7 wichtige Dinge, die wir von Karl Lagerfeld lernen können

Leben und Charakter Karl Lagerfeldpicture by PR

Das Ende einer wundervollen Ära…

Karl Lagerfeld ist im Alter von 85 Jahren in Paris verstorben. Diese Nachricht verbreitete sich gestern, am 19.02.2019, durch Social Media wie ein Lauffeuer. Mein Instagram Feed war voll mit Bildern, Danksagungen und Beileidsbekundungen. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie traf mich die Nachricht über den Tod von Karl Lagerfeld auch sehr. Er ist eine Legende, war ein starker Charakter, jemand der über mehr als sieben Jahrzehnte die Modebranche gestaltet und revolutioniert hat. Auch, wenn er hier und da vielleicht etwas eigen wirkte und man ab und zu das Gefühl hatte, er lebte in seiner ganz eigenen Welt, war er einmalig. Daher möchte ich diesen Blogpost heute in gewisser Weise ihm widmen und 7 Dinge, die wir alle von Karl Lagerfeld lernen können mit euch teilen.

7 Dinge, die wir von Karl Lagerfeld lernen können 

 

1. Eine Meinung zu haben ist richtig und wichtig

Karl Lagerfeld war für seine starke Meinung bekannt. Dafür kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Seine Zitate und Äußerungen erlangten schon zu Lebzeiten Kultstatus. Sätze wie „Ich kenne keinen Stress, nur Strass“ oder „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ sind legendär. Karl war bekannt dafür sein Herz und seine Meinung auf der Zunge zu tragen. Selbst Superstars wie Adele (er bezeichnete sie als fett) oder Michelle Obama (Karl mochte ihre Ponyfrisur nicht und tat dies öffentlich kund) waren vor der schonungslos ehrlichen Meinung des Designers nicht sicher. Er stand dazu. Versteckte sie nicht. Er sprach das aus was er dachte, egal ob er damit aneckte (was im Falle der Beleidigung gegen Adele auch mehr als verständlich ist). Er sorgte dafür, dass die Menschen über das was er sagte nachdachten. Vielleicht veränderte seine Meinung nicht immer etwas, aber sie blieb im Kopf und stand für ihn ein.

Nur wer eine Meinung hat und für Dinge und Sichtweisen einsteht, kann die Welt durch seine Stimme verändern.

 

2. Geh raus in die Welt und erobere sie

Lagerfeld, der bürgerlich übrigens Karl Otto Lagerfeldt hieß (das „t“ in Lagerfeld ließ er später aus kommerziellen Gründen für seinen Beruf entfernen) wurde 1933 in Hamburg, genauer gesagt in Bad Bramstedt, geboren. Bereits im Jugendalter verließ er seine Familie und die norddeutsche Stadt. Sein Ziel? Paris, um dort erste Schritte in der Modebranche zu machen. Im jungen Alter von 16 Jahren gewann Lagerfeld einen Pariser Design-Wettbewerb für eine Mantelzeichnung. Es folgten Assistenz-Stellen bei Pierre Balmain (Mitte der 50er Jahre) und Jean Patou (1958 bis 1963). Hier machte er erste Erfahrung im Haute Couture Bereich und schnupperte High Fashion Luft. Sein Einsatz und seine grenzenlose Disziplin wurden später belohnt.

Ab und zu muss man im Leben Dinge wagen, Risiken eingehen und vielleicht hier und da auch über seinen Schatten springen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

 

3. Geh mit offenen Augen durch die Welt

Mindestens genauso wichtig wie das „mal über seine Schatten springen“ ist den Blick für die Welt und die darin stattfinden Dinge nicht zu verlieren. Karl Lagerfeld entdeckte bspw. seine Muse Claudia Schiffer als sie sich für eine andere Marke auf einem Moped fotografieren ließ. Lagerfeld sah das Bild später in einer Zeitschrift und entschied sich dafür, das noch unbekannte Model für seine Chanel Show zu buchen.

Die schönsten Dinge passieren dann, wenn wir sie nicht erwarten. Dies ist aber nur möglich, wenn wir offen für die Welt bleiben und immer versuchen ihre ganze Schönheit und all ihre Optionen und Möglichkeit zu sehen und zu verstehen. 

 

4. Finde deinen eigenen Stil

Die schwarze Retro Sonnenbrille auf der Nase geparkt, schwarze Handschuhe, darunter goldene Ringe, ein steifer, weißer Kragen und schwarze Hosen. Die weißen Haare zu einem tiefen Zopf im Nacken zusammengebunden. So kannte man Karl Lagerfeld und genau mit diesem Look wurde er irgendwie auch ein Stück weit berühmt. Das war er. So sahen ihn die Menschen. Lagerfeld schaffte es seinen ganz eigenen Signatur Look zu kreieren. Etwas, das die Menschen mit ihm (neben seiner Persönlichkeit und der großartigen Mode, die er machte) in Verbindung brachten.

Gerade in der heutigen Zeit von Social Media, in der gefühlt alles und jeder gleich aussieht, ist es so wichtig sich selbst zu finden. Habt Mut einfach ihr zu sein, denn alle anderen gibt es schon.

 

5. Tue einfach alles was dir Spaß macht

„Ich langweile mich ziemlich schnell. Die Vorstellung, mein Leben damit zu verbringen, dasselbe Thema wieder und wieder zu bearbeiten, ist ein Alptraum.“ Dieses Zitat von Lagerfeld beschreibt sein Leben ziemlich gut. Der gebürtige Hamburger war ein Tausendsassa. Zu Lebzeiten designte er nicht nur für das Modehaus Chanel, sondern auch noch für Fendi und sein eigenes Label Karl Lagerfeld. Summa summarum bedeutete dies jedes Jahr bis zu 20 Kollektionen für drei stilistisch komplett unterschiedliche Modehäuser zu entwerfen. On Top zeigte Lagerfeld jede Saison noch zwei Haute-Couture-Kollektionen in Paris. Er zeichnete, flog um die Welt, hatte Meetings, trank Cola, drehte Werbespots.

Als Ästhet stand Lagerfeld auch häufig hinter der Kamera und fotografierte die Kampagnen seiner Modehäuser sowie Editorials für Modemagazine einfach selbst. 2004 ging er außerdem mit H&M die erste Designer Kooperation überhaupt ein, entwarf Designs für Steiff (Stofftiere) und Steinway (Klaviere). Außerdem besaß er  sogar  einen eigenen Buchladen in Paris. Seine Katze Choupette machte er zum Social Media Star und verschaffte ihr mehr als 200.000 Follower. Karl beschränkte sich nie, er tat einfach das worauf er Lust hatte und wonach im war.

Die größte Grenze in unserem Leben befindet sich meistens in unserem Kopf. Dabei sollten wir eines nie vergessen: Wir all haben nur dieses eine Leben. Also sollten wir jeden Tag in vollen Zügen genießen, Dinge tun, die uns Spaß machen und unser Leben so leben wie wir es wollen.

 

6. Think Big! Deine Träume und Visionen können wahr werden

Mit Karl Lagerfeld stirbt auch ein Stückchen Chanel. Das Modehaus ist seit Jahrzehnten für seine imposanten und einmaligen Laufsteg-Inszenierungen bekannt. Die Runway Show war jede Saison legendär und blieb in den Köpfen und Träumen vieler hängen. 2005 schrieb Karl im Katalog zur Chanel-Schau im Metropolitan Museum of Art 2005: “Mode ist auch ein Versuch, bestimmte unsichtbare Aspekte der Realität eines Moments sichtbar zu machen.“ Und genau das schaffte er mit seinen Schauen. So inszenierte er die Luxus Mode bspw. innerhalb eines riesigen Chanel-Supermarktes, ließ die Models Einkaufswagen schieben oder ein paar Jahre zuvor mit Hockeyschlägern und Surfboards mit CC Logo über den Laufsteg laufen.

Geht nicht, gibts nicht! Und immer, wenn man dachte es könnte nicht noch krasser werden, setzte Karl einen drauf. Er träumte groß und zeigte u.a. mit seinen Chanel Schauen einmal mehr, dass Träume und Visionen wahr werden können. Man muss nur an sie glauben und für sie arbeiten.

 

7. Sei dir deinen Stärken bewusst 

Sätze wie „Ich verdanke niemandem etwas. Ich habe Chanel erst zu dem gemacht, was es ist. Ohne mich wäre das Haus längst geschlossen“, stehen abgedruckt in seiner Biographie „Karl“ und lesen sich wie ein lauter Knall. Mich bringen sie zum Schmunzeln. Warum? Weil ich es stark finde. Karl Lagerfeld wusste wie hart er arbeitet, dass ihm nichts geschenkt wurde und war nicht zu bescheiden, um auf sein Lob zu verzichten. Auch, wenn er es sich selbst gab.

In der heutigen Welt sind wir von so viel vermeintlichem Perfektionismus umgeben, dass wir in manchen Situationen zu schnell an uns selbst zweifeln. Dabei ist es so wichtig, die eigenen Stärken zu sehen und zu wertschätzen. Niemand ist perfekt, aber jeder Mensch hat gute Dinge und Eigenschaften an sich. Jeder. Auch du!

7 Kommentare

  1. Mel
    20. Februar 2019 / 15:30

    Liebe Nina,

    vielen Dank für den schönen Beitrag.
    Auch ich bin betroffen und wie so viele weiß ich auch nicht so wirklich warum?! Irgendwie bin ich mit Karl aufgewachsen, hat er mal bei Thomas Gottschalk auf der Couch gesessen oder hier und da war er in einem Interview zusehen. Carrie, Claudia und Co. haben von ihm gesprochen genauso wie meine Oma. Coca Cola light verbinde ich mit ihm genauso wie H&M. Vor ein paar Jahren habe Ich seine Biographie auf dem Flohmarkt gefunden und verschlugen. Er war all Gegenwertig, ein Hamburger – ein Welt „Star“. Viele Designer sind schon gegangen aber ihn vergisst man nicht. Ich weiß jetzt warum ich ihn ein bisschen vermisse – er war wie ein alter Bekannter den man immer mal sah, nie wirklich kannte und sich immer darüber freute. Die Engel tragen nun wirklich Chanel.

    Liebe Grüße
    Mel

  2. Anne
    20. Februar 2019 / 10:56

    Mit 85 Jahren gestorben, aber 1938 geboren?
    Irgendwas stimmt da nicht….

    Trotzdem ein schöner Artikel zu ehren einer absoluten Legende.

    • FASHIIONCARPET
      Autor
      20. Februar 2019 / 10:59

      Oh, da hat sich ein Fehler eingeschlichen. Er wurde 1933 geboren.
      Hab’s geändert, danke für den Hinweis :)

  3. Christina Niedenbück
    20. Februar 2019 / 9:17

    Liebe Nina,

    Danke für diesen wundervollen Beitrag. Man kann einfach jetzt auch noch so viel von ihm lernen und manche eigne Eigenschaften überdenken. Er ist und bleibt eine Inspiration.

    Liebe Grüße
    Christina

  4. Kathie
    20. Februar 2019 / 8:49

    Liebe Nina,
    was für ein schöner Post! Ich bin auch betroffen, weiß aber gar nicht so richtig wieso. Er hat wohl mein Leben und die Mode die ich trage doch mehr beeinflusst als gedacht. Irgendwie war Karl nie alt, geschweige denn sterblich für mich. Ich finde es toll, dass Du ihn auf diese Weise ehrst und wir uns alle ein bisschen mehr „Karl“ aneignen sollten

    • FASHIIONCARPET
      Autor
      20. Februar 2019 / 9:13

      Liebe Kathie,

      mir geht es genauso. Er gehörte irgendwie zu den Menschen, die gefühlt ewig leben und nie gehen.
      Vielleicht traf einen die Nachricht gestern deswegen auch so total unvorbereitet. Aber er hinterlässt ja Gott sei Dank ganz viel Wundervolles für uns <3

  5. Alexandra Aichhorner Schummer
    20. Februar 2019 / 8:42

    Liebe Nina,
    dieser Artikel ist einfach nur wundervoll. Eine wunderschöne Hommage an Karl Lagerfeld und das Leben.
    Vielen Dank dafür
    Liebe Grüße
    Alexandra

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