LTTE #5: Diagnose Brustkrebs – wenn dein komplettes Leben von heute auf morgen in Tausend Teile zerbricht

Diagnose BrustkrebsHannah hat den Brustkrebs erfolgreich überwunden und kann heute wieder lachen <3

Letter To The Editor #5

In der Blogkategorie “Letter To The Editor” veröffentliche ich einmal im Monat einen Beitrag in Zusammenarbeit mit einem von euch hier auf dem Blog. Ich bekomme sehr viele persönliche Nachrichten und Mails mit Anregungen, Fragen und Gedanken von euch. In dieser Artkel-Reihe soll es keine Tabu-Themen geben. Ich möchte mit euch in den Austausch kommen und dabei über alles reden, was euch bewegt. Egal ob Mode-, Beauty-, Social Media-, Reise-, Lifestyle- oder persönliche Themen.

Der heutige “Letter to the Editor” ist etwas ganz Besonderes und liegt mir extrem am Herzen. Denn im Gegensatz zu sonst, geht es heute nicht um Produkte, Trends oder Brancheninsides – es geht um das echte, das wahre Leben. Normalerweise thematisiere ich hier auf Fashiioncarpet ausschließlich die schönen Dinge des Lebens. Es geht um positive Ereignisse, Trends und Dinge, die das Leben schöner machen. Was alle Artikel hier dabei immer gemeinsam haben? Am Ende sollen sie euch inspirieren, anregen und vielleicht auch hin und wieder zum Nachdenken anregen. Und genau zu Letztem gehört auch der heutige Artikel.

Es kann jeden von uns treffen!

Als mir Hannah am 07. April diesen Jahres das erste Mal eine Mail schrieb, durchlief ich beim Lesen ihrer Nachricht mehrere Gefühlssituationen. Von Entsetzen, über Trauer bis hin zu Bewunderung und Freude war eigentlich alles dabei. Beim Lesen der Zeilen und mit dem ersten, bewussten Erfassen von Hannahs Schicksal merkte ich, wie ein Klos in meinem Hals entstand. Ich fühlte Schock. Über die Tatsache, dass einer jungen Frau so etwas Schlimmes zugestoßen war. Ich verspüre Trauer. Darüber, dass immer wieder so unfassbar schreckliche Ereignisse geschehen, die Menschen von heute auf morgen aus ihrem Leben reißen. Darüber, dass wir unserem Schicksal hin und wieder so schonungslos ausgesetzt sind und, dass das Leben eben nicht immer fair ist.

Daraufhin hörte ich mehrere Wochen nichts von Hannah und machte mir insgeheim Sorgen, dass ihr etwas noch Schlimmeres zugestoßen war. Eine Antwort auf meine Mail blieb bis zum 21. Juni aus. Dann, am 22. Juni, erhielt ich meine langersehente Antwort von Hannah, in der sie mir mitteilte, dass sie ihre Therapie erfolgreich überstanden habe und sich jetzt in Kur befindet. In diesem Moment verspürte ich Freude und Bewunderung. Über ihre Stärke, die Therapie überstanden zu haben und, dass sie auf dem Weg der Besserung war.

Heute, über einen weiteren Monat später sind wir beide bereit. Bereit, um Hannahs Geschichte zu erzählen und euch an eine Thematik heranzuführen, über die in unserer Gesellschaft leider immer noch zu wenig gesprochen wird. Brustkrebs. Besonders im jungen Alter. Hannah und ich haben uns gestern in München getroffen und es macht mich stolz, dass ich für den fünften „Letter to the Editor“ mit einer so unfassbar inspirierenden und starken Frau zusammenarbeiten durfte. Von daher nehmt euch bitte die Zeit und lest diesen Artikel von Anfang bis Ende, denn es steckt nicht nur Hannahs und mein Herzblut in diesen Zeilen, sondern eine noch viel wichtigere Message.

 

“Sie haben Brustkrebs”
Wenn ein einziger Satz dein komplettes Leben verändert

PS: Wer Hilfe, einen Austausch oder Anregungen möchte, kann sich gerne bei Hannah direkt melden :) Ihr erreicht sie am besten über ihren persönlichen Instagram Account hier.

– ein Interview – 

Nina: Liebe Hannah, ich weiß wie unsicher du dir im Vorfeld warst, mir deinen ganz persönlichen Brief zu schreiben. Dass es dich wahnsinnig viel Überwindung gekostet hat all das noch einmal öffentlich zu durchleben und Fremden Zutritt in diese unheimlich private und persönliche Lebenssituation zu gewähren. Daher freut es mich umso mehr, dass du dich dafür entschieden hast deine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen mit uns zu teilen. Es macht mich stolz, dass du Fashiioncarpet und mich als “fremden” Kanal dafür ausgewählt hast, deine Geschichte zu erzählen. Aufzuklären. Anzuregen. Nachzudenken. Und vor allem mutig und willensstark zu sein. Danke, dass du mich und die anderen Teil deiner Geschichte werden lässt. Stell dich doch bitte kurz einmal vor. Wer bist du, was machst du und was sollten die Fashiioncarpet Leser unbedingt über dich wissen? :)

Hannah: Mein Name ist Hannah. Ich bin 30 Jahre alt und lebe mit meinem Freund und unserem Dackel in Karlsruhe. Ich habe BWL und Projektmanagement studiert, war in der internationalen Personalentwicklung tätig und habe Anfang 2017 mit meinem Freund entschieden, dass ich in seine Schreinerei einsteige und wir das Unternehmen um einen Möbelladen „ergänzen“ und den Fokus auf das Design und die Produktion hochwertiger Möbel legen. Dort bin ich für einen Teil des Vertriebs, sowie Marketing und kaufmännische Themen zuständig. Ich liebe diese abwechslungsreiche Arbeit! Privat wird die Passion zu Interior durch meine Liebe zur Mode ergänzt!

Der Moment des Schicksalsschlags

Nina: Also noch jemand, der sein Hobby und seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat – das ist toll :) Umso tragischer ist es, dass ein glücklicher, junger Mensch wie du von heute auf morgen solch einen Schicksalsschlag erleiden musste. Kannst du dich noch an deine ersten Gedanken nach Erhalt der Diagnose erinnern? Wie hast du die Diagnose erlebt?

Hannah: Ich habe im Juli 2017 einen Mückenstich-artigen Knubbel in meiner rechten Brust ertastet. Ich hatte keinerlei Beschwerden und fühlte mich gesund. Ich bin trotzdem zum Ultraschall und daraufhin zur Stanzbiopsie gegangen. Aber selbst nachdem die Gewebeprobe entnommen wurde, rechnete ich immer noch nicht damit, dass es sich um etwas Ernstes handeln könnte. Ich bin eine Woche später komplett unbedarft zur Besprechung ins Krankenhaus gefahren.

Als die Nachricht „Sie haben Brustkrebs!“ kam, dachte ich im ersten Moment „Na ja, dann schneidet das doch kurz weg.“ Die Ärztin redete vom „vollen Programm“. Ich weiß noch genau, dass ich das Gefühl hatte, das alles habe überhaupt nichts mit mir zu tun und ich wäre nur fremder Beobachter einer tragischen Situation. Erst ganz langsam habe ich verstanden, dass das ernst gemeint war. Es hat mir und meiner Familie den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich und auch mein Umfeld standen die ersten Tage vollkommen unter Schock. Ich habe zwischen Heulkrämpfen, makabren Witzen und einer Art Ohnmacht gewechselt. Ich hatte keine Ahnung was auf mich zukommt, aber ich wusste, dass es schlimm wird… und das war bereits zum damaligen Zeitpunkt, und ist auch heute noch, ganz schwer zu greifen.

Nina: Diesen Moment und dieses Gefühl kann sicherlich nur jemand wirklich nachempfinden, der dasselbe schon einmal durcherlebt hat. Und diese Situation wünscht man wirklich niemandem. Wie bist du letztendlich dazu gekommen mir einen “Letter to the Editor“ zu schreiben?

Hannah: Ich folge Euch auf Instagram seit meinen Anfängen dort und bin darüber auf euren Blog gestoßen. Die Idee mit dem “Letter to the Editor” fand ich toll, hat mich aber am Anfang gar nicht initiativ angesprochen, sondern einfach inhaltlich interessiert. Ich habe während meiner Krankheitsphase auf Instagram über die Therapie, Nebenwirkungen und meine Gedanken rund um Krebs berichtet. Durch diese Herangehensweise wurde mir die Reichweite meiner Worte bewusst. Ich stand im Austausch mit so vielen Betroffenen oder Angehörigen, konnte mein Umfeld auf dem Laufenden halten und habe Themen schriftlich aufgearbeitet.

Im April hatte ich spontan den Einfall, dass es doch spannend wäre, neben Euren bisherigen Themen, ein ganz anderes zu beleuchten und dadurch einerseits zum Nachdenken anzuregen, zur Vorsorge aufzurufen, aber eben auch zu zeigen, dass das Leben hoffentlich „irgendwie“ weitergeht und eine solche Krankheit Bestandteil des Lebens sein kann. Natürlich ändert eine solche Krankheitsgeschichte die Denkweise, ggf. sogar die Lebensweise, aber die Interessengebiete, z.B. die Mode, verschwinden nicht. Und so kam ich auf die Idee, die Themen zu verknüpfen.

Unterstützung & Hilfe

Nina: Diese Idee finde ich klasse und so wahnsinnig wichtig. Denn das Leben besteht eben nicht nur aus Heiterkeit und Sonnenschein. An jedem Himmel ziehen mal Wolken auf und manchmal sind sie besonders dick und dunkel, so sehr, dass sie gefühlt nie wieder verschwinden. Wie du sagst: Wir alle haben eine Stimme, die wir bewusst einsetzen und dafür nutzen sollten, um die Welt besser zu machen und sie voran zu bringen. Um anzuregen, aufzuklären oder zu helfen. Ich durfte dich gestern persönlich kennengelernt und auf mich machst du einen wahnsinnig gefassten und starken Eindruck. Was hat dir bis heute geholfen so stark zu bleiben und nicht den Mut zu verlieren?

Hannah: Ich habe bis zum Ende der Therapie nie darüber nachgedacht, dass das nicht gut ausgehen könnte. Man bekommt mit der Diagnose einen Therapieplan und den galt es für mich einfach abzuarbeiten. Augen zu und durch! Mein Körper wurde von Woche zu Woche schwächer und es ging jedes Mal etwas anderes kaputt. Aber sobald ich die eine Chemo intus hatte, habe ich angefangen mich innerlich auf die nächste vorzubereiten und habe versucht mich darauf vorzubereiten, auch die durchzustehen.

Ich hatte Zuhause sehr viel Unterstützung! Da ich den Alltag nicht mehr stemmen konnte, haben meine Familie und Freunde nahezu alle Aufgaben übernommen. Ich habe aber trotz allem versucht weiterhin am Leben teilzunehmen und habe nichts pauschal abgesagt. Wenn es mir gut ging, habe ich eine Geburtstagseinladung angenommen, wenn es mir mies ging, musste ich spontan absagen. Ich habe versucht, gezwungen auch durch den Hund, einigermaßen in Bewegung zu bleiben, um den Abbau des Körpers nicht noch mehr zu verschlimmern.

Das Leben danach…

Nina: Das heißt langfristig Pläne machen war nur noch schwer möglich und du hast quasi von Tag zu Tag und von Gemütszustand zu Gemütszustand gelebt. Wie hat sich dein Leben durch die Brustkrebserkrankung sonst noch verändert (sowohl positiv als auch negativ)? Hast du Dinge gelernt? Siehst du Dinge heute anders? Lebst anders?

Hannah: Aktuell befinde ich mich in einer Art Schwebezustand zwischen der Angst vor einem Rückfall, der noch nicht 100% Belastbarkeit und dem Bewusstsein mehr genießen zu wollen. Ich möchte mehr Ausgleich im Leben schaffen: arbeiten, aber eben auch fokussiert Dinge für mich zu tun. Freizeit nicht abarbeiten, sondern genießen. Nicht immer über die Zukunft nachdenken, organisieren und planen, sondern den Moment leben.

Negativ ist für mich vor allem die Angst vor einem Rückfall. Die Unbeschwertheit ist ein Stück weit weg. Ich weiß, was passieren kann und wie es sich anfühlt. Das will ich nie wieder erleben! Positiv ist aber, dass die Beziehungen zu meinem Umfeld sehr aufgeräumt sind. Meine Familie / Freunde und ich sind sehr eng zusammen gewachsen!

Außerdem ist Sport ein ganz anderer Bestandteil meines Lebens geworden. Dadurch, dass es Studien gibt, die ein sehr niedriges Rückfallrisiko bei viel Bewegung belegen, lässt sich der innere Schweinehund viel leichter überwältigen.

Nina: Das heißt du kämpfst und lässt dich nicht unterkriegen. Davor ziehe ich meinen Hut und es ist wunderbar zu sehen, wie lebensbejahend und stark du bist <3 Deine Geschichte zeigt trotzdem einmal mehr, dass es uns alle treffen kann. Dass Krebs etwas ist, was einfach passiert, ohne dass man sich darauf im Vorfeld groß vorbereiten oder absichern kann – weder geistig noch körperlich. Dass Krebst kein Alter hat. Was rätst du Frauen – sowohl Betroffenen als auch nicht Betroffenen?

Hannah: Für Betroffenen: Reden! Schreiben! Egoismus! Und versuchen Gesagtes nicht Persönlich zu nehmen. Man sollte davon ausgehen, dass die Fragen und Bemerkungen der Umwelt positiv gemeint sind, dann lässt es sich leichter aushalten. Die meisten wissen es einfach nicht besser und man sollte keine Kraft darauf verschwenden sich darüber aufzuregen.

Für Angehörige: Fragen! Nicht davon ausgehen, dass man etwas schon weiß oder zu interpretieren. Jeder geht komplett anders damit um und wünscht sich auf andere Weise Unterstützung und Reaktionen.

Für Nicht-Betroffene: Ein erster, eigener Untersuchungsansatz lässt sich bspw. beim Duschen vornehmen, um auf Veränderungen in der Brust und dem Gewebe unter den Achseln zu achten. Wichtig ist außerdem, dass man regelmäßig zur Vorsorge geht (mindestens einmal im Jahr – zwei Mal schadet aber auch nicht), und auch bewusst einfordert vom Arzt abgetastet zu werden. Sollte dieser es nicht von sich aus machen, fragt unbedingt gezielt danach! Wer fragt, wird sicherlich nicht abgewiesen.

Nina: Du sprachst in deiner ersten Mail an mich vom “Leben mit Krebs und Stil“. Was bedeutet “ein Leben mit Krebs und Stil” für dich und wie setzt du dieses Lebensmotto persönlich um?

Hannah: Ich habe versucht mich nicht gehen zu lassen. Ich glaube, dass die Krankheit, vielleicht auch speziell durch die intime Stelle, viel Scham mit sich bringt. Dazu kommt der Haarverlust, viel Kortison und Nebenwirkungen, die sehr unangenehm sind.

Man schämt sich, davon betroffen zu sein, man schämt sich so auszusehen, man fühlt sich für immer gebrandmarkt. Ich glaube, dass es hilft, weiter rauszugehen, schöne Dinge zu unternehmen, sich trotzdem zurecht zu machen. Ich habe weiterhin schöne Kleider geshoppt, mich versucht zu schminken, mochte meine Perücke zumindest optisch gerne.

Vorurteile und falsche Annahmen

Nina: Davon mal ganz abgesehen muss ich sagen, dass dir die kurzen Haare super stehen! Zumindest optisch hast du meiner Meinung nach das beste aus der Krankheit gemacht :) Aber gibt es Vorurteile oder falsche Annahmen in der Gesellschaft rund um das Thema Brustkrebs, mit denen du unbedingt aufräumen willst?

Hannah: In allererster Linie: Krebs ist nicht gleich Krebs, selbst Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Ich saß jede Woche mit acht Frauen in der Chemoambulanz und man könnte meinen, jede von uns hatte eine andere Krankheit. Die Nebenwirkungen waren teilweise komplett gegensätzlich. Und auch unsere Beschreibungen waren ja subjektive Empfindungen jeder einzelnen. Also weiß auch ich nicht, wie Brustkrebs ist, sondern nur wie es bei mir lief. Es weiß keiner, wie es ist Krebs zu haben, der es nicht hatte. Fragt nach. Man stört nicht. Viele Leute halten sich zurück aus der Angst, zu belästigen. Aber es ist leichter auf eine Frage oder Hilfsangebot nicht zu antworten, als sich selbst zu melden oder um Hilfe zu bitten.

Es ist keiner Schuld daran, Krebs zu bekommen. Natürlich gibt es Faktoren, die Krebs begünstigen – genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse, vielleicht auch Lebensstile – aber es ist nicht belegt, warum jemand Krebs bekommen hat und somit gibt es auch keine Schuldzuweisung. Jeder kann davon betroffen sein!

Dann natürlich das Alter. Wir sind jung, uns passiert nichts. Das ist natürlich einerseits ein Selbstschutz, der auch gesund und ganz wichtig ist und den ich mir auch wieder wünsche, aber es ist nie zu früh für Vorsorge oder Vorsicht. Wenn sich etwas komisch anfühlt, dann ab zum Arzt und nicht abwimmeln lassen. Es gibt kein „zu jung“ für Krebs.

Als letztes das Thema Aussehen: Nur weil jemand ein geschminktes Gesicht hat, schöne Kleider und eine Perücke trägt, heißt das nicht, dass es ihm gut geht. Das heißt, lediglich, dass die Person versuchte in normales Leben zu führen und nicht auf Hundert Meter Entfernung als krebskrank identifiziert werden möchte.

Die Zukunft

Nina: Du hast deine Therapie erfolgreich abgeschlossen und warst auch schon zur Kur. Wie geht es für dich weiter? Was sind deine Träume und Wünsche für die Zukunft? :)

Hannah: Wenn mir früher jemand zum Geburtstag Gesundheit wünschte, dachte ich immer „So ein Quatsch, ich will ne Céline-Tasche“. Heute möchte ich immer noch eine Céline-Tasche, aber ich will sie gesund tragen können. Ich wünsche mir einfach Gesundheit und, dass ich und mein Umfeld nie wieder so was erleben müssen!

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass ich das Erlebte positiv umwandeln kann und als Erfahrung sehe, die ich machen musste und aus der ich extreme Stärke und Stolz gewinnen konnte. Für mich startet so langsam der Alltag wieder. Ich möchte wieder anfangen zu arbeiten, und mein Leben ohne permanente Hilfestellung meistern können. Aber ich möchte auch die Vorsätze als notwendig sehen und in mein Leben integrieren.

Dann hoffe ich, dass ich und mein Freund irgendwann trotzdem Kinder bekommen können. Durch die Chemo ist das oft nicht mehr möglich, was am jungen Alter eben so tragisch ist. Ich konnte mir vorab gesundes Ovarialgewebe entnehmen und einfrieren lassen und hoffe, dass es funktioniert.

Und dann natürlich eine schöne Hochzeit im September :) Wir haben so eine krasse Zeit zusammen durchgestanden und es hat uns einfach noch mehr zusammen geschweißt.

Nina: Liebe Hannah, das hört sich nach einem perfekten Plan an und ich wünsche dir von ganzem Herzen das all das und noch so vieles mehr für dich und deine Familie in Erfüllung geht. Für mich bist du eine echte Powerfrau, von der wir uns alle etwas abschauen und lernen können. Bleib weiterhin ein so toller Mensch! Ich danke dir vom ganzen Herzen für das Interview und hoffe, dass sich unsere Wege vielleicht an einer anderen Stelle noch einmal kreuzen :)

Ich durfte Hannah gestern persönlich kennenlernen. Mittlerweile hat sie den Brustkrebs besiegt und kann endlich wieder lächeln <3 Gut vier Stunden haben wir über sie, ihre Brustkrebserkrankung, den Kampf um Gesundheit und das Leben allgemein gesprochen. Menschen wie Hannah sind für mich der beste Beweis dafür, dass es sich immer lohnt zu kämpfen und dass man niemals den Mut verlieren darf. Wir alle haben nur dieses eine Leben und deswegen gilt es alles dafür zu tun. Auch zum Arzt zu gehen und regelmäßige und frühzeitige Vorsorge zu treffen!

    LET’S TALK


    Ich möchte auch dich hiermit ermutigen, mir deinen ganz persönlichen Leserbriefe zu schreiben <3 Worüber wollen wir reden? Was liegt dir auf der Seele. Was wolltest du schon immer einmal wissen. Welche Fragen bewegen dich? Welche Gedanken spuken dir im Kopf herum? Ich möchte sie gemeinsam mit dir auf dem Blog thematisieren, versuchen Antworten und Erklärungen zu finden. Schreib mir gerne auch deine Website oder deinen Instagram Kanal, damit dein Brief ein Gesicht bekommt :)

     

    DEIN "LETTER TO THE EDITOR"
    Ich freue mich ganz doll, dass du Teil von "Letter To The Editor" werden möchtest :) Mit dem Abschicken deines Briefes erklärst du dich damit einverstanden, dass dein Brief ggf. öffentlich auf Fashiioncarpet.com zu lesen sein wird. Falls du dies nicht möchtest, vermerke dies bitte in deinem Brief. Danke <3

     

    11 Kommentare

    1. 28. Juli 2018 / 18:11

      Liebe Nina.
      Hier geht es heute weiter mit meinem Kommentar …

      Meine betroffene Freundin also ist glücklicherweise sehr stark und zuversichtlich an ihre Therapien herangegangen. Mittlerweile sind diese nahezu abgeschlossen und es gab tatsächlich nur wenige Nebenwirkungen.
      Kürzlich hat sie mir ein Bild von ihrem letzten Chemo-Termin geschickt. Es hat mich sehr berührt, denn ihr Platz war an diesem Tag mit bunten Heliumballons geschmückt.
      Hannahs Worte ” Ich habe bis zum Ende der Therapie nie darüber nachgedacht, dass das nicht gut ausgehen könnte.” hat auch meine Freundin so ausgesprochen. Und ich bin mir sicher: beide haben Recht.
      Krebs kann uns alle treffen, das stimmt. Dennoch gehöre ich zu den Menschen, die sich ganz sicher sind, niemals Krebs zu bekommen. Woher diese Überzeugung kommt? Ich weiß es nicht. Und vielleicht sogar wird mir das Leben eines Tages sogar beweisen, dass ich damit falsch liege …
      Wichtig finde ich, dass Hannah erwähnt, dass niemand Schuld daran ist, Krebs zu bekommen. Natürlich kann man für sich sorgen und einen einigermaßen gesunden Lebensstil pflegen – dennoch trifft einen keine Schuld, wenn man trotzdem krank wird.
      Hannah wünscht sich, das Erlebte positiv umzuwandeln und ich glaube, dass genau das mit diesem LTTE bereits ein Stück weit geschehen ist.
      Dieser Blogpost ist Freude und Bereicherung zugleich. Ich danke Euch beiden Powerfrauen dafür.
      Alles Liebe.
      Steffi
      http://www.tephora.de

    2. 27. Juli 2018 / 17:40

      Liebe Nina.
      Danke, dass Ihr Hannahs Geschichte mit uns teilt. Schön, dass Ihr Euch sogar zum persönlichen Gespräch in München getroffen habt und dabei ein gemeinsames Foto entstehen konnte. Hannah sieht sehr sympathisch aus.
      Auch ich habe eine Freundin mit Brustkrebs. Als ich zum ersten Mal davon hörte, war es so unwirklich wie Hannah es beschreibt. Klar – Brustkrebs kennt man – trotzdem kann man sich irgendwie nicht vorstellen, dass es jemanden aus dem nahen Umfeld oder sogar einen selbst trifft.

      (Ich schicke das jetzt schon mal so ab. Hier zu Hause hat es einen kleinen Zwischenfall gegeben, der mich daran hindert, weiter zu schreiben. Ich werde meinen Kommentar morgen vervollständigen.)

    3. Bianca
      27. Juli 2018 / 17:22

      Liebe Nina, liebe Hannah,
      Vielen Dank für diesen ungemein wichtigen Letter.
      Hannah, es ist so großartig das Du darüber berichtest und ich freu mich für Dich, dass es Dir wieder gut geht.
      Meine Mutter erkrankte auch an dieser diabolischen Krankheit. Sie hat es auch geschafft, auch wenn jede Nachsorgeuntersuchung eine schlaflose Nacht verursacht. Durch sie weiß ich wieviele junge Menschen an dieser Krebsart erkranken und auch wie ungeheuer hart die Therapie und ihre Nebenwirkungen sind.
      Vorsorge ist so wichtig (übrigens für Männer genauso)!!!! Geizt nicht an den Ausgaben für Zusatzuntersuchungen. Es gibt Tumorarten, die nicht ertastet werden können.
      In meinem Umfeld stimmt die Statistik leider nicht mit jede achte, bei uns ist es leider jede zweite!!!!
      Das zeigt mir wie wichtig dieses Thema ist.
      Danke Euch, das Ihr über dieses Thema redet!!!!
      Liebe Hannah ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft und vor allen Dingen weiterhin viel Gesundheit!
      Danke Dir Nina, dass Du Themen wie diese aufgreifst und nicht tabuisierst!

      Liebe Grüsse
      Bianca

    4. 27. Juli 2018 / 15:38

      Ein so toller Blogbeitrag und ein soo wichtiges Thema!

      Wie ich dir bereits geschrieben habe, finde ich es wahnsinnig toll, dass du auf deinem Blog auch über solche Themen sprichst und Menschen wie Hannah die Möglichkeit gibst ihre Geschichte zu erzählen! Gerade Brustkrebs sollte schon lang kein Tabu-Thema mehr sein und gerade auch jungen Frauen immer mehr ins Bewusstsein gerufen werden. Jede 8. Frau hat laut einer Statistik heutzutage Brustkrebs. Und der Krebs nimmt da mittlerweile keinen Halt mehr vor dem Alter. Man kann sich also in seinem Freundeskreis umschauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendeinen trifft ist hoch. Und irgendwie kennen wir mittlerweile doch alle jemanden der an Krebs erkrankt ist, oder? Darüber reden tun aber viel zu wenige! Ein wirklich toller und ehrlicher Beitrag, den ich nur unterstreichen kann! Vielen Dank dafür an euch beide!

      Viele liebe Grüße aus Hamburg
      Caro

      https://carolionk.com/

    5. Nicole
      27. Juli 2018 / 9:12

      Liebe Nina und Hannah

      Danke für dieses Interview, es hat mich sehr berührt! Eine liebe Freundin von mir hat letzten August die gleiche Diagnose erhalten und Hannahs Geschichte erinnert so stark an die meiner Freundin. Auch bei ihr dauerte der Behsndlungs- und Heilungsprozess rund ein Jahr und wie sie das bewältigt hat, hat mich tief beeindruckt. Ähnlich wie Hannah hat sie immer gesagt, dass ist der Weg, den es jetzt hinter sich zu bringen gilt. Sie hat das alles durchgestanden und immer versucht, nebenher ein möglichst normales Leben zu führen und sich ein Stück normalen Alltag zu bewahren. Oft hat ihr auch ihr Galgenhumor dabei geholfen ☺️

      Heute geht es ihr wieder gut und ich hoffe und wünsche mir, dass sie dieses Kapitel endgültig hinter sich lassen kann!

      Dasselbe wünsche ich Hannah und natürlich eine wunderschöne Hochzeit 😍

      Alles Liebe, Nicole

    6. 27. Juli 2018 / 9:11

      Liebe Nina, Liebe Hannah,

      ich habe mich nie daran gestört, dass du nur die schönen Seiten des Lebens auf diesem Blog bespielst. Ich mein es gibt sowieso so viel schlimmes auf der Welt wieso nicht einfach mal dem Alltag entfliehen und auf deinem Blog schöne Dinge lesen… Trotzdem dieser LTTE hat mich wirklich berührt und ja auch zum Weinen gebracht. 1. weil es mir so leid tat für dich Hannah, da ich dich auf den ersten Blick als Powerfrau sehe die mit beiden Beinen fest im Leben steht und so etwas nicht verdient hat (wobei ich kaum denke, dass überhaupt jemand so etwas verdient), und 2. weil diese Welt so verdammt ungerecht ist.
      Ich setze mich auch nicht gerne mit diesen Themen auseinander, einfach weil die Angst und das unwohlsein, was sich im Körper verbreitet kein schönes Gefühl sind, trotzdem finde ich es toll, was ihr mit diesem Beitrag erreicht habt.

      @Nina: Vielen Dank für diesen Blogpost. Ich hätte gerne mehr von solchen Beiträgen und freue mich, dass du deine Reichweite für solch wichtige Themen nutzt!
      @Hannah: Ich wünsche dir von ♥ alles Glück der Welt, dass dieser verdammte Krebs nie wieder zurück.

      Liebe Grüße Mel
      von http://www.smajlispassion.de

    7. Kristina
      27. Juli 2018 / 7:26

      Euer Gespräch hat mich sehr berührt. Die Gesundheit ist das höchste Gut, was man nicht mit Geld kaufen kann.
      Meine Cousine und mein Stiefvater sind beide im jungen Alter an Krebs erkrankt. Bei ihm ging es Gott sei Dank gut aus und bei ihr leider nicht. Durch diese Erfahrung habe ich sehr große Angst vor Krebs und denke z.B. bei Kopfschmerzen schnell an einen Gehirntumor. Ich muss gestehen, dass die Angst mich im Alltag belastet. Wenn man mit Krebs zu tun hatte, verliert man die Unbeschwertheit und weiß, dass das Leben verdammt ungerecht sein kann. Jeder ist Krebs ausgeliefert. Ich bin jeden Tag dafür dankbar gesund zu sein.
      Hannah vielen Dank, dass du deine Geschichte teilst. Ich wünsche dir vom ganzen Herzen, dass du wieder gesund wirst.

      Viele Grüße
      Kristina

    8. Lisann
      27. Juli 2018 / 6:00

      Liebe Nina, und, wenn du das liest, liebe Hannah,

      ich finde diese Ausgabe des Letter to the Editor mit am besten! Ihr habt ein Thema aufgegriffen, dass oftmals vernachlässi8gt wird, obwohl viele Menschen daran leiden, mehr als ich dachte.
      Meine Mutter hat vor gut einem Jahr ebenfalls die Diagnose Brustkrebs bekommen- für uns alle war das ein Schock. Die Untersuchungen, die OPs, Bestrahlung, Chemo- alles musste so schnell gehen. Es bestand die Gefahr, dass der Krebs auf das Lymphsystem übergreift, wenn nicht schnellstmöglich gehandelt wird.
      Entdeckt wurde das durch eine Routineuntersuchung. Seit ich darum weiß, nehme ich die Untersuchungen beim Frauenazrt viel ernster- vorher muss ich sagen, war mir das fast schon lästig, “es wurde ja nie was festgestellt oder gemacht”.
      Heute denke ich so viel anders darüber- Vorsorge sollte wichtiger sein und gefördert werden, nicht nur die Behandlung von Symptomen einer Krankheit.

      Ich möchte euch beiden ein großes Lob aussprechen, dass Ihr ein Thema auf Fashiioncarpet aufgreift, dass vll nicht anfänglich typisch für Nina ist (zumindest bis jetzt), aber ich finde es passt! Themen aufzugreifen, die viele unter den Tisch fallen lassen und lieber verschweigen- sei es das Business der sog. Influencer, Hilfsaktionen für Bedürftige, oder eben eine Auseinandersetzung mit einr Krankheit- ist meiner Meinung nach etwas, was dich Nina, ausmacht und weshalb ich diesem Blog seit Jahren fast täglich einen Besuch abstatte.

      Dir liebe Hannah wünsche ich eine unbeschwertere Zukunft, als die Vergangenheit und vll auch die Gegenwart war bzw. ist, in der du geheilt (und gesund) deine Hochzeit feiern kannst und sich dein Wunsch erfüllt.

      Alles Liebe,
      Lisann

    9. Pieces
      27. Juli 2018 / 5:54

      Liebe Nina, liebe Hannah,
      Danke für diesen bewegenden, ehrlichen Post. Er zeigt einerseits, wie wehrlos man gegen Schicksalsschläge ist und andererseits, sich nicht aufzugeben und zu kämpfen. Wie heißt es immer „ wer nicht kämpft, hat schon verloren“….
      Man hofft immer, gesund zu bleiben und oft werfen uns dann solche Diagnosen aus der Bahn und machen uns und auch das Umfeld im 1. Moment so hilflos. Ich bewundere dich, Hannah, mit welchen positiven Gedanken du dennoch deinen plötzlich veränderten Alltag gemeistert hast und wünsche dir von Herzen unendlich viel Gesundheit und dass diese Krankheit dich nie unterkriegt.

      Dir Mausi (jetzt als Deine Mama), sage ich Danke dafür, dass du uns immer wieder mit Themen konfrontierst, die das Leben schreibt und uns Einblicke in eine sehr persönliche Welt von dir und deinen Lesern ermöglichst. Ich bin unendlich stolz auf dich.
      ❤️❤️ deine Pieces

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