verständnis und Wissen in diesem Bereich haben. Glücklicherweise dürfen wir mit sehr vielen davon arbeiten. Und genau daran sehe ich, dass wir die erste Hürde bereits genommen haben und daher versuchen sollten, auf dem bereits Vorhandenen aufzubauen.

    #StopStealingContent

    Ich möchte mit diesem Artikel nicht nur für mehr Transparenz, Sensibilität und Aufklärung in der Medienbranche sorgen, sondern auch gegen den leider weiterverbreiteten Irrglauben ankämpfen, dass wir Blogger und Content Creator mit unserer Arbeit nicht ernst genommen werden müssen. Dagegendass unser Content nichts wert ist. Und das nur, weil er online und von uns für unsere Community kostenlos veröffentlicht wird. Dies bedeutet nicht, dass sich jeder andere kostenlos an unserem Content bedienen kann.

    Wir alle sind im Bereich “Influencer” schon ein gutes Stück weitergekommen in Deutschland. Höchste Zeit also den nächsten Schritt zu gehen und das Thema auf die nächste Stufe der Professionalisierung zu heben. Denn am Ende sitzen wir alle in einem Boot und können die Branche nur voranbringen, wenn wir auch über solche (eher unangenehmen) Themen sprechen und uns austauschen. Ich mache heute mal den Anfang und habe euch einen Guide zum Thema “Urheberrechtsverletzung und Diebstahl von Online Content” zusammengeschrieben. Ich bin sehr gespannt wie ihr zu diesem Thema steht und freue mich sehr auf euren Input und einen spannenden Austausch!

     

    Die rechtliche Grundlage

    Quelle: E-Book “Urheberrecht bei Social Media” vom Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V

    Ironischerweise wurde mir einen Tag, bevor diese ganze Urheberrechtsgeschichte aufgekommen ist, vom Berufsverband der Rechtsjournalisten ein E-Book zum Thema “Urheberrecht bei Social Media” (hier) zugeschickt. Um ehrlich zu sein hätte ich nicht gedacht, dass ich so schnell darauf zurückgreifen würde. Ich wurde eines besseren belehrt. Also habe ich mir das E-Book gestern komplett durchgelesen und möchte den Inhalte heute, in abgespeckter Form, mit euch teilen. Wichtig hierbei ist zu sagen, dass der Schwerpunkt des E-Books zwar auf Social Media liegt, diese Rechte allerdings auch für die “offline” Welt und somit für sämtliche Urheberrechtsverletzungen außerhalb des Internets gelten.

    Urheberrechtsverletzung im realen und digitalen Leben

    Das Urheberrecht gilt sowohl für die reale als auch die digitale Welt. Eine Urheberrechtsverletzung kann daher in beiden Fällen Konsequenzen haben. Und das betrifft nicht nur Verlage und Magazine, sondern sämtliche Publikationen, die ohne Zustimmung des Urhebers erfolgen. Also auch, wenn Marken oder Unternehmen euren Content ungefragt für ihre Kanäle, Shops oder Newsletter verwenden. Aber fangen wir von vorne an:

     

    Was bedeutet Urheberrecht

    Das Urheberrecht soll sicherstellen, dass niemand so einfach zwischen den Urheber (Schaffer eines Werkes) und sein Werk treten kann. Das Urheberrecht soll den “Schutz des Schöpfers und seiner Schöpfung” gewährleisten, d.h. dafür sorgen, dass der Urheber immer das erste und letzte Wort sowie die finale Entscheidung über sein Werk und dessen Verwendung hat. Dieser rechtliche Ansatz ist sowohl auf das “reale” als auch das “online” Leben übertragbar, sodass auch Social Media von dieser Rechtssprechung betroffen ist. Als Werk nach Urheberrecht werden Dateien wie Nachrichten, Fotos, Videos, Texte oder Musik verstanden.

     

    Die Rechte des Urhebers nach UrhG

    Dem Urheber werden laut UrhG verschiedene Rechte zugesprochen, nach denen er sein Werk und sich schützen kann. Hierzu gehört auch die Möglichkeit eine angemessene Vergütung für sein Werk zu fordern.

    Urheberpersönlichkeitsrechte

    1. Veröffentlichungsrecht– Der Urheber hat das Recht zu entscheiden, ob, wann und in welcher Form sein Werk veröffentlicht wird.

    2. Recht auf Anerkennung der Urheberschaft– Der Schöpfer des Werkes hat das Recht über die Urheberbezeichnung/Kennzeichnung seines Werkes zu entscheiden. Sprich ist eine Kennzeichnung notwendig und falls ja, wie soll sie aussehen (Name, Initialen, Pseudonym).

    3. Recht auf ein Verbot der Entstellung seines Werkes– Der Schöpfer hat das Recht eine Bearbeitung seines Werkes zu untersagen – egal, ob es sich dabei objektiv oder subjektiv um eine Verbesserung des Werkes handeln würde. Hier gilt der Grundsatz: “die Version des Urhebers stellt das Optimum dar.”


    Verwertungsrecht

    Der Urheber verfügt über die alleinigen Rechte der Verwertung, Verbreitung und Wiedergabe seines Werkes. Darunter fallen das Vervielfältigungsrecht, Verbreitungsrecht, Ausstellungsrecht, Vortrags –, Aufführungs – und Vorführungsrecht, Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, Senderecht, Recht der Wiedergabe durch Bild – oder Tonträger, Recht der Wiedergabe von Funksendungen und von öffentlicher Zugänglichmachung.

    Im Internet und Social Media ist besonders das “Recht der öffentlichen Zugänglichmachung” relevant. Dies bedeutet, dass das Werk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, sodass diese das Werk (an einem Ort und einer Zeit ihrer Wahl) konsumieren kann.


    Nutzungsrechte

    Sobald sich ein Urheber aus freien Stücken dafür entscheidet, das Werk nicht mehr nur alleine und umfassend zu verwerten, kann er Nutzungsrechte an Dritte gewähren. In diesem Fall sollte ein Vertrag aufgesetzt werden. Hierbei werden sowohl die Einräumung der Nutzungsrechte sowie die Erlaubnis der Werknutzung und die dafür verhandelte Vergütung schriftlich festgehalten. Allerdings erfolgt die Erteilung von Nutzungsrechten nicht immer gegen eine Vergütung.

    Je nach Ermessen des Urhebers kann, gerade im Internet, auch verhandelt werden, dass bspw. ein Bild im Gegenzug für einen Linkverweis/Backlink auf die eigene Website genutzt werden darf. Auch wir haben diese Anfragen hin und wieder und haben diese Art der “Zusammenarbeit” je nach Medium und Integrationsplatz schon umgesetzt. Allerdings sollte man hier ganz klar abwägen, ob sich diese Art der “Zusammenarbeit” auch für einen selbst rechnet.

    Dafür relevant sind bspw. die Unqiue Visitor und die Zielgruppe der Seite, die euer Bild verwenden möchte. Wenn eine Seite nur 100 Besucher im Monat hat, ist es für einen selbst ein schlechter Deal und bringt am Ende wahrscheinlich gar nix, da ziemlich wahrscheinlich fast niemand auf euren Link klicken und so auf euch aufmerksam wird. Ihr hingegen habt der anderen Website dann wertvolles Bildmaterial von euch zur Verfügung gestellt, welches seine Seite aufwertet. Auch solltet ihr darauf achten, in welchem Umfang ihr die Nutzungsrechte an Dritte erteilt. Hierbei gibt es drei Möglichkeiten:

    1. Rechte für alle oder einzelne Nutzungsarten

    2. einfaches oder ausschließliches Recht

    3. räumliche, zeitliche oder inhaltliche Eingrenzung der Rechte

    Wir arbeiten immer mit räumlich, zeitlich und inhaltlich eingeschränktem Nutzungsrecht. So klären wir im Vorfeld immer für wie lange und für welche Kanäle der Content verwendet werden soll. Außerdem ist wichtig zu erfragen, ob der Content national oder international verwendet werden soll. Hierbei sollte man definitiv auch beachten, wo man in Zukunft mit seinem eigenen Medium hinwill und in wie weit bestimmte Veröffentlichung in anderen Medien förderlich oder eben auch hinderlich sein können. Nicht jede Platzierung ist eine gute Platzierung! Ihr müsst immer das große Ganze und euch als Marke betrachten. Auch wir wurden schon ohne unser Wissen in Magazinen abgedruckt, wo wir definitiv ein Veto eingelegt und bei ordnungsgemäßer Anfrage den Abdruck unseres Bildes verweigert hätten.

     

    Drei Irrtümer bei der Nutzung von fremdem Content

    1. Irrglaube: Sobald man eigene Bilder bei Instagram, Facebook oder Pinterest hochlädt, tritt man sein Urheberrecht ab und jeder andere darf diesen Content frei verwenden

    Zunächst einmal: man tritt niemals (!) seine Urheberrechte ab, d.h. man bleibt immer Schöpfer seines Werkes und hat damit viele Rechte (siehe oben). Das einzige was man den sozialen Medien, wie Instagram und Facebook, teilweise überschreibt sind Nutzungsrechte. D.h. im Klartext: Instagram kann unsere Bilder für sämtliche Dinge nutzen, an Dritte verkaufen und damit am Ende machen was sie wollen. Ohne uns auch nur darüber in Kenntnisse setzen oder nach unserer Zustimmung fragen zu müssen. Ja, das ist sch****! Allerdings liegen diese Nutzungsrechte so erstmal nur bei Instagram.

    Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Verlage, Magazine, Marken, Unternehmen oder auch andere Instagram- oder Facebook Accounts unsere Bilder nicht einfach ohne unsere Zustimmung verwenden dürfen – weder innerhalb von Instagram noch außerhalb. Denn diese Dritten haben keine Nutzungsrechte an unseren Bildern. Es sei denn, sie bekommen es von Instagram direkt und persönlich übertragen. Das ist in 99,9% der Fälle nicht der Fall, denn Instagram ist bekanntermaßen keine Fotoagentur, die wahllos unsere Bilder an alle möglichen Leute weiterverkauft. Ihr könnt hier auch noch einmal alles zum Thema Urheberrechte und geistiges Eigentum bei Instagram nachlesen. Und hierkönnen Verstöße bspw. gegen das eigene Urheberrecht auch offiziell bei Instagram gemeldet werden. In den Instagram AGB’s heißt es u.a.:

    “Du erklärst und sicherst zu, dass (i) du Inhaber der von dir auf dem oder durch den Dienst geposteten Inhalte bist bzw. auf sonstige Art berechtigt bist, die in diesen Nutzungsbedingungen festgelegten Rechte und Lizenzen zu gewähren; (ii) das Posten und die Nutzung deiner Inhalte auf dem oder durch den Dienst nicht die Rechte irgendeines Dritten verletzen, widerrechtlich verwenden oder gegen sie verstoßen; dazu zählen u. a. Datenschutz-, Urheber-, Marken– und/oder sonstige Rechte am geistigen Eigentum; (iii) du dich verpflichtest, für sämtliche Abgaben, Gebühren und jedwede sonstigen, aufgrund der von dir auf dem oder durch den Dienst geposteten Inhalte geschuldeten Gelder zu zahlen; und (iv) du das gesetzliche Recht und die Fähigkeit besitzt, diese Nutzungsbedingungen in deiner Gerichtsbarkeit einzugehen.”

    -> Die ungefragte Verwendung und Verbreitung fremder Bilder und Inhalte sind sowohl in der realen Welt, als auch in den sozialen Medien, ohne Zustimmung nicht legal und können zu Abmahnungen und rechtlichen Konsequenzen führen.

    Social Media Besonderheiten:

    • Teilen-Funktion

    Sobald man als Urheber die “Sharing” oder “Teilen” Funktionen bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder Pinterest aktiviert, erklärt man sich damit einverstanden, dass das eigene Werk ggf. durch andere weiterverbreitet wird. Sollten keine Sharing-Möglichkeiten auf der Website o.ä. zu finden sein, fehlt die Einverständnis des Urhebers und somit können rechtliche Konsequenzen drohen, sollten Inhalte trotzdem geteilt werden.

    • (Re-)Posten

    Allgemein sollte man nur Inhalte posten, von denen man Urheber ist. Wenn dem nicht so ist und man möchte fremde Inhalte reposten, sollte man sich vorher die Zustimmung des Urhebers für die “öffentliche Zugänglichmachung” einholen.

    • Verlinken

    Meistens werden Links als Empfehlungen und Weiterleitungen eingesetzt. In der Regel werden damit keine Urheberrechtsverletzungen begangen und sie sind für alle Plattformen erlaubt.

    • Die Embedden Funktion

    Für einige Plattformen und Netzwerke wie YouTube oder Instagram gibt es sogenannte “Einbettungsfunktionen”, welche dafür sorgen, dass sich (fremde) Inhalte schnell und einfach auf Websites integrieren lassen. Diese Content-Integration ist soweit zulässig und unterliegt nicht der Urheberrechtsverletzung, solange der Urheber darüber Bescheid weiß und sich damit einverstanden erklärt hat, dass seine Inhalte und Werke im Vorfeld im Internet veröffentlicht wurden.

     

    2. Irrglaube: Durch Bildbearbeitung wird ein komplett neues Werk geschaffen

    Besonders im Internet herrscht oft der Irrglaube, dass durch eine Bildbearbeitung möglich ist, das Urheberrecht zu umgehen. Nein, denn es entsteht durch eine Bearbeitung kein neues Werk. Sollte ein Werk bearbeitet werden, muss hierfür ebenfalls die vorherige Zustimmung für eine Veröffentlichung des Urhebers eingeholt werden.

     

    3. Irrglaube: Ein Credit reicht aus, um fremden Content verwenden zu dürfen 

    Nein, da ein Credit nicht das Recht auf Veröffentlichung und Verbreitung gibt. Im Gegenteil, eigentlich muss auch hier vorher Rücksprache mit dem Urheber gehalten werden, in welcher Form und mit welcher Bezeichnung er als Credit, bei einer Verwendung seiner Inhalte, genannt werden möchte.

     

     

    Und was macht man, wenn gegen das eigene Urheberrecht verstoßen wurde?

    Ein Gang zum Anwalt scheint auf den ersten Blick immer am einfachsten, allerdings sollte man auch hier das große Ganze sehen. Man sollte persönlich abwägen, wie viel Staub man aufwirbeln möchte. Und, ob es langfristig lohnt den langen, gerichtlichen Weg zu gehen. Falls ja, kommen meistens erstmal eine Abmahnung, eine Unterlassungsklage oder Schadensersatz in Frage. Ein anderer Weg wäre, den Verlag, das Magazin oder das Unternehmen anzuschreiben, auf den Missstand aufmerksam zu machen und versuchen eine gute Lösung für beide Seiten zu finden. Wie die im Detail aussieht muss individuell verhandelt werden. Denkbar wäre bspw. das Stellen einer Rechnung, das Aushandeln einer anderen Integration (mit Fokus auf die eigene Arbeit oder die eigene Person) oder eine andere, größere Zusammenarbeit, die den entstandenen Schaden ausgleicht.

     

    Drei Möglichkeiten, um offiziell an Bildmaterial zu kommen:

    1. Selbst produzieren:

    Diese Art der Content Erstellung wird besonders bei vielen Verlagen und Zeitschriften heute nicht mehr oder nur noch sehr wenig und für größere Mode- und Beautyfotostrecken eingesetzt, da überall Einsparungen stattfinden und Eigenproduktionen mittlerweile einfach für viele zu kostspielig geworden sind. Unternehmen und Marken produzieren da häufig noch mehr eigenen Content, allerdings ist dieser dann meistens sehr kommerziell und weniger “greifbar”. Da hier immer noch viel mit Models gearbeitet wird, suchen Marken und Unternehmen häufig nach Bildergänzungen zu ihren Kampagnen, um ihre Mode und Produkte in einem “echteren” Umfeld zu zeigen. Hier kommen dann meistens die Bilder von uns Bloggern und Content Creator ins Spiel.

    2. Fremdcontent anfragen: 

    Die zweite Möglichkeit besteht darin, andere Content Creator wie uns Blogger nach unseren Bildern zu fragen. Wenn man seinen Job im Journalismus oder Marketing- und Pressebereich professionell betreibt, dann gehört eine fundierte Recherche im Vorfeld dazu. Genauso wie die anschließende Mail, in der gefragt wird, ob und falls ja unter welchen Bedingungen man das fremde Bild in einem Artikel einbinden darf. Es gibt einige, die dies gewissenhaft tun und sich ihren journalistischen Verpflichtungen sowie der allgemeinen Rechtsgrundlage bewusst sind. Aber es gibt eben leider auch diejenigen, die es nicht sind. Die es schlichtweg nicht interessiert, wem die Bilder, die sie da ohne Erlaubnis abdrucken, gehören. Geschweige denn, dass es eine Straftat ist, die sie da zwischen Mittagspause und Redaktionskonferenz mit fremden Eigentum begehen.

    3. Bildagenturen:

    Als drittes gibt es noch Online Bildagenturen wie Getty Images, Imaxtree oder Shutterstock, wo man sich gegen Geld Bilder kaufen kann. Dabei reicht das Angebot von Stockbildern über Streetstyles, bis hin zu Event- oder Paparazzi Bildern. Um diese Bilder nutzen zu dürfen, zahlen viele Verlage einen monatlichen Fixpreis und nutzen den Service über ein Abo. Durch die Zahlung des monatlichen Beitrags können die Redaktionen sich dann so viele Bilder wie benötigt ziehen und kommerziell für ihr Magazine bzw. Artikel verwenden.

    Je nach Nutzungsrechten und “Einsatzgebieten” der Bilder variieren hier die Abo-Preisen natürlich auch noch einmal stark. Wer kein Abo hat, kann bei den Bilderservices auch nur einzelne Bilder kaufen. Preislich fängt man da bspw. bei Getty Images bei ca. 150€ für die kleinste Bilddateigröße an. Diese reicht für Print häufig gar nicht aus, sodass man schnell mal bei knapp 350€ für ein einziges Foto ist. Wer es noch größer drucken will, landet auch schnell mal bei knapp 600€ für ein einziges Bild. An diesen Preisen sieht man sehr gut, welchen Wert Bildcontent in der Regel hat bzw. für jeden haben sollte.

    Zusätzliche Hinweis des Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V: ,,Aufgrund des Fehlens von urheberrechtlichen Grundsatzurteilen bewegen sich die User von Social Media Plattformen teilweise in rechtlichen Grauzonen . Deshalb ist es auch bei Einhaltung der hier aufgezählten Regeln möglich, dass juristische Konsequenzen drohen. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es für Nutzer der sozialen Medien nicht.” Ich mache außerdem ausdrücklich darauf aufmerksam, dass ich kein Experte und Fachmann auf diesem Gebiet bin. Daher ist dieser Artikel als grober Leitfaden und erste Einschätzung zu betrachten und nicht als Fachlektüre!

    11 Kommentare

    1. 29. März 2018 / 17:58

      Liebe Nina,

      bitte entschuldige, dass ich erst jetzt dazu komme, dir auch an dieser Stelle noch einmal “persönlich” für deinen tollen Beitrag zu danken und dafür, dass du mich daran erinnert hast, dass eben nicht egal ist, ob seine Rechte verletzt werden.
      In meinem Beitrag hatte ich ja schon erwähnt, dass bei mir eine Art Resignation eingesetzt hatte. Durch deine Story hast du mich dazu ermuntert, mich auch wieder um meine Bildrecht zu kümmern und nicht jeden einfach machen zu lassen. Denn wenn wir uns nicht wehren, ändert sich nie was.
      Also danke dir und ich wünsche euch, dass ihr die ganze Situation für euch positiv abschließen könnt. Denn eure Bilder sind einfach absolut großartig! Da kann man sich nicht einfach bedienen… sonst natürlich auch nicht ;).
      Viele liebe Grüße an dich!

    2. Jacaranda
      20. März 2018 / 19:42

      Hi Nina,
      Ich finde deinen Artikel sehr interessant und auch top aktuell. Ich wollte dir nur eine kleine Anmerkung machen. Man kann nicht von Getty Images oder Shutterstock oder egal welche Foto-Agentur einfach die Fotos kaufen. Man erwirbt nur ein einfaches Nutzungsrecht (Lizenz) um das Foto für eine begrenzte Zeit und nur für einen spezifischen Art der Nutzung zu verwenden. Wenn man also zum Beispiel eine Lizenz für eine Online-Nutzung für 3 Monate erwirbt und das Foto aber 1 Jahr verwendet, begeht man Urheberrechtsverletzung. Das Gleiche gilt, wenn man innerhalb der 3 Monate das Foto Online verwendet und auch noch dazu sagen wir mal Flyers mit dem Foto ausdruckt, da die Lizenz nur für “Online-Nutzungen” gilt. Bei manche Foto-Agenturen ist leider auch der Fall, dass sie selbst nur Inhaber einfache Nutzungsrechte sind und nicht in der Lage sind weitere Lizenzen (Unterlizenzen) zu vergeben. Man kann also von eine solcher Agentur keine echte Lizenz erwerben und begeht man auch in diesen Fall bei Verwendung des Fotomaterials Urheberrechtsverletzung. Man ist also immer dazu verpflichtet die Rechtekette, Fotograf – Rechteinhaber – Fotoagentur (ausschließiche Nutzungsrechte/ einfache Nutzungsrechte), nachzuforschen. Ein gutgläubiger Erwerb von Nutzungsrechte gibt es nicht. Hoffe Du findest diese Information hilfreich :)

      LG,
      Jacky

    3. 15. März 2018 / 10:47

      Danke für deine genaue Recherche. Ist wirklich interessant zu lesen, wie viel Rechte man als Urheber eigentlich hat – bzw. eigentlich alle Rechte. Und gerade darum ist es schockieren, wie oft dieses Recht verletzt wird. Ich bin gespannt, ob es sich in Zukunft bessern wird. Alles Liebe Jen

    4. 13. März 2018 / 21:44

      Danke für den interessanten Beitrag Nina. Ich fand es wirklich unglaublich, das dein Content ohne deine Erlaubnis und dann auch noch mit einem falschen Credit verwendet wurde! Dein Thema ist topaktuell:

      Letztens habe ich mich mit einer Dozentin der AMD über dieses Thema unterhalten. Sie meinte, dass sie gelesen hat, dass ein Künstler vor einiger Zeit, fremde Bilder von Instagram auf eine Leinwand gedruckt hat und dann etwas raufgeschrieben hat. Die Bilder wurden wir tausende von Dollars verkauft. Obwohl die Bildmacher geklagt haben, haben sie keinen Dollar des Geldes gesehen – Erschreckend!

      Auch ich musste mich schon mit Content-Klau rumärgern, wobei das bei mir schon in die Richtung “psychisch gestört” ging…. Vor einiger Zeit habe ich ein Bild von meinem Zwillingsbruder und mir anlässlich unseres 18. Geburtstag hochgeladen. Ein anonymer Kanal hat das Bild reposted. Die Person hat einen Filter rübergelegt und uns beiden schwarze Balken über die Augen gelegt und mit dem Hashtag #wirhabengernemitpuppengespielt kommentiert. Auf dem Bild hat er mich und random ein paar andere Menschen markiert. Ohne Sinn und Verstand war das Bild inmitten von Katzenfotos und einem Foto von Christian Lindner. Nachdem ich ihn dazu aufgefordert habe, das Bild unverzüglich zu entfernen, meinte er, was ich den gegen ihn, eine anonyme Person, unternehmen könne. Gott sei Dank hat er es entfernt, aber wenn nicht, wüsste ich nicht, was ich hätte tun können.

      Liebe Grüße,
      deine Maj-Britt

      https://majstatement.com/

    5. 13. März 2018 / 21:04

      Sehr interessanter Beitrag, gerne öfters!!! <3 Sehr sehr informativ, hat mir echt weitergeholfen… wenn man sowas weiß, kann man einige Unannehmlichkeiten vermeiden. Danke dir!
      Liebe Grüße, Sandra

    6. 13. März 2018 / 19:43

      Ich bin immer noch entsetzt, dass der Verlag das einfach so gemacht hat. Man sollte meinen Printmedien legen eine Professionalität am Tag – aber gut (also eigentlich gar nicht), scheinbar treibt die Verzweiflung einen zu sowas. Oder die gewinnerzielungsabsicht.
      Grundsätzlich finde ich auch, dass man zunächst auf die Verlage zugehen soll. Eine Klage kann lang und kostspielig sein, ABER ich muss auch sagen, dass es langsam mal Zeit wird, dass jemand klagt. Das ist für den einzelnen Blogger vermutlich nicht besonders attraktiv, aber man hätte eben eine Rechtssprechung und damit zumindest mal Leitlinien.
      Ich hoffe, dass sich das professionalisiert- hoffentlich ganz bald. Es wird wsl so sein wie mit der Kennzeichnung von Werbung, daran haben sich die Blogger nun auch gewöhnt und halten sich dran :)

    7. 13. März 2018 / 10:37

      Dein Beitrag ist echt klasse und total informativ was das Thema “Urheberrechte” angeht und das sogar in verständlicher Sprache ;-) Dieses Juristen-Deutsch ist teilweise echt nicht so leicht zu verstehen.
      Ich denke auch, man sollte erstmal abwägen bevor man sofort mit einer Schadensersatzklage um die Ecke springt. Schließlich möchte man auch nicht die Bloggerin sein, die alle verklagt. Zumindest wäre das mein Argument, um nicht es erstmal ohne Anwalt zu versuchen. Aber trotzdem ist es für mich wichtig Bilderklau nicht einfach so durch gehen zu lassen, denn sonst wird das immer wieder passieren. Wie oft hat man schon von Bloggern gehört die Abmahnungen bekommen haben, weil sie – ob wissentlich oder nicht – Bilder von anderen benutzt haben. Da kann es nicht sein, dass Printmedien damit durch kommen, wenn sie Bilder von Bloggern ungefragt nutzen. Ich hoffe ihr könnt das Ganze so lösen, dass alle Seiten zufrieden sind und müsst nicht euch nicht über den Rechtsweg mit dem Problem auseinander setzen.

      Liebe Grüße, Milli
      (http://www.millilovesfashion.de)

    8. Marie
      13. März 2018 / 9:17

      Liebe Nina, was ein für euch nerviges und anstrengendes Thema! Ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich bei deiner Überschrift dachte “oh oh, bitte nicht mal wieder jemand, der nicht nicht Jurist ist, aber juristischen Rat geben möchte”. Das kann so häufig nach hinten los gehen, aber ich finde, du hast das Thema super auf- und ausgeführt und vor allem so ausführlich!!!

      Vielleicht ist das auch eine doofe Fragen, aber warum habt ihr eigentlich bei euren Bildern keine Signatur? Würde das nicht wenigstesn ein ganz klein wenig helfen bei Leuten, die eure Bilder ungefragt weiter (online) nutzen? Sehe das nur bei einigen anderen Instagrammern oder Bloggern.

      Ich hoffe, dass es zeitnah endlich mal zu richtigen Regelungen für den Online Bereich kommen wird! Da muss in Deutschland einfach sooooo viel passieren. Wir lernen zB im Jurastudium rein gar nichts zu Online – Straftaten und bekommen häufig lediglich Fälle zu veralteten Themen, die so kaum noch eintreten, vorlgelegt.

      Liebe Grüße

    9. Katharina
      13. März 2018 / 6:35

      Toller Artikel Nina! Ich hoffe, dass ihr diese ganz Geschichte mit dem Bilderdiebstahl und den falschen Credits schnell und friedlich lösen könnt. Wenn man generell schon viel zu tun hat, will man sich schließlich nicht noch mit solchen Unannehmlichkeiten herumschlagen..
      Liebe Grüße
      Katharina

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