Ein paar Gedanken über die (fehlende) Wertschätzung von kostenlosem Blog Content im Internet

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Content im Netz: Zu jederzeit. An jedem Ort. Über alles und jeden. Für jeden.

Als das Medium Blog vor ein paar Jahren aufkam, wurde es anfänglich als banales Tagebuch betitelt. Als etwas, das Menschen dazu nutzen, um ihren angeboren Selbstdarstellungsdrang auszuleben oder um einfach Informationen und Texte zu veröffentlichen, die sie bewegen. Mittlerweile sind Blogs mehr als das. Blogs sind zu einem Medium geworden, das eine ernst zu nehmende Konkurrenz zu anderen Medien wie bspw. Printmagazinen geworden ist.

Ich persönlich kenne beide Seiten, sowohl die der Printverlage als auch die der Onlinewelt. Ende 2015 habe ich mich, wie ihr wisst, dazu entschieden Letzterer meine volle berufliche Aufmerksamkeit zu schenken. Für mich ist Online die Zukunft und bietet meiner Meinung nach so viele und spannende Möglichkeiten wie fast keine andere Branche. Ich liebe es in dieser Branche journalistisch arbeiten zu können und bin unendlich dankbar dafür. Und gerade weil diese Branche meine soziale Existenz ist, komme ich nicht umher, auch einige Dinge zu hinterfragen und hin und wieder kritisch zu beleuchten.

Ihr wisst, dass ich gerne meine offene und ehrliche Meinung sage, wenn es um Dinge wie Kooperationen, Tipps und Tricks und kritische Dinge wie den Instagram Algorithmus geht. Heute soll es allerdings nicht um Social Media Kanäle, Kooperationen oder Fake-Follower gehen. Heute soll es um euch gehen. Euch, die Blogleser. Ihr seid das Wichtigste, was wir Blogger haben. Denn ohne euch wäre unser Blog gar nichts. Ihr sorgt dafür, dass auf dem Blog Leben herrscht. Dass er wächst. Dass er eine Persönlichkeit bekommt. Eine Relevanz. Ich bin mir dieser Situation vollkommen bewusst und bin unendlich dankbar, dass ich euch alle hier Monat für Monat wiedersehe und wir gemeinsam tolle Moment erleben. Allerdings möchte ich heute mal ein paar Fragen in den Raum werfen und hoffe, dass ihr sie mir nicht übel nehmt oder gar falsch versteht.

Fehlende Wertschätzung von kostenlosem Blog Content

Wann ist es passiert, dass kostenloser Content zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist? 

Wann ist es passiert, dass die Wertschätzung für geleistete Arbeit auf der Strecke geblieben ist? 

Wann ist es passiert, dass wir Alles wollen, aber nicht bereit sind, etwas dafür zu geben? Verständnis. Akzeptanz. 

Wir leben in einem Zeitalter, in dem wir tagtäglich von so vielen verschiedenen Eindrücken und Dingen umgeben sind. Und ja, auch wir Blogger tragen einen großen Teil dazu bei. Wir wollen euch inspirieren, euch Anregungen geben, neue Impulse, neue Ansätze. Ein Blog ist ein kostenlos konsumierbares Medium, das sämtliche Inhalte, vom jeweiligen Betreiber, für Menschen rund um den Erdball zur Verfügung stellt und so vielen Menschen ermöglicht, kostenlos an Inspirationen, News oder Wissen zu kommen.

Das sind in meinem Fall auch gut und gerne mal wertvolle Blogger Tipps und Tricks, Brancheninsider und Erfahrungswerte, für die sich andere bei Vorträgen ein nettes Sümmchen zahlen lassen. Ich teile sie trotzdem gerne und for free mit euch. Weil ich mir, gerade am Anfang meines Bloggerwerdegangs, so etwas gewünscht hätte. Und ich weiß, dass die meisten von euch unsagbar dankbar dafür sind und mir diese Dankbarkeit auch regelmäßig in Form von Kommentaren oder Mails mitteilen. Deswegen sind diese Gedanken hier gerade auch nicht ansatzweise an euch gerichtet!

Hallo, Ich hätte gerne einmal Alles zum Mitnehmen – und umsonst!

Aber sie gehen an die Menschen da draußen, die mit einer Arroganz und Selbstverständlichkeit kostenlosen Content im Netz inhalieren und anstatt dankbar zu sein für die Inhalte die man ihnen liefert, lieber noch mit dem Hammer oben draufhauen. Sätze wie: ,,Mir geht die Werbung auf den Wecker.“ oder ,,Voller Vorfreude habe ich von Instagram weitergeklickt, nur um dann festzustellen, dass es ein liebloser bezahlter Post ist…“. verletzten. Kritik ist das eine, Unterstellungen, Undankbarkeit und unangebrachte Formulierungen das andere. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich auch von den vielen netten und herzlichen Kommentaren hier auf dem Blog verwöhnt. Und trotzdem möchte ich ein paar Worte dazu loswerden.

Denn ja, ich bin kritikfähig. Das muss man sein, wenn man sich in der Öffentlichkeit präsentiert. Das ändert aber für mich nichts an der Tatsache, dass ich Undankbarkeit und Unfairness nicht akzeptabel finde. Menschen, die wahrscheinlich nicht mal ansatzweise wissen, wieviel Arbeit hinter einem Blog steckt und das man als hauptberuflicher Blogger (und auch sonst in keinem Beruf) nicht von Luft und Liebe leben kann. Ja ich betreibe meinen Blog hauptberuflich – das wisst ihr, denn ich spiele mit offenen Karten. Ja, ich arbeite mit Firmen und Unternehmen zusammen und verdiene so meinen Lebensunterhalt. Und trotzdem versuche ich bei all meinen Kooperationen immer einen gewissen Mehrwert für euch, meine Leser, zu schaffen. Vielleicht gelingt mir das mal mehr und mal weniger, aber ich bin und bleibe auch nur ein Mensch, der immer versucht, sein Bestes zu geben.

Weil ich genau weiß, wie es ist, in der Printbranche zu arbeiten. Schnöde Anzeigen aus Magazinen durchzublättern oder eher durchblättern zu müssen, weil man sie nicht umgehen kann. Weil ich weiß, dass in den Magazinen fast nichts mehr ohne Bezahlung seinen Platz findet. Editorials mit reinen Anzeigenkunden umgesetzt, Produkte eingebaut werden, weil der Kunde ein nettes Sümmchen auf den Tisch gelegt hat. Nicht, weil das Produkt wirklich toll ist und den persönlichen Geschmack der Redakteurin trifft. Richtige Werbe-Kennzeichnung? Fehl am Platz. Der Magazinleser wird an der Nase herumgeführt. Ihr werdet an der Nase herumgeführt. Wir sind alle tagtäglich von Werbung und bezahlten Inhalten umgeben. Im Fernsehen. Auf Plakaten. Auf Litfaßsäulen. In Magazinen. Im Radio. Und wir Blogger? Wir sollen jetzt die Bösen in dieser Werbe-Welt sein? Wir, die versuchen Kooperationen subtil mit einem Mehrwert und einer Story für euch aufzubereiten, sodass sie für euch spannend ist, zu uns passt und authentisch ist? Das ist nicht fair. Das ist einfach nur engstirnig.

Ich kennzeichne alles, weil ich stolz auf meine Kooperationspartner bin. Weil ich transparent sein möchte. Weil ich möchte, dass ihr wisst, woran ihr seid. Meine Texte sind alle mit Liebe und Hingabe verfasst, an denen ich nicht mal eben nur 5 Minuten sitze und sie leidenschaftslos runtertippe. Ich mache mir Gedanken, erarbeite Konzepte, wähle meine Kooperationen mit Marken und Firmen mit sehr viel Bedacht aus und sage über 70% meiner Anfragen ab. Warum? Weil das Produkt nicht zu mir passt. Weil ich keinen Mehrwert für euch und mich darin sehe und weil mir meine Authentizität heilig ist. Ich versuche immer die Balance zwischen branded und non-branded Content zu finden. Vielleicht gelingt mir auch das mal besser, mal weniger besser. Aber über eines könnt ihr euch sicher sein: weder hier, noch auf meinen anderen Kanälen, werdet ihr Content finden, der unauthentisch, reines Product Placement und stumpf ist. Denn auch, wenn ich mit Marken und Unternehmen arbeite, werdet ihr immer meine persönliche Meinung lesen, Produkte sehen, hinter denen ich stehe und Geschichten lesen, in denen mein Herz steckt. Es ist ein dummer Irrglaube und ziemlich 2007 zu behaupten, nur weil man für Arbeit entlohnt wird, habe man keine eigene Meinung und sei käuflich. 

Wir Menschen urteilen, ohne häufig nur ansatzweise eine Ahnung über die Fakten zu haben. Wir urteilen und hauen mit dem Hammer oben drauf, ohne hinter die Fassade zu blicken. Und wir konsumieren, ohne uns nur einen Dreck darum zu scheren, wie viel Arbeit eigentlich hinter all diesem Content steckt, den wir so mir nichts dir nichts zwischen U-Bahn und Arbeitsplatz einsaugen.

Konsumiere, akzeptiere und selektiere

Das Schöne an Blogs ist ja, dass man sie besuchen kann, aber nicht muss. Und wenn dem so ist, dass bestimmte Personen keinen Mehrwert feststellen können und glauben Meinungen seien gekauft, nur weil man mit einer Marke etwas umsetzt und versucht zusammen tollen inspirierenden Content zu erstellen, dann tut es mir leid. Dann sind genau diese Personen gut und gerne dazu eingeladen, sich Blogs zu suchen, die sie weiterhin, wie selbstverständlich, kostenlos konsumieren und nach passenden Mehrwerten scannen können. Schwierig wird es nur dann, wenn die Ansprüche steigen, aber parallel keinerlei Akzeptanz oder Verständnis aufgebaut wird. Ihr wollt mehrmals die Woche qualitativen Content mit Mehrwert, Storytelling und tollen Bildern? Obendrein soll alles auch noch super individuell, professionell und interessant sein? Genau dafür muss man als Blogger gut 50-60 Arbeitsstunden die Woche investieren. Das bedeutet? Man muss es hauptberuflich machen. Das bedeutet? Der Blog ist die Existenz. Das bedeutet? Man musst mit ihm Geld verdienen. Das bedeutet? Man wird Kooperationen annehmen. Das bedeutet? Man wird es damit nicht allen recht machen.

Und genau das habe ich den letzten fünf Jahren des Bloggens gelernt. Man kann es nie allen recht machen. Und das ist auch okay. Ob das jetzt fair ist und ich das gutheiße, könnt ihr euch denken. Dennoch würde ich mir einfach wünschen, dass weniger gemeckert und mehr akzeptiert und verstanden wird. Ok, einfach Hinnehmen wäre auch schon ein Anfang. Nicht jeder muss alles gut finden. Das Internet ist so groß, dass doch wohl jeder von uns Platz findet. Jeder Blogger,  jeder Leser. Es ist so groß, dass man einfach weiterscrollen oder entfolgen kann. Groß genug, um wenigstens Akzeptanz zu zeigen und nicht immer nur Hate, Missgunst und Unverständnis. Hin und wieder lohnt es sich einfach mal über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen – weiter zu denken, als von der eigenen Wand bis zur Tapete.

Eine meiner Followerinnen hat vor ein paar Tagen bei Instagram ein paar sehr passende Zeilen zu diesem Thema gefunden, die ich hier mit euch teilen möchte und, für die ich mich, liebe Ela, auf diesem Weg bei dir bedanken möchte:

,,Wenn ich (als Beispiel) bewusst einer professionellen Bloggerin folge, die keinen Hehl daraus macht, dass sie ihren Unterhalt mit dem Bloggen verdient, dann muss ich mir auch darüber im Klaren sein, dass Werbung kommen wird. Ich persönlich habe mich entschieden denen zu folgen, die entweder thematisch etwas mit meiner Nische gemeinsam haben, oder aber einfach einen tollen Blog führen. Denn es gibt Influencer/ Blogger, die bei Kooperationen ein ordentliches Sümmchen verdienen und ihren Followern Arbeit nach dem Minimal-Prinzip abliefern, und dann gibt es die, die konstant super Qualität liefern und bei denen es wirklich Spaß macht zu schauen UND zu lesen :)“.  – @elabonbonella

Das wurde jetzt doch länger als ich dachte, aber das war schon länger etwas, was mich irgendwie beschäftigt und ich einfach mal loswerden wollte. Ich hoffe sehr, dass all ihr lieben Menschen da draußen euch nicht fälschlicherweise angesprochen fühlt, denn ihr seid es, die den Blog und mich ausmachen. Danke, dass ihr Teil davon seid <3 Ich hoffe sehr, dass ihr euch diese Worte nicht zu Herzen nehmt, den sie sind nicht an euch gerichtet! An alle, die meckern: Vielleicht denkt ihr mal über meine Zeilen nach und darüber, wie häufig ihr wahllos Inhalte konsumiert und hin und wieder zu gezielt darüber urteilt.

Nina Schwichtenberg is the blogger behind the successful German fashion and lifestyle blog FASHIIONCARPET which was founded in 2012. After her studies and working experiences at different print and online fashion magazines, Nina is now working as a full time blogger and freelance fashion editor.

Nina is known for bringing regular inspiration to her readers, always staying true to her clean and minimalistic style with a special twist. But FASHIIONCARPET is not only a destination for fashion inspiration but also as a guide for those who are searching for blogger tipps, travel advices and beauty secrets.

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82 Kommentare

  1. 4. Juli 2017 / 15:03

    Liebe Nina,

    wie recht Du hast. Dieses Problem ist sogar gesamtgesellschaftlicher Natur. Jede Person erwartet auf allen Ebenen Bestleistung ist aber immer weniger gewillt, dafür zu zahlen. Beim Bloggen kommt dann zusätzlich eine Fehleinschätzung des Arbeitsaufwandes daher, da nur der Output sichtbar ist (wie häufig bei künstlerischen Berufen). Zudem ist das Bloggen nicht „notwendig“. Das heißt das Berufsbild wird zusätzlich abgewertet. Wirklich eine saublöde Kombination für alle Leute in der Social Media/ Blog Industrie. Du machst aber alles richtig und Leute die meckern, haben leider die Zusammenhänge nicht verstanden. Man muss aber auch einfach sehen (um hier mal Verständnis zu zeigen), dass die „Hater“ oftmals auch Leute sind, die selbst 40 Stunden die Woche arbeiten und sich niemals tolle Urlaube oder eine Designertasche leisten können. Ich glaube da herrscht eine ganz große Frustration über die ungleiche Entlohnung von Arbeit. Das sollte aber eigentlich nicht zu Lasten von hart arbeitenden Bloggerinnen gehen, das ist klar!

    Liebe Grüße,

    Maren

  2. Brisa
    11. Juni 2017 / 15:53

    Liebe Nina,

    Dein Artikel finde ich besonders hervorragend, so dass ich unbedingt ein Kommentar hinterlassen möchte!

    Ich persönlich finde das Motto „Leben und leben lassen“ ganz wichtig. Wie man sein Brötchen verdient, sollte jeder sein eigene Sache sein! Die Leser, die der Meinung sind, man soll keine Kooperationen usw machen, haben höchst wahrscheinlich keine Ahnung von der Materie! Und Du weißt ja, zusätzlich kommt noch das Zauberwort: Neid!

    Wie eine andere Leserin bereits erwähnt hat, wenn ich im Monat 5 Euro für eine Zeitschrift, die 70% aus Werbung besteht, ausgeben kann, sehe ich kein Hindernis für eine Bloglesenberechtigung Geld auszugeben.

    Liebe Grüße

  3. 24. Mai 2017 / 12:00

    Absolut genialer Artikel!
    Ich kann in allen Punkten nur zustimmen!
    Solange für beide Seiten ein Mehrwert geboten wird und so ein Werbeartikel qualitativ hochwertig ist und somit schön zu lesen und anzuschauen ist, ist es absolut nur fair wenn man dafür auch gerecht entlohnt wird.

    Thumbs up und ganz liebe Grüße,

    Sascha Venus

  4. 24. Mai 2017 / 9:20

    Hey Nina,

    toller Text und wahre Worte.
    So einen perfekten Blog, wie du in hast, zu führen, soll erstmal einer nachmachen. Ich denke, dass viele, die nicht als Blogger oder professioneller auf Instagram unterwegs sind, nicht wissen, was es bedeutet, 24/7 interessanten Content zu produzieren. Es kostet viel Zeit, Geduld und oftmals Nerven.
    DU hast gar keinen Grund, dich mit gemeinen Worten von undankbaren Lesern strafen zu lassen, denn wer mit so viel Liebe zum Detail, stets positiv und dabei trotzdem transparent an seinem Blog arbeitet wie du, hat mehr als Dankbarkeit, Anerkennung und Respekt verdient.
    Du machst das toll und ich kann mich jeden Tag aufs Neue über deine Bilder, Texte und stories freuen.

    Liebe Grüße,
    Stephie

  5. 23. Mai 2017 / 10:22

    Liebe Nina, ich gebe dir so recht. Ich habe darüber auch schon geschrieben, einige Artikel, so auch übe Affiliate Links etc. Für ein Magazin am Kiosk bezahlt man und da steckt jede Menge Werbung drin. Eine Heidi Klum kann eine ganze Sendung voll Produktplatzierung stopfen und niemand regt sich auf, während ich einen Post für den ich eine kleine Entschädigung bekomme, bereits als „WERBUNG“ deklarieren muss, obgleich es eine Zusammenarbeit mit persönlicher Story und Herzblut ist. Auch hierzu gibt es einen Beitrag auf meinem Blog, den ich denke, dass dies auch viele Leser abschreckt und verunsichert, wenn ANZEIGE oder WERBUNG darüber steht. Ich bin für Deklaration, aber angemessene.
    http://stylepeacock.com/werbung-anzeige-sponsored-irrefuehrende-transparenz/

    Auch, wenn ich nicht so erfolgreich wie du bin, stecke ich doch auch fast meine gesamte Zeit in meinen Blog und muss eben auch noch dazu verdienen. Ich weiß aber welche Arbeit hinter den schönen Bildern steckt und dass jede deiner Reisen auch Arbeit ist und man eigentlich nie wirklich frei hat. An dir schätze ich vor allem, dass du wirklich weiterhin mit Herzblut, Bodenständigkeit und viel Qualität bloggst. Ich bin auch Leuten wieder entfolgt, wenn mir deren Content oder Art nicht mehr zugesagt haben, diese Freiheit hat ja nun mal ein jeder. Aber sicher nicht, weil sie Kooperationen machen oder Banner schalten. Ein Blog ist letztendlich ein Magazin und das finanziert sich weder haupt- noch nebenberuflich von alleine, es kostet einfach auch – und nicht nur Zeit, wenn auch davon richtig viel.

    Viele verstehen einfach nicht, dass dies ein Beruf ist und wie viel Arbeit, Einsatz und Investition darin steckt, den Content zu produzieren. Und auch das ganze drumherum, Akquise, Verhandlungen, Planung, Ablage, Steuer, Soft- & Hardwarepflege… Von Luft und Liebe kann man nicht leben. Ich unterstelle ja auch in keinem anderen Job den Leuten, dass sie schlechte Arbeit abliefern oder korrupt sind, nur weil sie ein Gehalt für ihre Arbeit bekommen. Man sieht das tolle Bild von dir am Strand und das schöne Hotelzimmer, nicht aber, dass du nachts da sitzt und die Bilder bearbeitest und daraus einen Beitrag machst.

    Ich habe nach dem ersten Erfolg und als ich anfing professioneller zu bloggen, auch einen ganzen Teil Leser verloren, weil sie „enttäuscht“ waren, dass ich jetzt auch „einen von denen bin“, die Werbebanner schalten und solche bösen Dinge tun. Bleib einfach wie du bist und genieße, dass du einen solchen Erfolg hast, ich jedenfalls gönne ihn dir, du hast es dir selbst erarbeitet, Und wie du sagst, wem es nicht gefällt, der kann ja weiterziehen oder sich lieber ein Magazin kaufen und dafür zahlen, dass er voll Anzeigen geballert wird. Danke für deine ehrlichen Worte!

  6. Anni
    22. Mai 2017 / 21:44

    Liebe Nina,
    leider muss auch ich gerade feststellen, dass ich
    mir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht habe.. Eine Zeitschrift kostet 3€, Beiträge wie diesen kann man jedoch umsonst lesen !
    Ich finde deine Kooperation, total schön verpackt und auch dargestellt ! Bitte mach weiter so, dein Blog und deine ganze Arbeit ist einfach nur wundervoll und bietet so unfassbar viel Mehrwert :)

    Lg
    Anni

  7. Barbara Töpfer
    22. Mai 2017 / 19:58

    Es ist mir nicht ganz klar, was Sie mit Ihrer Art der “ Publikumsbeschimpfung“ erreichen wollen.
    Sie stellen sich selbst in die Öffentlichkeit mit einem Beruf (ist es wirklich einer?) , der nur durch möglichst viel Öffentlichkeit möglich ist. Sie führen Ihren Followern märchenhafte Hotels, tolle Outfits und vieles mehr aus einem Konsumbereich vor, der den meisten für den Rest ihres Lebens verschlossen sein dürfte.
    Sie wecken ganz einfach mit jedem Post den Instinkt, den die Bibel zwar zu den Sünden zählt, aber der der Spezies Mensch nun mal zu eigen ist, den Neid.
    Was also wollen Sie mit Ihrem pseudophilosophischen Post erreichen?
    Genießen Sie doch einfach, was Ihnen geboten wird und lassen Sie die Erziehungsversuche Ihrer Leser. Wer sich doch wie Sie in der Öffentlichkeit positioniert, sollte die positiven Kommentare genießen und die negativen grossmütig wegstecken.
    Wie Sie sich und Ihr Leben darstellen, werden Sie nie Everybodys-Darling sein. So what?

    • FASHIIONCARPET
      22. Mai 2017 / 20:36

      Hallo Barbara,
      ich glaube mein Text richtet sich gefühlt leider genau an Menschen wie Sie. Menschen, die meinen Job, der definitiv einer ist, in Frage stellen. Meine Texte, die mit viel Leidenschaft und Gefühl geschrieben wurden, als „pseudophilosophisch“ abtun und das was ich tue als etwas betiteln, das Sünden in anderen hervorruft. Menschen, die mit einer gewissen Arroganz über das Urteilen, was ich und andere Blogger tun und unsere Inhalte trotzdem konsumieren. Die Unterstellung, dass ich mein Leben nicht genießen würde und dankbar für das bin was ich habe, zeigt mir leider einmal mehr, dass Sie mich und meine Person nicht im Geringsten kennen.

      Ob ich Sie oder andere Leser erziehen möchte? Wahrlich nicht, denn ich vertraue darauf, dass meine Inhalte von Natur aus Menschen mit einer gewissen Grunderziehung anziehen. Zudem weiß ich ehrlich gesagt nicht, warum „sich in der Öffentlichkeit bewegen“ als Entschuldigen dafür dienen soll, dass andere keine Wertschätzung an den Tag legen müssen und sich undankbar gegenüber Menschen verhalten dürfen, die sich dazu entschieden haben „in der Öffentlichkeit“ zu stehen – als wäre das eine Entschuldigung. Aber den Spruch mit „dem Hammer oben drauf“ dürften Sie ja bereits in meinem pseudophilosophisch Text gelesen haben.

      Und wenn ich Ihr Darling nicht bin und auch nicht mehr werde, können wir beide damit wahrscheinlich sehr gut leben. Denn Gott sei Dank kann ja jeder sein Darling selber wählen.

      Viele Grüße
      Nina

  8. Julie
    22. Mai 2017 / 14:10

    Liebe Nina und alle anderen Leser und Leserinnen,

    auch ich stimme dir/euch absolut zu, dass Missgunst und Kritik, insbesondere wenn sie nicht konstruktiv ist, verletzend und fehl am Platz ist. Besonders dann wenn man versucht tagtäglich in seinem Job 100% zu geben, egal ob man dabei die Tätigkeit des Bloggens oder einen ganz anderen Beruf ausübt.
    Auch ich sehe deinen Blog als sehr authentisch an, jedoch denke ich nicht, dass der Grund der zahlreichen negativen Kommentare der Follower gegenüber den Bloggern daher rührt, dass diese kostenlosen Content von Euch erwarten, viel eher bin ich der Meinung dass Neid dabei eine große Rolle spielt.

    Dein Blogpost hat mich dazu angeregt, reflektiert damit umzugehen, weshalb so viele den Bloggern negativ gegenüberstehen, und doch tagtäglich Stunden auf Instagram und Co verbringen, Euch doch folgen und so all die Dinge sehen die Ihr habt, Sie aber vielleicht nie haben werden, oder haben können.
    Und genau jetzt sind wir an dem Knackpunkt: ich bin der Meinung dass überwiegend der Grund für diese negativen Vibes der ist, dass der Großteil unserer Bevölkerung 5 Tage á 9 Stunden oder länger die Woche in einem Büro sitzt, dabei einen Bruttoverdienst von 2000€ hat und sich die Urlaube oder die Klamotten wie sie die Bogger haben nie leisten wird, weil er das ggf. gar nicht kann.
    Deshalb bin ich der Meinung, dass zwischen Blogger und Leser eine bessere Balance entstehen sollte.
    Klar, viele der Blogger wissen das sehr zu schätzen, dass sie eine solch‘ privilegierte Position in unserer Gesellschaft einnehmen, insbesondere deshalb weil die meisten von Ihnen davor auch in einem ganz „normalen“ Job gearbeitet haben, dennoch glaube ich, dass es mit der Zeit immer ein wenig selbstverständlicher wird, gewisse Dinge zu haben oder zu machen, aber auch das finde ICH nicht verwerflich, denn der Mensch ist schließlich ein Gewohnheitstier.
    Auf der anderen Seite sollten die Leser, die merken dass sie mit der tagtäglichen Konfrontation von neuen Trends in Form von Handtaschen, Schuhen etc. nicht klar kommen, weil sie dadurch in ihrem realen, echten Leben immer unzufriedener und unglücklicher werden, sich von diesen Kanälen fernhalten – ganz nach dem Motto: Leben und Leben lassen-

    Ich für meinen Teil habe im März mein erstes juristisches Staatsexamen geschrieben und war 7 Tage die Woche 10-12 Stunden in der Bib in München gesessen und hab mir auch in der Mittagspause die Instastories der Blogger reingezogen, wenn sie auf den Malediven oder auf diversen Fashionweeks waren und klar ging der ein oder andere Gedanke vielleicht mal in die Richtung: “ boah haben die es gut und ich muss hier „hart“ arbeiten“
    Die meiste Zeit war es für mich jedoch eher ein Ansporn fleißig zu sein und beharrlich an meinem Ziel weiterzuarbeiten, um mir so später das ein oder andere Teil als Anwältin leisten zu können :-)
    So das war mein Wort zum Montag.
    Sorry Nina wollte hier jetzt nicht nen halben Blogpost verfassen :-)

  9. 22. Mai 2017 / 9:46

    Liebe Nina,

    klar, gerade wenn man beruflich bloggt, MUSS man Kooperationen eingehen. Ich habe bei Dir nie das Gefühl gehabt, dass Du über Dinge oder Sachen schreibst, hinter denen Du nicht auch komplett stehst. Und das macht Dich authentisch! Das ist es, was Deinen Blog ausmacht.
    Ich kann gut verstehen, dass Dich solch negativen Äußerungen ärgern. Aber mach bitte einfach weiter so! :-) Es gibt leider überall im Leben Menschen, die einen auf solch böse Weise kritisieren.

    Ganz liebe Grüße,

    Tabea
    http://tabsstyle.com

  10. Karo
    21. Mai 2017 / 21:14

    Liebe Nina, danke, dass Du es mal ausgesprochen hast. Ich schätze es wirklich sehr, dass du genau diese „Grauzonen-Themen“ des öfteren ansprichst und es im Detail darstellst. Es ist total verständlich, dass ein Blogger durch Werbungen/Kooperationen verdient (wie soll es denn auch anders gehen?!), ABER ich muss dazu sagen, dass ich es wirklich sehr spannend finde mit wem du zusammenarbeitest, denn ich (bestimmt auch viele viele andere) merke, dass du deine Kooperationspartner sehr bewusst auswählst und auch wirklich dahinter stehst :) Ich bin wirklich sehr dankbar immer und immer wieder neue Anregungen von dir zu bekommen und ich lese deine Texte immer sehr gerne.. Liebste Grüße <3

  11. 20. Mai 2017 / 20:44

    Liebe Nina,
    danke für die ehrlichen Worte und den tollen Beitrag! Deine Authentizität macht diesen Blog sehr besonders.
    Ich stimme dir absolut zu, habe dem Post also eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Zwar blogge ich nicht beruflich, aber ich verstehe durchaus, dass nicht immer alles kostenlos sein kann. Ich habe nichts gegen Werbung, wenn diese im Rahmen bleibt und zum Gesamtbild des Blogs passt, sprich: seriös ist.
    LG, Carolin