🎤 Blogcast #1: Was ich meinem 18-Jährigen ich heute sagen würde…

Der lange Weg zum Erwachsenwerden:
Was ich meinem 18-Jährigen ich heute sagen würde!

*NEU: Der Fashiioncarpet Blogcast – Yay, diesen Artikel kannst du dir jetzt auch anhören*

Heute auf den Tag genau wird Fashiioncarpet sieben (!) Jahre alt. Mein Gott, wie die zeit rennt. Verrückt. Ich habe mir gedacht, dass dies ein schöner und passender Anlass ist, um mal ein bisschen zurück zu blicken. Mal darüber zu sprechen, was ich als Person in den letzten Jahren gelernt habe. Wo ich heute mit 28 Jahren stehe und welche Rolle Fashiioncarpet dabei gespielt hat. Kurze gesagt: ich beame mich zurück in meine Teenager Zeit und spreche mit euch darüber, was ich meinem 18-Jährigen ich heute raten und mit auf den Weg geben würde. Quasi als „10-Jahre-Throwback“. Denn sind wir mal ehrlich: Auch, wenn man mit 18 denkt, man hat die Weisheit mir Löffeln gegessen und das Leben in seiner Vollkommenheit verstanden, ist das kurz und knapp gesagt einfach völliger Blödsinn. Mit 18 ist man zwar volljährig in Deutschland, rückblickend war ich allerdings noch ziemlich grün hinter den Ohren.

Das durfte mir damals zwar niemand sagen und wollte ich auch von keinem hören, aber heute, 10 Jahre später, gibt es doch so ein paar Dinge, die man mit 18 Jahren einfach nicht wissen kann und die einem auch keiner bzw. zu wenig Menschen sagen. Ich habe mal in mich hinein gehorcht und überlegt, was ich meinem heute 18-Jährigen ich sagen würde. Quasi von mir an mich, als Blick in den Spiegel. Hier sind 10 Dinge, die ich meinem jüngeren ich und vielleicht auch dem ein oder anderen von euch mit auf den Weg geben möchte:

1. Es ist normal, dass dich nicht jeder mag und versteht!

Als junger Mensch und besonders als Teenager denkt man immer, man muss jedem gefallen. Dass es im Leben nur darum geht gemocht zu werden und einen besonders großen Freundeskreis zu haben. Auch ich habe sehr lange so gedacht. Mein Freundeskreis war jedoch schon immer recht klein, ich hatte wenig Freunde und war zeitweise sogar mal ein Außenseiter mit Mobbingproblemen und geringem Selbstwertgefühl in der Schule. Kinder und Teenager können einfach unfassbar mies sein. Damals habe ich mich immer gefragt was falsch an mir ist. Ob ich ein schlechter Mensch bin. Heute, mit 28, kann ich sagen: Nein, bin ich nicht. Es ist ganz normal, dass einen nicht jeder mag. Dass man nicht mit jedem auf einer Wellenlänge ist und befreundet sein kann. Und ja, es ist auch ok „anders“ zu sein.

Ich bin in Kiel aufgewachsen. Eine kleine, eher unspannende und unmodische Stadt, in der selbst der Zara Laden geschlossen hat, weil die Mehrheit der Menschen die Mode nicht verstanden, geschweige denn gekauft hat. Ich hingegen hatte schon immer eine große Leidenschaft für Mode. Bereits im Teenageralter erntete ich komische Blicke, als ich bspw. mit meinen rosa UGG Boots (ok, ehrlich gesagt den günstigen Look alikes, welche gerade so in mein Taschengeldbudget passten) in der Schule auftauchte. Das Resultat? Blöde Sprüche, schräge Blicke und Getuschel hinter meinem Rücken.

Auch heute noch spüre ich die Blicke der Menschen, wenn ich durch Kiel laufe (und das soll schon etwas heißen, denn ich nehme so etwas sonst ehrlich gar nicht wahr). Meine klobigen Balenciaga Schuhe an den Füßen, mein Woll Turban auf dem Kopf und mein Oversize Pullover im Layering Look scheinen einige Leute zu überfordern. Ob mich das stört? Nein im Gegenteil. Denn…

2. Du lebst dein Leben für dich und nicht für andere!

Die wohl wichtigste Erkenntnis, die ich in den letzten Jahren verinnerlicht habe ist, dass es im Leben einzig und alleine darum geht glücklich zu sein. Die Herausforderung? Jeder definiert Glück anders, daher gibt es keinen Plan A oder das eine Rezept, um glücklich zu sein. Allerdings habe ich gelernt, dass man es nur schafft wirklich glücklich zu sein, indem man auf sich und sein Herz hört. Viele Menschen machen (auch im hohen Alter) noch den Fehler und leben ihr Leben zu sehr für andere. Schauen zu sehr nach rechts und links. Sind zu sehr damit beschäftigt, was andere tun oder denken zu intensiv darüber nach, was man wohl von ihnen halten möge.

Es geht weiß Gott es nicht darum egoistisch zu sein. Nein. Sondern vielmehr darum auf seine innere Stimme zu hören. Darauf, was einen glücklich oder eben auch unglücklich macht. Wir alle haben nur dieses eine Leben und daher sollte es in erste Linie darum gehen, es so zu gestalten wie man es selbst für richtig hält. Wenn ihr unglücklich in eurem Job seid, dann ändert etwas. Eine Freundschaft macht euch mehr traurig als glücklich? Dann redet mit der betroffenen Person darüber. Eure Beziehung fühlt sich nicht richtig an? Dann versucht diese Gefühle aus der Welt zu schaffen und seid immer auch bereit ggf. Konsequenzen zu ziehen. Jedes Leben ist geprägt von Entscheidungen und ihr seid die Person, die die Fäden für euer eigenes in der Hand hat.

Absolut unterbewusst und intuitiv habe ich bereits im Alter von 20 Jahren nach genau diesen Gedanken gehandelt. Ich zog direkt nach meinem Studium nach München ohne auch nur eine Menschenseele dort zu kennen. Von da an war ich 900km von meiner Familie getrennt, Patrick war auf Bali und ich stand vor einem absoluten Neubeginn. Ohne Freunde. In einer Stadt in der ich vorher nur einmal für fünf Stunden auf Klassenfahrt gewesen war. Natürlich wäre es bequemer und deutlich einfacher (und günstiger) gewesen im Norden zu bleiben – so wie es die meisten aus meinem damaligen Umfeld gemacht haben. Allerdings wollte ich mehr bzw. etwas anderes. Also tat ich etwas dafür und sprang ins kalte Wasser.

3. Trau Dich!

In diesem Zusammenhang und auch mit den Themen „glücklich sein“ und „erwachsen werden“ unfassbar wichtig? Mut haben! Man macht sich im Leben oft über so viele Dinge Gedanken, zerbricht sich den Kopf über ein „was ist, wenn…“ oder hindert sich selbst durch ein immer wieder aufploppendes „…,aber…“. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich lohnt mutig zu sein. Dass es so wichtig ist hin und wieder die eigene Komfortzone zu verlassen. Für einen selbst. Die eigene Entwicklung und so am Ende auch für die Menschen um einen herum. Das beste Beispiel aus meinem Leben? Meine Selbstständigkeit.

Mein größter Wunsch war es seit der Pubertät Moderedakteurin bei einem renommierten Magazin zu werden. Darauf habe ich jahrelang hingearbeitet. Für mich gab es nie einen anderen Plan. Und dann? Dann kam der Blog dazwischen und ich musste irgendwann eine Entscheidung treffen. Als die Gedanken über eine Selbstständigkeit das erste Mal aufkamen war ich 23. Den finalen Schritt machte ich aber erst mit 25. Ich brachte zwei Jahre, um den Mut zu haben. Die Stärke und das „Ich traue mich jetzt“ Gefühl. Rückblickend war es die beste Entscheidung, die ich im Leben jemals getroffen habe.

Klar, am Anfang ist alles neu. Vieles unsicher. Vieles beängstigend. Es gibt unendlich viele Fragen und leider häufig wahnsinnig wenig Antworten darauf. Der Sprung ins kalte Wasser war damals eine große Überwindung und wäre es nach meiner Mama gegangen dann hätte ich „noch ein paar Jahre Berufserfahrung“ gesammelt. Doch die Stimme in meinem Kopf wurde immer lauter und die Tatsache, dass ich vielleicht mit Mitte 30 irgendwann auf der Couch sitzen und mich fragen würde „Was wäre gewesen, wenn…“ machte mich wahnsinnig und innerlich unglücklich. Also tat ich es. Kündigte meinen Job und fand das größte berufliche sowie private Glück. Denn mittlerweile leben Patrick und ich unseren Traum gemeinsam und dafür bin ich jeden Tag unendlich dankbar. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären.

4. Auf jedes Down folgt auch wieder ein Up!

Hach, dein Leben ist so perfekt. Sätze wie dieser sind leicht ausgesprochen. Nicht zuletzt Dank Social Media glauben viele, dass das Leben von uns perfekt ist. Klar, wir erleben unfassbar schöne Dinge. Dürfen um die Welt reisen und haben unser Hobby zum Beruf gemacht. Aber nein, unser Leben ist nicht perfekt. Glaubt mir! Auch wir haben Tiefschläge, Dinge, die nicht klappen. Auch wir scheitern. Ich habe mich auf meinen Kanälen allerdings dafür entschieden die positiven und euch inspirierenden Dinge in den Fokus zu stellen – immer in Verbindung mit Authentizität und Echtheit wie bspw. in Form von diesem Text heute.

Es gibt Tage da bin ich unmotiviert. Komme nicht aus dem Schlafanzug raus – okay, die Tage gibt es Dank Home Office öfter – fühle mich unschön oder total überfordert. Diese Tage sind normal, denn ich glaube jeder kennt sind. Aber wenn ich eines gelegt habe dann, dass es nach jedem Niederschlag, jedem Bad Day auch wieder ein Good Day kommt. Meistens sogar auch mehrere hintereinander. Das wichtigste ist, dass man den Mut nicht verliert und unbedingt wieder aufsteht. Liegenbleiben und sich in Selbstmitleid ertränken ist keine Option! Hört ihr? Keine! Also Hintern koch, Krone zurechtrücken und weitermachen.

5. Mach die Meinung anderer nicht zu deiner Wahrheit

Auf dem Weg zum Erwachsenwerden begegnen einem viele Menschen. Einige bleiben nur kurz, einige für immer. Einige meinen es gut mit einem, andere wiederum nicht. Fakt ist: diese Tatsache, dass einem viele, verschiedene Menschen im Leben begegnen hören im Alter von 28 natürlich nicht auf. Allerdings ist man im jungen Alter deutlich anfälliger für den Einfluss anderer Menschen und dessen Meinung.

Hätte ich im Teenageralter all das geglaubt und für immer verinnerlicht, was mir von anderen Menschen gesagt und an den Kopf geschmissen wurde, dann würde ich mich und meinen Charakter heute wie folgt beschreiben müssen.

  • eingebildet und arrogant
  • oberflächlich
  • magersüchtig
  • dumm
  • schüchtern
  • hässlich

Es gibt Menschen, die sind wahnsinnig gut darin andere Menschen mürbe zu machen. Die extrem gut darin sind auf andere einzureden. Die es schaffen, dass man Dinge irgendwann glaubt, obwohl sie ganz offensichtlich oder gefühlt einfach nicht stimmen. Besonders in der Pubertät ist man extrem anfällig für solche Dinge.

Jeder der mich kennt weiß, dass ich all das oben nicht bin. Auch aus dem Grund, weil ich gelernt habe, die Meinung anderer nicht zu meiner persönlichen Wahrheit werden zu lassen. Meistens ist es doch so, dass diese Menschen ein Problem mit sich selbst haben und durch die negative Reflexion auf andere versuchen damit besser umzugehen. Sie wollen von ihren eigenen Schwächen ablenken. Fühlen sich selbst besser und stärken, wenn sie andere schlecht machen. Das ist traurig und kann einem schon fast leid tun. Denn eines sollte man nie vergessen: Nur weil man die Kerze eines anderen auspustet brennt die eigene nicht heller! Stattdessen sollte es darum gehen, seine Kerze gemeinsam mit anderen zum Leuchten zu bringen. Wie? Indem man dafür arbeitet, denn…

6. Harte Arbeit zahlt sich aus!

Einem wird im Leben nichts geschenkt. Ok, manchen Menschen schon. Denen fällt gefühlt alles in den Schoß ohne, dass sie viel dafür tun müssen. Die Mehrheit der Menschen muss allerdings hart für Erfolge sowie ihr persönliches und privates Glück arbeiten. Von außen lässt es sich immer leicht urteilen und viele machen den Fehler und sehen nur den aktuellen „Ist-Zustand“. Jedoch nicht den Weg, der bereits gegangen wurde, um zu diesem Zustand  zu kommen.

In meinem Fall kann ich sagen, dass ich früh und viele Jahre hart dafür gearbeitet und gekämpft habe, um dort hinzukommen wo ich heute bin. Bereits im Alter von 15 Jahren wusste ich, dass ich Modejournalistin werden möchte. Dass ich dafür studieren und viele Praktika absolvieren muss, um vielleicht irgendwann einmal Fuß in der Branche fassen zu können. Die Mode- und Medienbranche steht nach außen für Glitzer, Glamour, Champagner und ein leichtes Leben. Die Realität sieht oft anders aus: Ellenbogen, Konkurrenzgedanken, unbezahlte Überstunden, endlos Arbeitszeiten, Small Talk und Oberflächlichkeit gehören zum täglichen Business. Und neben Leidenschaft, Talent und Fleiß brauchte es leider immer auch finanzielle Mittel, um Etappen wie Studium, Praktika & Co zu finanzieren. Meine Familie ist nicht reich. Hatte nie viel Geld. Und mit der Mode- und Medienbranche so viel am Hut wie Donald Trump mit guter Politik.

Also sortierte ich im Alter von 15 zwei Jahre lang Pfandflaschen in einem Supermarkt. Mit 16 Jahren arbeitete auf der Kieler Woche, wo ich Bier an hunderte betrunkene Menschen ausschenkte und mit 19 Jahren jobbte ich während meines Studiums jedes Wochenende bei einer Modekette, während meine Kommilitonen feiern gingen. Ich fing also komplett bei Null an, aber das war mir egal. Denn unabhängig zu sein, mein eigenes Geld zu verdienen und für die Verwicklung meiner Träume zu kämpfen, war mir schon immer wichtig. Während andere in ihren Semesterferien also Party machten, absolvierte ich freiwillige und unbezahlte Praktika in fremden Großstädten. Meine Ferien bestanden aus vier Wochen Hamburg,  acht Wochen Berlin und vielen Kosten bei denen ich zu diesem Zeitpunkt nie wusste, ob sie sich irgendwann mal auszahlen würden.

Ich habe in den letzten 13 (!) Jahren für meine Träume gekämpft. Habe meine Realschule, mein Wirtschaftsabitur und mein Studium abgeschlossen. Habe insgesamt acht freiwillige Praktika gemacht, wovon sechs unbezahlt waren. Bin alleine nach München gezogen ohne auch nur eine Menschenseele zu kennen. Habe viele unbezahlte Überstunden gemacht, bei denen ich teilweise bis 23 Uhr abends im Büro saß. Habe Fashiioncarpet vier Jahre lang neben meinen Vollzeit-Jobs betrieben und Blogposts geschrieben, während andere Feierabend hatten. Nutzte meine Urlaubstage, um Projekte für Blog umzusetzen, während meine Kollegen ihren Urlaub am Strand verbrachten. Bin ins kalte Wasser gesprungen, um mich selbstständig zu machen.

Heute kann ich mit Stolz und einem Lächeln im Gesicht „JA“ sagen.

7. Niemand ist perfekt, auch wenn es so scheint!

Nie Pickel? Beine bis zum Himmel? Haut zum Niederknien? Keine Cellulite? Immer gute Laune? Das gibt es nicht! Niemals. Bei Niemandem! Besonders durch Social Media wird uns zwar allen tag täglich das vermeintlich perfekte Leben auf dem Silbertablett serviert. Alle scheinen dünn, erfolgreich, wunderschön, glücklich und immer gut gelaunt zu sein. Zugegeben, auch ich thematisiere auf meinen Kanälen zu 99% die schönen Dinge des Lebens, weil ich es wichtig finde, euch zu motivieren und zu inspirieren. Wenn man nicht krank ist und ein sicheres Leben in Deutschland hat, meckert man sowieso immer auf einem ziemlich hohe Niveau.

Nichtsdestotrotz habe auch ich Tage an denen einfach nichts klappen will. Ich mir einfach nur die Decke über die Ohren ziehen will, mich hässlich, schlecht und überfordert fühle. Tage an denen ich fettige Haare, miese Laune haben und super unmotiviert bin. Diese Tage finden zwar nie auf Social Media statt, aber seid euch sicher: es gibt sie! Keiner auf diesem Planeten ist perfekt, egal was euch ein Instagram Feed meint erzählen zu wollen. Im jungen Alter fällt es leider oft sehr schwer diese Dinge zu sehen, zu differenzieren und kritisch damit umzugehen. Daher mein Appell: bitte verliert nie die Realität aus den Augen und lasst euch nicht von einer „Rosa-Zuckerwatten-Welt“ (die es so gar nicht gibt) unter Druck setzen.

8. Sei du selbst, alle anderen gibt es schon!

Wir alle lassen uns manchmal ganz bewusst und hin und wieder auch intuitiv von Menschen um uns herum beeinflussen und inspirieren – tue ich auch. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch total in Ordnung. Schwierig und meiner Meinung nach komplett in die falsche Richtung geht es, wenn man anfängt andere zu kopieren oder zu imitieren. Ich beobachte dieses Phänomen besonders auf Instagram regelmäßig, wo mittlerweile sehr viele Feeds und Bilder gleich aussehen und man die Personen auf den Bildern nicht mehr unterscheiden kann. Getreu dem Motto: Wenn sie damit erfolgreich ist, dann mach ich einfach das gleiche und dann werde auch ich erfolgreich sein.

Es sollte im Leben um Individualität gehen, um das einzigartig sein. Darum Menschen mit seiner Art zu gewinnen, mit seinem Charakter, seiner ganz eigenen Persönlichkeit. Im Teenageralter ist man sehr anfällig für den Einfluss von außen, was euch bedeutet, dass Freunde um einen herum häufig sehr viel bei der eigenen Entwicklung dazutun. Allerdings sollten Freunde einen immer so nehmen wie man ist. Wahre Freunde verlangen nicht, dass man sich verändert, sondern sie wissen die eigenen Schwächen genauso zu schätzen wie die Stärken. Daher mein Appell an alle da draußen. Seid einfach ihr selbst, denn alle anderen gibt es schon.

9. Behandle die Menschen so wie du auch behandelt werden möchtest!

Ein Satz, der mich immer wieder wahnsinnig freut, wenn ihn Menschen zu mir sagen ist: Was ich an dir mag ist, dass du (immer noch) so bodenständig und normal bist. Das immer noch kommt meistens von Menschen, die ich schon seit meiner Kindheit kennen. Die mich aufwachsen gesehen haben. Irgendwie glauben viele Menschen, dass man automatisch den Boden unter den Füßen verliert, wenn man in Branchen wie meiner arbeitet. Und ja, leider tun das auch einige. Divengehabe, zickig sein, Unzuverlässigkeit, Unprofessionalität und von oben herab sein. Kurzum: sich für etwas besseres halten. Solche Menschen gibt es. Allerdings nicht nur in meiner Branche, sondern auf dem ganzen Erdball verteilt.

Ich persönlich hasse all die oben genannten Charaktereigenschaften und finde es ganz schlimm, wenn Menschen anfangen den Bezug zur Realität zu verlieren. Ich glaube ganz fest daran, dass man sich immer zwei Mal im Leben sieht und dass man nur das Karma im Lebe zurückerhält, welches man nach außen trägt. Wer nur Negativität verbreitet, kann nicht erwarten, dass ihm die geballte Power an guter Laune und positiven Vibes zurückschlägt. Wie oben auch schon geschrieben hat jeder mal einen schlechten Tag, allerdings sollte man einfach immer im Kopf haben, dass man die Menschen um sich herum immer so behandeln sollte, wie man selbst auch behandelt werden möchte. Aus Respekt. Aus Menschlichkeit und einem guten Charakter, mit dem man sich gerne umgibt.

10. Die Familie ist das wichtigste!

Es gibt Phasen im Leben, da nerven Mama und Papa. Besonders in der Pubertät ist man zu cool für die Welt und weiß ohnehin alles besser. Mama und Papa sind dann einfach nur peinlich, nervig und die Freunde ohnehin viel toller. Im Alter von 13 bis 18 Jahren habe ich es gehasst, dass meine Mutter mich in aller Öffentlichkeit Mausi oder Püppi genannt hat. Es gab damals diesen einen Moment bei H&M als sie gefühlt am anderen Ende des Ladens stand und mich gesucht hat. Anstatt leise, still und heimlich durch die Gänge zu gehen, rief sie durch den ganzen laden „Maaaaauuuusiiiiiiiii, wo bist duuuuuuuu?“ Ich war damals 15 Jahre alt und wäre am liebsten (gemeinsam mit meiner super coolen Miss Sixty Hose und den Adidas Superstar Sneakern) im Erdboden versunken. Meine Mama hat sich direkt danach natürlich einen ganz schönen Schlechte-Laune-Pubertäts-Anschiss von mir abholen müssen.

Heute könnte ich meine Mama dafür knutschen, denn auch heute bin ich noch ihre Mausi. Und wahrscheinlich werde ich es auch mein Leben lang bleiben und darauf bin ich stolz. Ich liebe meine Familie über alles und besonders in den letzten Jahren ist mir die Zeit mit ihnen noch einmal viel kostbarer geworden. Wir alle werden nicht jünger und ich merke, wie sich meine Prioritäten in den letzten Jahren verschoben haben.

Und auch, wenn ich sie nach wie vor viel zu selten sehe (uns trennen noch immer 900km, sodass wir uns nur ca. 3-4 Mal im Jahren sehen), steht der eigene Spaß, Jobs oder Reisen nicht mehr an erster Stelle. Für meine Familie lasse ich alles stehen und liegen, denn sie ist das wichtigste im Leben. Im Teenageralter war mir das nicht immer bewusst, aber diese Erkenntnis kommt im Alter Gott sei Dank wieder und dafür bin ich heute unfassbar dankbar.

Das waren sie, meine Gedanken und Ratschläge, an mein 18-Jährigen ich. Und ihr? Welche Erkenntnis habt ihr mit dem Älterwerden verinnerlicht? Was würdest ihr eurem jüngeren ich heute mit auf den Weg geben? 

10 Kommentare

  1. Ines
    8. Mai 2019 / 20:07

    Liebe Nina,
    Dein Podcast ist dir echt gut gelungen, freue mich schon auf deinen nächsten😍♥️
    Ich muss sagen das war du gesagt hast stimmt. Ich glaube diese Momente gibt es bei jedem in der „Kindheit/ Pubertät“ aber nur so lernt man auch mit anderen Menschen und deren Meinung umzugehen auch wenn es damals nicht so leicht war aber man hat daraus gelernt und kann nur darüber hinweg sehen.
    Deine Bodenständigkeit ist auch einer der Gründe warum ich deine Blogbeiträge so gerne lese und die mittlerweile auch schon so lange auf Instagram folge, es ist einfach die art und weise wie die die Dinge betrachtest finde ich echt toll😊
    Selbt wenn mich ein Thema nicht so sehr interessiert die Bilder alleine sind schon ein Grund den Beitrag auch nur anzusehen. Bei euch sieht man auch die Arbeit die ihr rein steckt und wie viel liebe in eurer Tätigkeit steckt und das finde ich inspirierend und immer wieder schön zu sehen weil dein Blog kann definitiv mit den großen Modemagazinen mithalten.
    Macht einfach weiter so ♥️

  2. M.
    8. Mai 2019 / 10:49

    Hey Nina,
    schön geschrieben. Zunächst habe ich ein wenig die Augen verdreht, denn ich habe dich als Teenager ganz anders wahrgenommen.
    Für mich warst du mit deiner Clique eine der „coolen“ und ich habe nichts von diesem unsicheren Mädchen sehen können.
    Jedoch ist das ja immer das eigene empfinden, was du beschreibst.

    Jedoch hast du mich im zweiten Teil deines persönlichen Textes überzeugt. Ja, du hast Recht, als du angefangen hast zu „bloggen“, habe auch ich schlecht darüber gesprochen, das ganze belächelt, als Kielerin ohne Modegespühr ;)
    Mittlerweile schäme ich mich aber dafür.
    Ich ziehe den Hut vor dem was ihr geschafft habt. Ich verfolge deinen Werdegang regelmäßig.
    Ich finde es toll, wie du dich durchsetzt und ihr Zwei eure Stärken weiterentwickelt.

    Erfolg kommt nicht über Nacht und wird hart erarbeitet. Da hast du Recht. Ich wünsche euch weiterhin Erfolg.

    Liebe Grüße aus der schönsten Stadt der Welt :)

  3. 8. Mai 2019 / 10:10

    Happy Happy Birthday Fashiioncarpet!
    Ich folge denem Blog nun bereits seit 4 Jahren und kann dir sagen, dass du dich in der Zeit stets positiv weiterentwickelt hast und es nie langweilig geworden ist. Ich hoffe du feierst heute dein Jubiläum angemessen: Mit Kuchen, Sekt und allem was sonst dazu gehört!
    Liebe Grüße aus NRW
    Mel von http://www.smajlispassion.de

  4. Maren
    8. Mai 2019 / 9:56

    Happy Birthday, Fashiioncarpet!
    Ich folge euch schon sehr lange und deine Blogposts begleiten mich entweder in meiner Aufsteh- oder Einschlafroutine – je nachdem wie es die Zeit zu lässt hehe. Diesen Post habe ich gerade auf der Arbeit gelesen und er hat mich innerlich sehr aufgewühlt. Ich werde dieses Jahr 24 Jahre alt und bewundere dich für deinen Mut, den du bereits mit 20 hattest. Auch ich komme aus einem kleinen Dorf, wo dich die Leute schon komisch von der Seite anschauen wenn man ein Maxikleid trägt mit Sneakern. Erst vor kurzem habe ich einen Wunschzettel von der 4. Klasse gefunden, auf dem ich geschrieben habe, dass ich gerne mal Modedesignerin werden möchte. Anstatt wie du, für meinen Traum zu kämpfen, mich reingekniet zu haben…habe ich wie viele anderen den einfachen Weg gewählt. Abi, BWL-Studium und jetzt sitze ich in einem Job der mir nicht gefällt. Momentan würde ich am liebsten meinem früheren Ich einen heftigen Arschtritt verpassen, und sagen: HEY von nichts kommt nichts, hör auf dein Herz und geh DEINEN Weg!
    Was ich eigentlich sagen wollte, danke! Auch noch jetzt lasse ich mich von anderen Meinungen beeinflussen, als auf mich zu hören.
    Zeit das sich etwas ändert :)

    Liebe Grüße!

  5. 8. Mai 2019 / 9:34

    HAPPY BIRTHDAY!!!

    Wie toll so ein Blog-Birthday ist, habe ich am Sonntag erst selbst gespürt, denn mein Blog ist am 05.05.2019 stolze 5 Jahre alt geworden.

    Ich wünsche dir für Blog und Privat nur das Beste und bleibe definitiv ein treuer Leser.

    PS: Wie wäre es mal mit einer Fashiioncarpet-Leser Party in München? :)

    Modische Grüße,

    Mister Matthew
    https://www.mister-matthew.de

  6. 8. Mai 2019 / 8:13

    Nina, dass hast du so super geschrieben und erzählt! Als 18-jährige sind diese gedanken wahrscheinlich normal und es ging vielen so. Heute denkt man nur, warum. Es sollte einem immer egal sein, was andere sagen oder über einen denken. Ja und meistens sind sie ja nur Eifersüchtig.

    Schöne Grüße
    Elena
    https://elenasarah.com/

  7. KM
    8. Mai 2019 / 7:32

    Liebe Nina,
    Danke für deine offenen und guttuenden Worte.
    Ich hab mich heute früh mit deinen Worten für den Tag fertig gemacht und fühle mich durch dich jetzt irgendwie etwas fitter :-)
    Ich finde es gut, dass du mit deinem Dasein Positives bewirken möchtest. Ich sehe mir nach der Arbeit so so gerne deine Storys und Posts an, zum Abschalten tut da Positives und Inspirierendes einfach gut.
    Dass es nicht immer so ist, gehört auch dazu. Das vergisst man aber irgendwie, oder blendet es aus. Deswegen fande ich es gut, dass du auch darüber ein paar Worte ausgesprochen hast!
    Alles Gute Fashiioncarpet 🎈☺️ und DANKE

    • Bea
      9. Mai 2019 / 9:35

      Wow Nina! Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Sehr schön gesprochen! Ich habe es mir soeben beim Hausputz angehört! Ich muss sagen, ich bewundere dich für deine Ansichten, deine Arbeit, dein Ich und was du mit deinen 28 Jahren geschaffen hast wirklich sehr! Du bist so rede und schreibgewandt! Ich glaube, kein Job der Welt würde besser zu dir passen, als den, den du lebst!!! Und ich schreibe hier bewusst lebst, denn das tust du und das merkt man! Jetzt bin ich schon ein paar Jährchen älter ( 36) und habe 3 Kids und habe viele Dinge genauso durchlebt und erfahren, wie das so ist in der Teenager Zeit und das alles heute im Social Media… ich bin mal gespannt wenn meine Töchter in das Alter kommen… vielleicht spiele ich Ihnen einfach mal deinen podcast vor! Ganz liebe Grüße! Mach weiter so!

  8. Jenny
    8. Mai 2019 / 7:15

    Auf jeden Fall den Punkt, dass man sich nicht für seine Freunde verbiegen sollte! Vorallem in der Hinsicht, wen man zu mögen hat und wen nicht, mit wem man befreundet sein sollte und von wem man besser die „Finger lässt“.. Und verurteile Menschen niemals auf Grundlage anderer Menschen Meinung oder Aussage, mache dir immer erst dein eigenes Bild von einer Person/Situation!

  9. Isabella
    8. Mai 2019 / 7:03

    Liebe Nina!
    So wunderbar erzählt. Ich habe mir deine Gedanken sowohl angehört, als auch durchgelesen. ❤️
    Du hast wieder etwas Neues geschaffen, an das ich gar nicht gedacht hätte, aber jetzt wo es da ist, erscheint es mir logisch und ich möchte ab jetzt öfter deine Stimme hören.
    Hat mich außerdem zum Nachdenken über mein eigenes 18-jähriges Ich gebracht.

    Ich lasse dir einen ganz ganz lieben Gruß da

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