Let’s talk: Ihr fragt, ich antworte – Teil II

Let’s talk:
Ihr fragt, ich antworte – Teil II

Ich hatte euch letzte Woche dazu aufgerufen mir eure ganz persönlichen Fragen an mich zuzuschicken. Nachdem letzte Woche bereits Teil 1 meiner Antworten online gegangen ist, folgt heute wie versprochen Teil 2 :) Ich möchte euch anhand der ausführlichen Antworten von mir die Möglichkeit geben, mich/uns noch besser kennenzulernen und ein bisschen hinter die Fashiioncarpet Kulissen zu schauen. Denn ich mir sicher, asss die eine oder andere Antwort für eine Überraschung oder einen Aha-Effekt sorgt. Hier kommt Teil 2… PS: Teil 1 mit euren Fragen und meinen Antworten könnt ihr hier lesen.

Private Fragen

Willst du mal Kinder haben? Falls ja, wie viele?

Ähnlich wie beim Thema Hochzeit (im ersten Teil zu lesen) falle ich hier vielleicht etwas aus der Gesellschaftsnorm, allerdings wünsche ich mir derzeit keine eigenen Kinder. Was ich mir allerdings in ein paar Jahren gut vorstellen kann, ist ein Kind aus einem anderen Land zu adoptieren. Mein Herz schlägt seit ich klein bin dafür Menschen zu helfen und es würde mir die Welt bedeuten, wenn Patrick und ich einem dieser Kinder ein besseres Leben ermöglichen können. Es gibt so viel Leid auf dieser Welt und zahllose Kinder werden in eine Zukunft hinein geboren, die sich niemand von uns von alleine aussuchen würde.

Durch unser Charity Projekt letztes Jahr in Kapstadt haben wir diese Armut und das Leben ohne Perspektive hautnah miterlebt und es hat uns das Herz zerbrochen. Mir persönlich würde es so viel mehr geben bspw. einem farbigen Kind ein besseres Leben zu ermöglichen, als ein eigenes Kind in die Welt zu setzen. Ich akzeptiere jeden eigenen Kinderwunsch, allerdings sehe ich meine persönliche Lebensaufgabe momentan nicht darin mich selbst fortzupflanzen, sondern eher darin anderen, durch die uns gegebenen Möglichkeiten und Privilegien, zu helfen.

 

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Den kleinen Calvin hatten Patrick und ich ab Sekunde Eins in unser Herz geschlossen und wir hätten alles dafür gegeben, dass er mit uns nach Deutschland kommt. Leider ist eine Adoption speziell aus Kapstadt heraus extrem schwierig. Aber wer weiß, vielleicht geht dieser Wunsch eines Tages für uns in Erfüllung.

Was sind die Top 3 deiner Bucket-List?

  • Im Alter ein Haus am See besitzen
  • Einen Hund kaufen
  • Mal eine zeitlang in Los Angeles leben

Wo siehst du dich in 15 Jahren – sowohl beruflich als auch privat?

In 15 Jahren bin ich 42, hoffentlich kerngesund und nach wie vor fit wie ein Turnschuh, oder in meinem Fall eher wie ein High Heel :) In meiner Wunschvorstellung bin ich immer noch selbstständig und habe ein mehrköpfiges, tolles Fashiioncarpet Team, das mehrfach täglich und gemeinsam mit mir den coolsten Content für euch kreiert. Außerdem haben es Patrick und ich geschafft ein produktbezogenes Business aufzubauen und erfolgreich am Markt zu etablieren. Zeilen wie diese tippe ich in 15 Jahren hoffentlich von unserer Terrasse inkl. Kunstblumen, Seeblick und Garten, in dem unser Hund spielt. Anstatt über die besten Anti-Pickel-Cremes schreibe ich dann wahrscheinlich über Faltencremes und Anti-Cellulite Strumpfhosen ;)

Patrick ist nach wie vor mein Fels in der Brandung und das dann bereits seit 27 Jahren <3 Privat bin ich nach wie vor sehr eng mit meiner Familie verbunden, alle sind gesund und meine Mama ist mit ihrem Mann zu uns in den Süden gezogen (träumen war ja erlaubt, oder ;)). Ich sehe sie inzwischen nicht mehr nur 2-3 Mal im Jahr, sondern mindestens zwei Mal im Monat.

Ansonsten habe ich keine genauen Wünsche oder Vorstellung, denn das wichtigste ist, dass alle um mich herum glücklich und gesund sind. Ich lasse das alles auf mich zukommen, denn oft bringt der beste Plan nichts, denn das Leben schreibt seine eigenen Geschichten.

Hast du Flugangst oder fliegst du gerne?

Ich habe keine Flugangst (wäre bei unserem Job auch definitiv ein Problem), allerdings gehört Fliegen jetzt auch nicht zu meiner liebsten Beschäftigung ;) Was ich aber mag ist die Tatsache, dass wir durch’s Fliegen schon ein paar der schönsten Orte der Welt sehen durften. Außerdem nutze ich die Zeit im Flieger meistens dazu um einiges abzuarbeiten, Mails zu schreiben oder Bilder zu bearbeiten. Das kann ich erstaunlich gut und die Flugzeit vergeht dadurch auch immer relativ fix.

Wie gefällt dir das Leben in München?

Ich liebe den Mix aus Großstadt und Gemütlichkeit! München kann manchmal hektisch und wuselig sein. Glamourös und vielleicht hier und da ein bisschen unnahbar. Gleichzeitig liebe ich die Wärme und Herzlichkeit, die die Stadt und die Menschen ausstrahlen. Ich mag das Urige, die Geselligkeit und die Nähe zu den Bergen. Für mich ist München die perfekte Stadt mit einer wahnsinnig hohen Lebensqualität – wir möchten nirgendwo anders in Deutschland wohnen.

Was ist für dich Heimat?

Heimat bedeutet für mich meine Familie besuchen und damit einhergehend die Seele baumeln zu lassen, zur Ruhe zu kommen und den Alltag hinter mir zu lassen. Abschalten. Den Kopf frei bekommen. Meine Heimat ist Kiel, dort bin ich geboren und aufgewachsen. Meine Familie lebt immer noch im Norden und wir besuchen sie 2-3 Mal im Jahr. Bei jedem Besuch versuche ich möglichst viel berufliches in München zu lassen und die Zeit voll und ganz mit meiner Familie zu genießen.

Außerdem bedeutet Heimat für mich auch immer wieder die kleinen Dinge des Lebens wertzuschätzen und offen für die “große, reale” Welt zu bleiben. Die Mode- und Medienbranche bereitet mir persönlich wahnsinnig viel Freude und ich bin unendlich dankbar dafür, Teil von ihr sein zu dürfen. Jedoch ist diese Welt nicht alles und häufig habe ich das Gefühl Patrick und ich leben und arbeiten ein Stück weit in einer Bubble. In unserem eigenen, kleinen Universum. Mir ist Bodenständigkeit wahnsinnig wichtig und meine Familie und meine Heimat helfen mir hin und wieder dabei, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren.

Berufliche Fragen

Was würdest du machen, wenn von einem auf den anderen Tag Blogger komplett out wären?

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Bloggen, in der Form wie wir Fashiioncarpet betreiben, der Gefahr ausgesetzt ist, out zu werden. Ich bin der Meinung, dass sich Qualität langfristig immer durchsetzen wird und dass Blogs nicht einfach so wieder von der Bildfläche verschwinden werden. Sie ergänzen die Medienbranche nun schon seit über zehn Jahren (ich glaube den ersten Blog gab es im Jahr 2007) und das wird denk ich auch so bleiben. Es gibt bereits seit Jahrzehnten Magazine und Verlage. Blogs und Onlinemagazine ergänzen dieses Medienangebot meiner Meinung nach einfach ideal. Daher sehe ich nicht die Gefahr als Blogger out zu werden, solange man sich weiterentwickelt, stets guten und interessanten Content kreiert und den Markt und die Wünsche seiner Leser im Blick behält. Wir Menschen sind schließlich immer auf der Suche nach irgendwelchen Antworten auf ungeklärte Fragen.

Heutzutage gibt es glücklicherweise die unterschiedlichsten Möglichkeiten und Medien, um all diese Fragen beantwortet zu bekommen. Für den einen kann das ein Magazin, eine Fernsehsendung oder das Radio sein. Für andere Instagram, Pinterest, Facebook oder Blogs. Das schöne an unserer heutigen Gesellschaft ist ja, dass es für alles einen Abnehmer gibt und dass man selbst entscheiden kann, welche Inhalte und welches Medium man konsumiert. Für mich stehen contentstarke Blogs daher mittlerweile absolut auf Augenhöhe mit Onlinemagazinen und diese werden meiner Meinung nach auch nicht einfach out werden. Was sicherlich an Hype verlieren wird sind fremdbestimmte Social Media Kanäle und Apps. Menschen, die sich nach wie vor nur darauf verlassen und ihren Erfolg auf der Laune und einem Algorithmus aufbauen, sollten da vielleicht eher Angst haben “out” bzw. irgendwann irrelevant zu werden. Aber in dieser Situation sehe ich mich Gott sei Dank nicht :)

Sollte ich selbst irgendwann mal keine Lust mehr auf das Bloggen haben, lasse ich mich einfach wieder fest anstellen. Das geht denk ich immer und sollte Dank meines beruflichen Backgrounds auch kein Problem sein.

Wo siehst du Fashiioncarpet in 5 Jahren?

Diese Frage habe ich tatsächlich in meinem zweiten LTTE schon einmal sehr ausführlich beantworten. Klickt gerne mal in den Artikel unten rein, wenn euch meine Antwort interessiert :)

 

Wenn du einen Wunsch für die berufliche Zukunft deines Blog frei hättest, welcher wäre es?

Dass ich noch ganz lange dazu in der Lage bin diesen Traumjob auszuüben! Für mich ist mit der Blog-Selbständigkeit der größte, berufliche Traum in Erfüllung gegangen und ich bin jeden Tag unendlich dankbar dafür, dass ich dieses Leben führen darf. Daher würde es mir dir Welt bedeuten, wenn ich diese Reise noch ganz lange gemeinsam mit euch machen kann.

Gibt es für dich einen Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten?

Allgemein muss man sagen, dass es bei Bloggern, ähnlich wie bei Journalistin auch, große Qualitätsunterschiede und unterschiedliche Arbeitsweisen gibt. Ich für meinen Teil bin gelernte Moderedakteurin und habe bereits als solche gearbeitet. Demnach lege ich sehr viel Wert darauf, dass die Inhalte auf Fashiioncarpet einen journalistischen Anspruch sowie einen Mehrwert (für euch) haben. Ich bekomme regelmäßig von euch das Feedback, dass bspw. unsere Bilder in Magazinen wie der Vogue abgedruckt sein könnten oder, dass Fashiioncarpet mittlerweile euer liebstes Onlinemagazin für Fashion, Beauty und Lifestyle Themen ist. DANKE! Solch ein Feedback spornt an und ist Balsam für die Seele. Ihr könnte euch nicht vorstellen, wie sehr mich solch eine Anerkennung und Wertschätzung für unsere Arbeit freut. Wirklich, das ist so so so viel mehr Wert als irgendein Like in einer App.

Daher würde ich sagen, dass sich in unserem Fall die Arbeitsweise und die Qualität zu einem Journalisten nicht wirklich maßgebend unterscheidet. Wo man aber definitiv einen großen Unterschied zwischen Blogger und Journalistin erkennen kann, ist die Art der Contentaufbereitung. Blogger stehen in der Regel für sehr persönlichen Content, der eng mit ihrer Person sowie privaten Interessen und Vorlieben verknüpft ist. Das seht ihr daran, dass es hier auf Fashiioncarpet nur Content zu lesen gibt, der mich selbst interessiert und hintern dem ich 100% stehe.

Journalisten, die bspw. für ein Magazin schreiben, bleiben oft im Hintergrund, tauchen nicht als Gesicht auf und schreiben nicht selten Themen mit denen sie als Privatperson vielleicht gar keine Berührung haben. Der Content ist daher deutlich anonymer und weniger personenbezogen. Hier liegt für mich der Vorteil ganz klar bei uns Bloggern. Wir treten als greifbare und nahbare Person an euch Leser heran und nehmen euch auf Augenhöhe an die Hand. Das war und ist mir nach wie vor unheimlich wichtig und darin sehe ich den größten Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten.

Könnte ich bei dir arbeiten? Kann man sich bewerben? Und gibt es nochmal die Möglichkeit ein Praktikum bei euch zu machen?

Langfristig wollen wir das Fashiioncarpet Team auf jeden Fall vergrößern. Im Zuge dessen haben wir auch schon einmal über eine Assistenz-Stelle nachgedacht. Jemanden, der uns im Daily Business unterstützt. Am liebsten wäre uns jemand, der ein kleiner Allrounder ist und von allem etwas mitbringt ;)

Jemand, der uns auf ca. 20/25 Stunden Basis im Monat unterstützt und uns in Bereichen wie Newsletter Gestaltung (Mailchimp), Pinterest Betreuung und Verwaltung, Shop & Affiliate Pflege und allgemeine Themenrecherche für den Blog unter die Arme greift.

Sollest DU dich beim Lesen zufällig gerade angesprochen fühlen, dann freuen wir uns spontan über eine Bewerbungsmail an info@fashiioncarpet.com. Wichtig wäre, dass du aus München oder Umgebung kommst, damit wir uns auf jeden Fall mal persönlich kennenlernen können :) Praktika werden wir in der Form leider zeitnah nicht wieder anbieten können, da wir für uns festgestellt haben, dass sich die Praktikantenbetreuung leider sehr schwer in unseren Arbeitsalltag integrieren lässt.

Für welches Magazin hast du gearbeitet?

Ich habe in meiner ersten Festanstellung für das Joy und Shape Magazin (Pint) in der Moderedaktion gearbeitet. Im Anschluss war ich Moderedakteurin beim damaligen Onlinemagazin von Stylight. Für mich waren diese Jahre wahnsinnig lehrreich und möchte sie auf keinen Fall missen.

Braucht man eine Ausbildung, um als angestellte Modejournalistin zu arbeiten?

Um als angestellte Modejournalistin arbeiten zu können braucht man heutzutage auf jeden Fall ein Studium. Hierbei muss es allerdings nicht immer das klassische Modejournalismus Studium an der teuren Privatuni oder der klassische Journalismusstudiengang sein. Neben dem Studium ist in der Mode- und Medienbranche vor allem wichtig, dass man Praxiserfahrung in Form von Praktika sammelt. Nicht nur, um einen Einblick und Eindrücke der Arbeit zu bekommen, sondern auch um erste Kontakte zu knüpfen. Ich habe meinen persönlichen Werdegang zur Modejournalistin auch schon einmal im Detail aufgeschrieben. Schaut gerne mal hier rein:

 

Mode & Stil Fragen

Wie lange brauchst du um ein Outfit zusammen zustellen?

Das ist ganz unterschiedlich, in der Regel geht es aber relativ fix. Da ich ansonsten aber liebend gerne rumtrödel, habe ich sehr oft nur 15 bis 20 Minuten, um mich für Termine o.ä. fertigzumachen. Im Alltag ziehe ich dann meistens irgendwas aus dem Schrank was gerade zum Wetter oder meiner Stimmung passt. Da mein Kleiderschrank dank seines Farbkonstruktes mittlerweile recht einheitlich ist, passt auch vieles leicht zusammen. D.h. es ist gar nicht so schwierig einen harmonischen Look zusammenzustellen.

Wenn es um spezielle Shooting Looks für den Blog oder Outfits für die Fashion Week geht, nehme ich mir meistens mehr Zeit. Ich probiere verschiedene Kombinationen durch und nicht selten sieht es bei uns im Schlafzimmer danach wie nach einer Explosion aus. Aber im Alltag geht das wie gesagt meistens sehr schnell und spontan. Ich trage “privat” zum Einkaufen auch gerne mal ne Jeans mit weißem Shirt, was man auf dem Blog nicht so sieht ;)

Wo findest du die besten Schnäppchen (keine Billigware)?

Ich shoppe wahnsinnig gerne in Second Hand und Vintage Läden, da ich es liebe Teile zu tragen, die nicht unbedingt jeder trägt. Äußerem mag ich es sehr alt mit neu oder Designer mit Premium zu mixen. Hierfür schaue ich regelmäßig auf Flohmärkten (von Los Angeles über Berlin bis hin zu Griechenland und München) oder stöbere in Designer Second Hand Shops. Die besten Designer Second Hand Shops Onlineshops dafür habe ich schon einmal in einem Blogpost zusammengefasst.

Für die kommende Woche plane ich außerdem einen Offline Designern Second Hand Guide speziell für München :) Um echte Schätze zu guten Preisen zu finden, muss man intensiv suchen und darf sich nicht zu schade zum Stöbern sein. Ich liebe es in die von außen vielleicht noch so komisch wirkenden Läden reinzugehen, da man einfach nie weiß, welche Schätze sich dort verbergen. Viele Menschen schauen oft auch einfach nicht richtig hin und sehen das Potential in Stücken nicht. Das ist dann mein Glück :)

Was findest du an Frauen schön?

Alles, denn ich liebe es eine Frau zu sein :) Ich bin immer wieder dankbar dafür, dass ich all die wunderschöne Mode und die tollen Accessoires tragen kann. Ich habe immer das Gefühl, dass Männern modisch gesehen nicht so viel geboten wird. Was vielleicht auch daran liegt, dass Männer leider im Durchschnitt weniger mutig und experimentierfreudiger sind. Ist also die Frage, wer hier wen beeinflusst. Das Angebot den Mann oder der Mann das Angebot? Nichtsdestotrotz liebe ich es, dass wir Frauen in der Mode so viel mehr Möglichkeiten haben. Schuhe, Taschen, Schmuck, Schminke, Gürtel, Tücher – wenn wir Frauen von allem viel zu viel haben, wird es trotzdem geduldet, denn wir sind ja schließlich Frauen ;)

Komplett losgelöst von der Mode betrachtet liebe ich, dass wir Frauen gerade in den letzten Jahren immer mehr für unsere Rechte einstehen und dafür kämpfen. Denn ich finde, dass wir uns nicht hinter den Männern, dem vermeintlich stärkeren Geschlecht, verstecken müssen. The revolution is female, Freunde!

Wie häufig trägst du ein Kleidungsstück im Durchschnitt?

Puh, schwierige Frage. Ich glaube das kann ich so allgemein gar nicht pauschalisieren. Ich denke das kann fast niemand, denn es gibt einfach Kleidungsstücke, die trägt man rauf und runter bis sie auseinander fallen. Und dann gibt es diese Stücke, die leider doch eher Schrankleichen sind. Was ich aber sagen kann ist, dass ich keine Wahllos-Käuferin bin, die ständig alles neu hat und Stücke nach einmal tragen aussortiert. Ich kaufe sehr bewusst und achte darauf, dass ich von Teilen wirklich überzeugt bin bevor sie in meinem Besitz landen.

Außerdem habe ich von Haus aus gelernt mit Geld umzugehen, hatte mit 15 Jahren meinen ersten Job (Pfandflaschen sortieren – yay) und achte auch heute noch sehr darauf, in welchen Ausmaß und wofür ich mein Geld ausgebe. Das ist für mich die Grundvoraussetzung dafür, um nicht im Konsum-Chaos zu ersticken. Aber um mal eine Zahl in den Raum zu schmeißen: es gibt Kleidungsstücke, die habe ich seit über fünf Jahren im Schrank und die trage ich nach wie vor gerne – also wahrscheinlich zum 50x :)

Wie gehst du bei deiner Outfit-Planung vor?

Als allererstes suche ich mir eigentlich immer ein Teil heraus, das ich unbedingt anziehen möchte und auf das ich tagesabhängig Lust habe (nicht selten starte ich bei der Outfitplanung auch mit Schuhen). Dann style ich den Rest drumherum und überlege was dazu passen könnte. Bei Kleidern gibt es ja bspw. gar nicht mehr so viel zu machen. Da setze ich dann meistens auf Accessoires. Im Herbst und Winter layer ich gerne und versuche unterschiedliche Längen und Materialien miteinander zu kombinieren.

Als Stylinghilfe habe ich mir letztes Jahr drei Styling-Gitter gekauft, die bei uns im Schlafzimmer an der Wand hängen. Super praktisch, da ich jedes Outfit direkt an den Gittern style und so direkt sehe, wie der Komplett-Look aussieht. Nachdem der Look an sich steht kommen die Accessoires. Ich ergänze den Look dann meistens mit Sonnenbrille, Handtasche oder Gürtel. Und was nie fehlen darf ist Schmuck. Den ziehe ich aber erst an, wenn ich den Look am Körper trage und alles andere schon steht – quasi als letzten Step. Das war’s :)

blogger Pärchen

picture by eileen jordan

11 Kommentare

  1. Cherry
    8. August 2018 / 21:43

    Liebe Nina,

    ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich auf einer deiner Aussage bzw. Weltbild reagieren soll. Da ich seit einigen Monaten darüber nachdenke rassismuschkritische Aufklärung zu betreiben, bestärkt mich meine Entscheidung dir zu schreiben bzw. auf deinen Post zu antworten. Durch die Özil Geschichte habe ich gemerkt, wie unwissend viele Menschen in Deutschland bezüglich Rassismus sind. Vorweg: Ich weiß, dass du es nicht böse meinst bzw. nicht mal ahnst, dass es falsch aufgefasst werden könnte. Und vielleicht hast du dich gar nicht wirklich intensiv kritisch mit der Thematik Rassismus auseinander gesetzt, was auch nicht schlimm ist, da du die Form von Rassismus die andere Menschen erleben nie erlebt hast und erleben wirst. Du wirst dich sicherlich angegriffen fühlen, welches nicht mein Ziel ist. Mein Ziel ist, dir die Augen zu öffnen bzw. rassusmuskritisch zu denken .

    Du schreibt, dass du dir Vorstellen kannst, ein Kind aus einem anderen LAND wie Afrika zu adoptieren. Afrika ist kein Land sonder ein Kontinent. Leider wird es in der westlichen Welt zu oft als Land beschrieben bzw. es wird zwischen den unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Länder sowie Bevölkerungsgruppen nicht differenziert. Es kann ein Flüchtigkeitsfehler sein, dennoch sollte dies nicht passieren! Afrika ist kein Land.

    Die Bezeichnung “farbig” für einen dunkelhäutigen Menschen ist eine veraltete koloniale Bezeichnung, welche alle Menschen beschreibt die nicht weiß sind. Sprich, der nicht “farbige” Mensch wirft alle anderen Menschen in einen Topf, da er sich überlegen fühlt. Bessere bzw. politisch korrekt: Schwarz oder dunkelhäutig!

    Ich finde es schön, wenn Kinder adoptiert werden, egal wo und von wem. Jedoch sollte man als nicht dunkelhäutige Person sich mit seiner eigenen Denkweise vor einer Adoption eines dunkelhäutigen Kindes unbedingt befassen. Je früher desto besser. Deine Aussage “einem farbigen Kind aus Namibia ein besseres Leben zu ermöglichen” ist ein Stich ins Herz für die gesamte Schwarze Bevölkerung!!!! Ich gehe mal davon aus, dass du die Geschichte der Sklaverei und Kolonialzeit in Afrika kennst, besonders die Geschichte von Deutschland und Namibia. Falls du bisher noch nie den Begrife “White savior” oder “white supremacy” gehört hast, dann solltest du dies mal in einer ruhigen Minute tun. (https://de.wikipedia.org/wiki/White_savior)
    (https://de.wikipedia.org/wiki/White_Supremacy) Deine Aussage macht den Anschein, als würdest du dich als nicht schwarze Person, dem schwarzen armen Kind überlegen fühlen. Aber wer versichert dir, dass das Kind ein besseres Leben führen wird? Wer sagt den, dass das Kind gerettet werden möchte? Die Medien und die gesellschaftlichen Strukturen pushen weiße Menschen förmlich, die afrikanische Bevölkerung als hilflos anzusehen. Deine Aussage würde man in der Rassismuswissenschaften als positiven Rassismus bezeichnen. Das Nebenprodukt (Sterotypisches Denken) von Medien und persönlichen Erfahrungen als nicht dunkelhäutige in afrikanischen Ländern. Es ist wichtig sich mit Rassismus auseinander zusetzten, unabhängig davon ob man ein afrikanisches Kind adoptieren möchte. Nein, ich unterstell dir nicht eine Rassistin zu sein, ich möchte einfach nur Aufklären. Es gibt zu viele schwarze in meinem Umfeld, die deutsche Eltern haben, die sich wirklich null mit der Rassismus Thematik beschäftigt haben und diese Kinder bzw. mittlerweile junge Erwachsene leiden sehr stark darunter: Identitätskrisen, Depressionen usw. Leider leben wir in einer Welt in der die Hautfarbe bzw. Religion eine sehr wichtige Rolle spielt. Dabei ist es wichtig, dies zu themasieren und nicht mit Aussagen wie: “Wir sind alle gleich” unter den Teppich zukehren. “exit Racism – rassismuskritisch denken lernen” von Tupoka Ogette ist ein echt gutes Buch. Das Thema ist schon echt komplex für Leute, die noch nie Rassismus erlebt haben oder sich damit auseinander gesetzt haben aber das Buch beschreibt alles super genau.
    So Nina, ich hoffe, dass du verstanden hast was ich mit meiner Antwort aussagen wollte. Für dein Weltbild kannst du nichts, da es durch die Geschichte, Medien und die gesellschaftlichen Strukturen dir so beigebracht wurden. Besonders die Medien präsentieren Afrika bzw. dunkelhäutige Menschen als eine Gruppe dar, der ständig geholfen werden muss! Vielleicht wollen die gar nicht geholfen werden sondern einfach nur in Ruhe gelassen werden…

    xoxo, Cherry

    • FASHIIONCARPET
      Autor
      8. August 2018 / 23:09

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar, deine sehr detaillierte Darstellung deiner Meinung und deinen Aufklärungsversuch. Mir war ehrlich gesagt nicht klar, dass man so viel schlechtes und negatives in meinen einfach nur positiven Gedanken und dem schlichten Wunsch nach Hilfestellung, sehen kann.

      Dass beim Thema Rassismus auf der ganzen Welt (!) noch einiges schief läuft, darüber brauchen wir nicht sprechen. Und, dass Aufklärung stattfinden muss steht außer Frage und da gebe ich dir vollkommen recht. Ob der richtige Ansatz dabei ist, jedes meiner Worte hier auf die Goldwaage zu legen und mir indirekt Rassimus zu unterstellen, weil ich eine vllt nicht 100% politisch korrekte Bezeichnung verwendet habe, weiß ich nicht.

      Dass man sich vor einer Adoption mehr als intensiv mit dem großen Ganzen auseinandersetzt, ist für mich selbstverständlich und sollte bei jeder Adoption Grundvoraussetzung sein. Es geht schließlich um Menschenleben und Entscheidungen, die sicherlich für jeden der Betroffenen größere Herausforderungen und Veränderungen mit sich bringen. Dass Patrick und ich zum aktuellen Zeipunkt an diesem Punkt allerdings noch nicht ansatzweise angekommen sind, muss ich dann wohl an dieser Stelle noch einmal explizit erwähnen.

      Und nein, ich glaube nicht, dass ein Kind im Weisenhaus, ob nun farbig (dunkelhäutig, schwarz) oder weiß, in Ruhe gelassen werden möchte. Wenn man solche Umstände mit dem eigenen Gewissen vereinbaren kann und lieber tatenlos zusieht, dann ist dass das Recht dieses Menschens. Aber dann sollte man bitte nicht von allen anderen Menschen erwarten, dass diese ebenfalls so handeln. Es geht nicht darum, in irgendwelche Kulturen einzugreifen oder den Menschen ihr Leben und Land abzusprechen, sondern schlichtweg darum zu helfen, wenn Hilfe benötigt und gewünscht wird. Dass man dann das Beste tut, um diesem Kind das schönste Leben zu ermöglichen (wie auch immer das im Einzelfall aussehen mag), sollte so normal sein wie wenn man ein leibliches Kind in die Welt setzt. Aber auch daran können manche wohl immer noch etwas schlechtes und falsches sehen. Schade.

      • Cherry
        9. August 2018 / 8:18

        Hey Nina,
        vielen Dank für deine schnelle und professionelle Antwort. Es tut mir leid, dass du dich angegriffen wühlst aber das ist normal, wenn man dieser Thematik konfrontiert wird.
        Dein Wunsch nach Hilfestellung ist nicht schlecht. Leider besitzt dein Gedanken und deine Wortwahl in der Kombination einen negativen Beigeschmack. Und auf diesen Beigeschmack wollte ich dich aufmerksam machen. Wir befinden uns zwar nicht in Amerika aber mit dieser Aussage hättest du dort drüben z. B. einen gewaltigen Shit-Storm ausgelöst. Unwissend und ohne Absicht! Ich möchte niemanden als „Rassisten“ bezeichnen (und das habe ich auch nicht) oder ständig jedes Wort auf die Goldwaage legen müssen aber da ich dich mag und schon sehr lange deinen Blog verfolge wollte ich dich auf das Thema aufmerksam machen. Das du dich als Rassistin bezeichnest fühlst ist auch eine normale Reaktion, wenn man mit dieser Thematik von einer dunkelhäutigen Konfrontiert fühlst. Was echt schade ist, weil sofort eine Art von „nicht-verstehen-wollen“ im Gehirn angeschaltet wird. Das mit dem „in Ruhe lassen“ hast du nicht richtig verstanden. Es bezog sich auf das negative mediale Image von Afrika bzw. dunkelhäutigen Menschen weltweit und nicht auf Adoption. Damit dieser Beitrag nicht zur einer riesigen Debatte wird, werde ich hier jetzt aufhören.

        P.S. Als Fan werde ich weiterhin alles lesen und Liken. Ich gehöre nicht zu deinen „Haters“. Wünsche dir weiterhin viel Erfolg und bald sind die 300k geknackt!

        xoxo, Cherry🍒

        • FASHIIONCARPET
          Autor
          9. August 2018 / 8:28

          Hi Cherry,

          danke dir. Im Grunde ist dein Ansatz ja auch absolut richtig – es muss einfach noch so viel mehr passieren und aufgeklärt werden. Ich bin dankbar dafür, so reflektierte Leser wie dich habe!
          Daher werde ich für mich als learning mitnehmen, meine Wortwahl in dieser Thematik in Zukunft wohl einfach noch bewusster zu wählen, damit der wirklich 100% positive Gedanke und die gut gemeinte Intention dahinter nicht durch Missverständnisse bzw. falsche Wortwahlen verloren oder in die falsche Richtung geht.

          deine Nina

        • Sandra
          9. August 2018 / 10:54

          Liebe Cherry,
          Ich folge hier mal dem Impuls, dir für deine positive Art mit der du argumentierst danken.
          Denkmuster und Worte bilden eine starke Verbindung und ich habe gerade über mich selbst gestaunt, wie selbstverständlich ich da oft rumhantiere.
          Merci für mehr Bewusstsein

          • Pia
            9. August 2018 / 18:02

            Liebe Cherry,

            vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Ich selbst bin begeisterte Leserin dieses Blogs, aber ich habe während des Lesens des Beitrags ähnliches gedacht und hätte es niemals so passend, aber dennoch positiv formulieren können.

            Liebe Grüße

  2. 8. August 2018 / 13:19

    Ein sehr schöner zweiter Teil. Modisch gesehen bin ich auch total froh eine Frau zu sein. Wobei ich glaube das Problem mit den unmodischen Männern ist ein bisschen ein Problem hier in Deutschland. In Italien finde ich, sind die Männer immer super chic gekleidet und es gibt für Männer Auch viel mehr Auswahl.

    LG Katharina
    https://dressandtravel.com

  3. 8. August 2018 / 12:29

    Danke für den Einblick, die Fragen wie auch die Antworten sind super interessant!
    Es ist schön die Personen hinter der Plattform besser kennenzulernen.
    Ich bin schon gespannt auf euren Hund :)
    Liebe Grüße
    Juli von JuliJolie

  4. 8. August 2018 / 12:28

    Liebe Nina,
    das sind super spannende Frage und tolle Antworten. Vor allem, wie du die Atmosphäre und das Leben in München beschrieben hast.
    Ich finde es immer super spannend etwas über Eure Arbeitsweise zu lesen! Ihr sied, wie ich finde, ein absolutes Vorbild.

    xo Rebecca
    https://pineapplesandpumps.com

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